Renault zeigt Energieeffizienz-Studie auf der IAA

Sprit sparen auch die gewölbte Dachform, die 70 cm großen Seitenspoiler im Heckbereich und die Seitenverkleidungen des Aufliegers
© Foto: Renault Trucks

Mit dem „Optifuel Lab 2“ wollen die Franzosen unterschiedliche Technologien zur Verbrauchsreduzierung im LKW testen.


Datum:
11.09.2014
Autor:
Jan Burgdorf

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Lyon. Auf Basis des „T“ entwickelte Renault die Studie „Optifuel Lab 2“, die auf der IAA in Hannover gezeigt wird. Sie ist eine Weiterentwicklung des im Jahr 2009 präsentierten „Optifuel Lab 1“ und soll zeigen, was in Sachen Verbrauchsreduzierung beim Sattelzug machbar wäre.

Dafür hat Renault insgesamt 20 Technologien verbaut, die bei den vier Schwerpunkten ansetzen, die für den Verbrauch entscheidend sind: Energiemanagement, Aerodynamik, Rollwiderstand und Fahrhilfen. Zahlreiche Zusatzausrüstungen werden rein elektrisch versorgt, um den Verbrennungsmotor zu entlasten. Dazu gehören Klimaanlage, Wasserpumpe, Kraftstoffpumpe und Lenkungspumpe. Die nötige Energie liefern unter anderem Solarzellen und ein System zur Energierückgewinnung in der Auspuffanlage, das auf dem Rankine-Zyklus basiert.

Hießt: sobald Fahrer oder Fahrzeug mehr Energie benötigen, berechnet ein Computer den Bedarf, findet die effizienteste bzw. am besten verfügbare Energiequelle. Parallel zu dieser fortschrittlichen Verwendung der Energiequellen will Renault den Energiebedarf des Fahrzeuges gezielt eingeschränkt haben. Besonderes Augenmerk widmete der Hersteller der Wärmedämmung des Fahrerhauses. Die Glasflächen sind aus einem speziellen Isolierglas. Oben wurde ein mobiler Dachspoiler angebracht. Bei Fahrzeugstillstand wird dieser Spoiler hochgeklappt und schützt das Fahrerhaus so vor Sonne. Übermäßige Wärme aus dem Fahrerhaus wird durch einen solarbetriebenen Abzug abgeleitet. Beim Anfahren wird der Spoiler wieder eingeklappt, um die Aerodynamik zu begünstigen.

Außerdem hat Renault Trucks zur Belüftung des Fahrerhauses eine ausschließlich durch Solarzellen gespeiste Klimaanlage installiert. Das System funktioniert auch bei Stillstand des Fahrzeuges und abgeschaltetem Motor. Zusätzlich besitzt der Optifuel Lab 2 einen mobilen Spoiler unten am Kühlergrill. Im ausgefahrenen Zustand verbessert er die Luftführung unter dem Lkw und reduziert die Reibung unter dem Fahrgestell. Unter 50 km/h wird dieser Spoiler automatisch eingeklappt, um bei niedriger Geschwindigkeit nicht von einer Fahrbahnschwelle oder von Unebenheiten beschädigt zu werden.

Auch den Rollwiderstand ging Renault an. Der Ölstand der Hinterachse wird je nach Schmier- und Kühlbedarf ständig anpasst. Wird das Fahrzeug stark beansprucht und benötigt ein hohes Drehmoment, so erhöht das System die Ölmenge in der Antriebsachse. Bei stabiler Geschwindigkeit besteht ein geringerer Schmier- und Kühlbedarf der Antriebsachse, so dass die Ölmenge reduziert wird. Der Ölbehälter wurde in das Achsgehäuse integriert. So reduziert das System mit der Tauchschmierung verbundene Energieverluste.

Die Studie ist zudem mit einem GPS-System ausgerüstet, das die optimale Höchstgeschwindigkeit je nach Position des Lastkraftwagens und des Straßenprofils errechnet. Ebenso wird das Gaspedal härter oder weicher, je nachdem, ob der Fahrer beschleunigen oder verlangsamen soll. Antizipiert das System beispielsweise einen Kreisverkehr oder das Ende einer Bergfahrt, so wird es spürbar schwerer, das Pedal zu treten und signalisiert dem Fahrer, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Wenn das System aktiviert wird, erhält der Fahrer eine Warnmeldung durch ein Bildsymbol am Armaturenbrett, das das bevorstehende Ereignis anzeigt (Kreisverkehr, Berg- bzw. Talfahrt, Mautstation usw.). Mit diesen Hilfsmitteln weiß der Fahrer stets seine Fahrweise an die Gegebenheiten anzupassen, um eine Verbrauchsreduzierung zu begünstigen. (bj)

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