Having been a Trucker
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Verfasst am: 23. Januar 2010 - 16:48
Titel: (Kein Betreff)
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Verfasst am: 25. Januar 2010 - 17:35
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Titel: Having been a Trucker
Hallo.
Zunächst zitiere ich mich mal selbst - das soll der Ordnung dienen. Denn den folgenden Text habe ich bereits an anderer Stelle (Gruppen › Neu in der Community › Forum › Was sind Trucker?) gebracht. Er passt aber genau hierher, als Anfang einer kleinen Geschichte über mich. Im Stammtisch (Malle lügt ... o.ä.) habe ich mich auch schon vorgestellt, und zumindest Zappo meinte, das sei interessant.
***
Verfasst am: 29. Dezember 2009 - 14:36
Titel: Was sind Trucker?
Liegt es an der Weihnachtszeit, oder an der verspäteten Midlifecrisis? Der Begriff »Trucker« reizt mich plötzlich. Überall findet man ihn. Irgendwann begann man, sich nicht mehr Lkw- oder Fernfahrer zu nennen. Trucker musste es heißen.
Ich frage mich nun, woher kommt das? Was ist so faszinierend an dem Begriff?
Natürlich geht es um die amerikanischen LKW-Fahrer, um ihre bunten, glänzenden Zugmaschinen. Doch weshalb identifiziert Ihr euch mit denen? Wozu braucht Ihr sie? Was habt Ihr mit ihnen gemein? Habt Ihr keinen eigenen Berufsstolz? Benötigt ihr Glamourisierung, Heldenkult?
Vielleicht habt Ihr noch niemanden getroffen, der Euch das fragte. Wahrscheinlich liegt das daran, dass kaum jemand die amerikanische Trucker-Szene kennt. Diese Welt ist anders. Aber nicht auf die Weise, wie man es in Europa zu sehen glaubt. Hier sieht man das Bright Work (chrome, aluminum), die Murals, die Stacks (die ihre Abgase gen Himmel blasen anstatt kleinen Kindern ins Gesicht!) der altmodischen Conventionals mit ihren langen Radständen, und die manchmal wie Cowboys ausstaffierten Fahrer.
Darum geht es aber nicht. Das macht nicht den amerikanischen Trucker aus.
Vergleicht mal die Magazine »Fernfahrer« und »Overdrive«.
In Overdrive wendet sich jeder Artikel und jede Werbung mehr oder weniger an den »Owner-Operator«. Es ist der Fahrer, dem das Fahrzeug gehört – der sein Betriebskapital selbst bewegt. So etwas gibt es in Europa nicht. Zugmaschinen werden in den USA wie Privatfahrzeuge angeboten. Baugruppen, wie Hinterachsen, Teilchassis, Motoren, Getriebe kauft sich der Owner Operator selbst, nicht irgendein Arbeitgeber. Es sind Elemente der ökonomischen Zukunft.
Ein weiteres Kapitel betrifft die Bindung an die Anstellung oder an einen Speditionsagenten. In »Fernfahrer« Nr. 8 August 2003 fand ich im Artikel »Big Apple Blues – Lkw-Fahren in New York« die Aussagen: »Ein Wechsel der Firma ist für amerikanische Fahrer fast schon Pflicht.« und »Anders als ihre europäische Kollegen lieben amerikanische Fahrer den Wechsel. Nach nur fünf Jahren hat Bill bereits den dritten Chef und damit steht er nicht allein.« Das betrifft wie ersichtlich, die angestellten Fahrer. Die Selbstständigen führen ein noch viel freieres (und risikoreicheres ) Leben.
So viel zum Trucker und seiner Freiheit in den USA. Jetzt kann jeder selbst prüfen, ob er sich "Trucker" nennen darf.
Nun zu mir. Ich bin jetzt 57. Ein Lkw-Fahrer bin ich nicht – weder Fern- noch Nahverkehr. Ich habe nie einen zweier Führerschein besessen, oder C, wie es jetzt heißt. Das Größte, was ich je in Deutschland fuhr, war ein 7,5 t Miet-Lkw von EuropCar.
Ich bin Arzt. Aber ich war mal »Trucker« - in den USA. Das ist lange her.
***
Das meiste habe ich vergessen, vor allem Fakten und Details. Aber das eine oder andere bringe ich wohl noch zusammen.
Bis demnächst
Harry