Krone Baustoff-Trailer: Auf der richtigen Schiene

Anhand eines Zwei-Achs-Baustoffanhängers präsentierte Krone optimale Ladungssicherung
© Foto: Michael Simon

In Bamberg präsentierte Krone Neuerungen für den Baustoff-Transport. Die sollen den Kunden und Fahrern vor allem die Ladungssicherung erleichtern. Wir haben's ausprobiert.


Datum:
12.02.2014
Autor:
Michael Simon

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Die Kollegen, die Baustoffe fahren, können ein Lied davon singen: Baustahlmatten, Gitterträger, Betonrohre oder Ziegelsteinpaletten - so verschieden diese ganzen Baustoffe beschaffen sind, so unterschiedlich müssen sie auch gesichert werden.

Deshalb hat der Trailer-Hersteller Krone im Baustoffsegment einige Veränderungen vorgenommen. In Bamberg demonstrierten die Emsländer am Beispiel der Unternehmen Baywa und Kaspar Röckelein, wie Baustofftransporteure die rechtlichen Anforderungen zum Sichern und Befördern der Waren einhalten und welche Verbesserungen Krone dafür anzubieten hat. Denn zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts werden im Baugewerbe und der zugehörigen Logistik erwirtschaftet, sagt Tobias Eichberg, Marketingleiter des Unternehmens: "Die Baustofftrailer sind mittlerweile ein wichtiger Geschäftszweig geworden."

NEU BEI KRONE: SPRÜHBESCHICHTUNG POLYUREA UND MITTELSCHIENE

Aus diesem Grund hat Krone eine rutschhemmende Plywood-Platten-Beschichtung namens Polyurea entwickelt. Die zwei bis drei Millimeter dünne Sprühbeschichtung wirkt wie Antirutschmatten und erhöht den Reibbeiwert auf 0,6. Das entspricht dem selben Wert, den übliche Antirutschmatten aufweisen, die somit durch die Sprühbeschichtung überflüssig werden. Das spart dem Fahrer auch Zeit, weil er weniger Zurrungen vornehmen muss. "Der Bodenbelag übernimmt 60 Prozent der Sicherung", erläutert Produktmanager Frank Nordhoff.

Wie wichtig guter Grip ist, demonstriert er an einer Gleichung. Ladegut rutscht nicht, solange die haltende Reibungskraft größer ist als die verschiebende Beschleunigungskraft. Ob ein Ladegut rutscht oder nicht, ist unabhängig von seinem Gewicht, weil sich der Faktor Masse aus dieser Gleichung herauskürzen lässt. Insofern sei die verbreitete Annahme, dass ein schwerer Körper weniger leicht verrutsche, ein Ammenmärchen. Zur Haltbarkeit des neuen Materials kann Krone noch keine Angaben machen. Nordhoff geht aber davon aus, dass die Beschichtung genauso lange hält wie der Boden. Das Abtragen des alten Belags sei nicht möglich, jedoch könne Krone beschädigte Stellen reparieren. Eine komplett neue Beschichtung aufzutragen, ist leider nicht machbar.

Ein weiteres Novum führte Nordhoff am Load Carrier, einem klassischen Zwei-Achs-Baustoffanhänger, vor: Für die Erfordernisse der Branche entwickelten die Emsländer die Ladungssicherungsschiene "Multi Rail". Die Zurrschiene verläuft mittig in Längsrichtung und erstreckt sich über die gesamte Länge. Als Chassis-Bauteil wird sie in der Ladefläche verschweißt. Im Abstand von zehn Zentimetern befinden sich die Zurrpunkte, die eine Zurrlast von jeweils 2000 Kilogramm ermöglichen. Der Vorteil der mittleren Schiene liegt darin, dass sich verschiedene Paletten einzeln sichern und an unterschiedlichen Baustellen leichter entladen lassen. Der Fahrer muss die Ladung so nicht nach jedem Abladen neu verzurren. Andere Konkurrenten verfahren in diesem Punkt mitunter anders: Den Zwischenraum, der sich beispielsweise zwischen zwei Einwegpaletten ergibt, kann man auch mit Luftpolstern sichern.

BAUSTAHLMATTENEXPERTE: LEICHTERE RUNGEN FÜR DEN MULTI STEEL

Ebenfalls erleichtert wird den Fahrern die Arbeit durch den mittlerweile überarbeiteten Baustahlmattentrailer Profi Liner Multi Steel. Während es sich bei dem klassischen Profi Liner um einen Alleskönner handelt, ist der Multi Steel "ein absolutes Sonderfahrzeug, von dem pro Jahr nur eine Handvoll bestellt wird", berichtet Nordhoff. Neben der klassischen Ausführung bietet Krone diesen auch in Bordwand-Ausführung mit Höhen von 50, 75 und 100 Zentimetern an. Der geringen Nachfrage zum Trotz haben die Ingenieure die Ausstattung des Multi Steel verändert. Die Baustahlmatten-Rungen, die serienmäßig im Preis inbegriffen sind, wurden um acht Kilogramm auf zirka 15 Kilogramm erleichtert, wie Nordhoff sagt. Dadurch soll der Fahrer beim Umstecken nicht mehr so schwer heben müssen, was einem den Job tatsächlich merklich erleichtert. Außerdem kann der Fahrer den Multi Steel so vollständig vom Boden aus sichern. Positiv ist für den Transporteur auch, dass er die Belastbarkeit der Rungen auf jeder einzelnen ablesen kann.

Der Multi Steel eignet sich für den Transport von Stahlmattenstapeln bis zu einer Höhe von zwei Metern. Für die Sicherung stehen insgesamt 18 Einsteck-Rungen sowie pro Fahrzeugseite sechs Zurrwinden und sechs ausziehbare Rungentaschen zur Verfügung. Durch die ausziehbaren Taschen kann der Fahrer auch überbreite Matten sichern, da sie die Ladefläche auf beiden Seiten um 30,5 Zentimeter erweitern. Jeweils im Abstand von 34 Millimetern sind die Taschen mit einem Federstecker arretierbar. Für den Transport ist dann eine Ausnahmegenehmigung nach dem 70er-Paragraphen nötig. Nachbesserungsbedarf bestünde noch bei den Bordwandverschlüssen. Wenn der Fahrer den Hebel des Verschlusses nach dem Herunterklappen der Bordwand nicht arretiert, könnte dieser Schäden am Tank der Sattelzugmaschine verursachen, weil der Hebel zum Fahrzeug hin und nicht zur Seite weist. Die Lösung dieser Problematik wäre, die Bordwandverschlüsse in die Rungen zu integrieren, sodass keine Gefahr für den Tank entsteht.

Trotzdem erleichtern die neuen Lösungen das Sichern der diversen Ladegüter enorm, was den Fahrern Zeit sparen und die Nerven schonen dürfte. Das ist doch mal ein Benefit.

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