Fahrersitze Spezial: Sitz passt, wackelt ...

Wer die richtige Sitzposition gefunden hat, kann entspannt lächeln
© Foto: Recaro

Die Sitze in LKW werden immer besser. Dennoch gibt es Probleme, wenn man an falscher Stelle spart. Worauf kommt es beim Sitz an? Wie kommt man an das passende Sitzmöbel bei Rückenproblemen?


Datum:
13.12.2014
Autor:
Gerhard Gruenig

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Sitzhersteller Grammer hat den Begriff "ergomechanics®" geprägt, als Verknüpfung von Sitzergonomie und Biomechanik. Diese beiden Themenspektren sind eng verknüpft, wenn ein ordentlicher Sitz entstehen soll. Um Rückenschmerzen und Wirbelsäulenerkrankungen vorbeugen zu können, sind die Grundlagenforschung und der Dialog zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und den Sitzherstellern unverzichtbar.

Grammer formuliert in einer Grundsatzanalyse, dass ein guter Sitz die Schwingungsbelastung reduziert, die vom Fahrzeug ausgehend auf den Menschen einwirkt. Die Sitzfederung bestimmt, welche physikalischen Belastungen an den Fahrer weitergegeben werden. Maßgeblich ist außerdem die Körperhaltung sowie die Abstützung bei der Schwingungsbelastung. Vibrationen wirken sich besonders negativ aus bei stark gebeugter - etwa bei verdrehter Rumpfhaltung, wie es beim Rangieren auftritt.

ES GIBT MEHR ALS NUR EINE KORREKTE SITZHALTUNG

Das A und O ist ein korrekt eingestellter Fahrersitz. Mit den Schlagworten "komfortabel" und "sicher" kann man nicht immer auf Anhieb etwas anfangen. Wichtig ist aber auch eine regelmäßige Veränderung der Körperhaltung in bestimmten Rahmenbedingungen. Man sollte also die Körperhaltung innerhalb der sinnvollen Einstellungen regelmäßig verändern.

Die passende Länge der Sitzfläche ist erreicht, wenn der Abstand vom Polster bis zur Kniekehle etwa eine halbe Handbreit beträgt. Der Sitz sollte leicht nach hinten abfallen. Anschließend ganz nach hinten rutschen und den Rücken an der Lehne anlehnen.

Bei leicht zurückgelehntem Oberkörper soll kein Gefühl des Drucks oder der Beengtheit im Bauchraum aufkommen. Die Ferse sollte komplett aufstehen, der Fußwinkel 90 Grad betragen. Die Füße müssen bei der Betätigung der Pedale voll aufliegen - ergo müssen die Pedale gut erreichbar sein. Der Oberschenkel muss deshalb an der Sitzvorderkante aufliegen. Der Kniewinkel beträgt idealerweise 110 bis 120 Grad. Das Lenkrad sitzt richtig, wenn die Arme leicht angewinkelt sind. Die Lordosenstütze passt, wenn eine fühlbare Unterstützung eintritt, ohne dass ein unangenehmer Druck spürbar wird. Die Oberkante der Kopfstütze liegt etwas über Augenhöhe.

BEI ZWEI FAHRERN SIND ZWEI GUTE SITZE NÖTIG

Die Berufsgenossenschaft weist darauf hin, dass bei Doppelbesatzungen oder beim Wechsel in der Pause auf den Beifahrersitz die Ergonomie nicht beim Fahrersitz enden sollte. Ein "Ruhesitz" bietet nicht nur eine korrekte Unterstützung der oben beschriebenen Körperwinkelkette, sondern auch eine in der Höhe und Tiefe einstellbare Lendenwirbelstütze. Durch eine ausreichend hohe Kopfund eine individuell einstellbare Nackenstütze steht so einem regenerativem Schläfchen nichts mehr im Weg.

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