IAA-Neuheiten von Knorr Bremse und TIP

Ab sofort können die Kollegen Liftachsen- oder Rampenhöhe per Tablet oder Smartphone steuern und werden bei Problemen im Achsbreich auch via Smartphone oder Tablet gewarnt
© Foto: Trucker/G.Soller

Der gläserne Trailer wird zur IAA Realität.


Datum:
11.08.2014
Autor:
Gregor Soller

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Gemeinsam mit Kässbohrer und TIP präsentierte Knorr-Bremse die Neuheiten für die IAA. „i TAP“ heißt das neue App-System für Curtainsider, das dem Fahrer die Kontrolle und Steuerung seines Aufliegers ermöglichen sollen. Dabei kann Knorr einige nicht absolut sicherheitsrelevante Funktionen ebenfalls vom Trailer auf das Smartphone oder Tablet übertragen, das den Lenker obendrein warnt, sollte etwas nicht stimmen. Zu den Warnfunktionen gehört neben dem Bremsdruck und Bremsbelagverschleiß auch der Reifendruck oder die Fahrhöhe. Die wiederum kann sich der Fahrer auch per Memory aufs Smartphone legen. Dann genügt an der entsprechenden Rampe ein Knopfdruck und der Trailer passt sich exakt der Rampenhöhe an. Auch die Reset-to-Ride-Funktion oder das Heben und Senken einer oder zweier Liftachsen kann man jetzt per Tablet erledigen. Der Hauptvorteil für den Fahrer besteht darin, dass er das Auto nicht mehr so oft verlassen muss und schneller gewarnt wird – im Idealfall bevor ein Reifen fliegt oder ein Belag komplett abgefahren ist. Außerdem hat er in Pausen die Möglichkeit, sämtliche aufgetretenen Fehlermeldungen auszulesen und nötigenfalls entsprechend zu reagieren. Die Datenübertragung und -steuerung  regelt Knorr in dem Fall über Wifi.

Hardwareseitig legten die Münchner ebenfalls nach und starten in Kalenderwoche 34 mit der Serienfertigung der ST-7-Scheibenbremse, die die bewährte SK7 ablöst und pro Rad vier Kilo leichter sein soll. Knorr proklamiert, mit der ST 7 die leichteste Zweikolbenanlage im Markt zu haben.

Was man aus i TAP noch alles machen kann, erklärte anschließend TIP, wo man vom einstigen Vermieter zum Servicedienstleister mit 50.000 Trailern avancierte. Dort setzte man ein System namens "Fleet Remote" auf, mit dem man sich das jährliche kostenintensive Auslesen (zwischen 50 und 100 Euro) der Trailerdaten sparen möchte. Stattdessen nutzt auch TIP Wifi, um Daten zu übertragen: Auf einer rund 250 Kilometer langen Testfahrt zwischen Amsterdam und Rotterdam fanden sich 287 freie Wifi-Hotspots, was einem alle 875 Meter entspricht. Die nutzt TIP nun, um Infos zum Zug an Fahrer, Dispo und Vermieter zu übertragen. So sollen die Standzeiten weiter ausgedehnt werden und Reparaturkosten sinken. Laut TIP-Service-Director Peter Sijs würden allein 25 Prozent aller Bremsbeläge unnötigerweise zu früh gewechselt, weil man keine exakten Verschleißdaten habe. Dabei liefere allein die Bremse jährlich sechs Millionen (!) Daten, da jede noch so kleine Bremsung als „Event“ im digitalen Protokoll abgelegt wird. Außerdem sei es bisher schwer gewesen, Daten zur Fahrgestellnummer des LKW und Rückwärtsfahrten zu ermitteln. Ähnlich verhält es sich mit Reifendruckdaten. Laut Sijs könne ein schleichender Plattfuß mit ziemlicher Sicherheit bereits sechs Tage vorher vorausgesagt und der Fahrer entsprechend zeitnah informiert werden. Für Sijs steht am Ende seiner Datenoffensive ein Diagramm, mit dem alle Trailerbewegungen in der Flotte vergleichbar werden. Im Falle TIP sollte sich der Kunde aber im Klaren sein, dass er absolut „gläsern“ ist und TIP unter Umständen Nachzahlungen anberaumen könnte, sollten grobe Unregelmäßigkeiten im Protokoll auftauchen. Sijs lässt keinen Zweifel an seiner Expertise, zumal auch er weiß, dass nicht alle erfassbaren Daten wirklich nötig sind: „Wir sind Experten im Trailersegment. Wir wissen, was kommt und welche Daten wir benötigen und wie wir diese Daten verarbeiten.“ Die TIP-Kunden sollten das auch wissen und sich nicht wundern, wenn Sijs ihnen am Ende eine detaillierte Rechnung vorlegen kann. Andererseits kann Fleet Remote gerade großen Flotten ihr Trailerhandling erleichtern oder verbilligen.

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