Drive-in-Praxis: Der Doc von der Tankstelle

Ein Mal Gesundheit tanken bei Dr. Dieter Zakel kostet 50 Euro
© Foto: picture-alliance/Georg Hochmuth

Ein Wiener Allgemeinmediziner eröffnet die erste "Drive-in-Praxis"


Datum:
19.07.2014
Autor:
Sabine Köstler

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Zum Tanken fahren und nebenbei schnell ein medizinischer Check-up? Das ist seit Anfang Mai in Wien möglich. Der Wiener Allgemeinarzt Dr. Dieter Zakel- Notfallmediziner, Facharzt für Anästhesie und auch mal Chief Medical Officer bei der UNO und der Nato - hat die erste "Drive-in-Praxis" Österreichs eröffnet. "Ein Arztbesuch, so schnell und einfach wie volltanken" heißt das Motto von "dr.ive in" in Wien-Döbling (Eni-Tankstelle, Krottenbachstraße). Die Praxis hat täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Pro Besuch ist eine Pauschale von 50 Euro für eine Behandlungszeit von 15 Minuten fällig. Terminvormerkung ist keine nötig.

Auf acht Quadratmetern klärt Dr. Zakel in seiner Mini-Ordination hinter Kaffee, Zeitschriften und Süßwaren erste Beschwerden ab, verschreibt Rezepte oder überweist bei Bedarf an Fachärzte oder Labore. Funktioniert dieses Konzept? Wir haben eine Woche nach dem Start nachgefragt.

Trucker Interview DR. DIETER ZAKEL

"Es dürfen noch mehr kommen!"

Herr Doktor Zakel, wie sieht es jetzt, nach einer Woche, aus, wie ist die Akzeptanz?

"Sehr gut, es kommen mindestens acht bis zehn Patienten am Tag, aber es dürfen noch mehr werden. Der Vorteil hier ist, dass es keine Eintrittsschwelle gibt, keine Wartezeiten."

Wie sind die ersten Erfahrungen/Rückmeldungen von Patienten?

"Sehr gut. Die, die bisher da waren, sagen, sie kommen wieder. Ich mache aber keine Termine, denn das kennt man ja. Ein Patient kommt vielleicht nicht, oder es dauert etwas länger, und das geht dann wieder zu Lasten eines anderen Patienten."

Welcher Art sind die Beschwerden der Patienten - welche Diagnosen stellen Sie?

"Alles, was auch bei einer normalen Hausarztpraxis kommt. Akute Beschwerden, Schmerztherapie, Patientenmanagement - also dass man den Patienten mitteilt, wo Sie behandelt werden können, wer was macht - oder auch Überweisungen."

Können auch deutsche Patienten zu Ihnen kommen?

"Natürlich, so lange sie einen 50-Euro-Schein in der Hand haben!"

Wäre das ein Konzept für LKW-Fahrer/an den Autobahnen?

"Das müsste man sehen. Wir müssen jetzt erst einmal Daten erheben und analysieren, wir müssen wissen, was die Patienten wollen, wann sie kommen. Wenn das Ergebnis da ist, werden wir in der Lage sein, über Erweiterungen nachzudenken."

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