Schwarzmüller Thermomulde: Heiße Österreicherin

Reparaturfreundlich statt aalglatt: Die Außenhaut aus überlappend verlegten Tafeln können einzeln getauscht werden
© Foto: Gregor Soller

Schwarzmüller hat große Pläne für die Zukunft - unter anderem mit einer neuen Thermorundmulde. Was die dem Fahrer bringt, klärt ein erster Test vor Ort.


Datum:
18.03.2015
Autor:
Gregor Soller

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Schwarzmüller ist bekannt für Pragmatismus und Qualität. Das heißt dann beim Thema Thermomulde immer "Halfpipe in Alu oder Stahl", mit Aluminium- oder Stahlrahmen - da sich Rundmulden besser isolieren lassen.

Erfahrung konnte Schwarzmüller laut Produktmanager Hannes Rutter bereits beim Bau von Bitumensatteln sammeln. Als Isomaterial dient ein wasserabweisender und hitzebeständiger Schaum. Zur Begutachtung fuhr eine 25-Kubik-Version mit aufliegendem Deckel vor, Innenmaß 7350 x 2330 x 1470 Millimeter. In Stahl mit Fünfer-Boden und Vierer-Wand wiegt die 6,4 Tonnen.

REPARATURFREUNDLICHKEIT STEHT IM MITTELPUNKT

Die Außenhaut bilden schwimmend gelagerte Tafeln unter Haltebändern, die sich um je fünf Zentimeter überlappen. Sie sollen sich unter Wärmeeinwirkung ausdehnen können und einzeln tauschbar sein. Dazu braucht es die optisch auffälligen Haltebänder, doch hier geht Reparaturfreundlichkeit klar vor Optik. Alle Schweißnähte laufen absolut sauber. Sauber und durchdacht sind auch Details wie die angeschraubten Begrenzungsleuchten oder der ebenfalls geschraubte klappbare hintere Unterfahrschutz, der die Schmutzlappen im ersten Zug mit nach oben nimmt. Sollen sie ganz nach oben weggeklappt werden, enthalten sie dafür separate Löcher an der Unterseite, doch "in der Praxis schneiden sie viele Nutzer einfach ab", kennt Rutter die Realität.

Bleiben wir am Heck, wo Schwarzmüller im Rahmen auf ein kunstvoll gefaltetes Querträger-Abschlussblech verzichtet, stattdessen sorgt hier ein solides Torsionsrohr für Stabilität. Zusätzliche Verdreh- und Kippstabilität sollen die übrigen Querträger bringen, die einen etwas komplexeren Querschnitt aufweisen. Einer eingezogenen Rahmenfront erteilen die Konstrukteure aus Stabilitätsgründen aber eine Absage. Laut Fahreraussagen liege der breite Rahmenhals bei Kurvenfahrten besser.

Am Rahmenhals angeschraubt ist das verzinkte Podest. Schade nur, dass die schrägen Querträger des Balkons beim Kuppeln der Luft - und Stromleitungen etwas im Weg stehen. Dafür liegen sie hoch genug, um bei einem missglückten Aufsattelversuch nicht gleich kaputtgefahren zu werden. Das Rollverdeck ruht bei Nichtgebrauch auf drei einfachen Haltern, die es aus dem Gefahrenbereich der Radladerschaufel bringen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es drei solide Gegenhalter, um es sauber schließen zu können.

Auf angenehmer Höhe befindet sich das fahrerseitig angebrachte Luft-Brems-Bedienpult samt Manometer und Absenksperre der Liftachse. Ebenfalls geschraubt sind die drei Parlon-Einzelkotflügel aus dünnem und leichtem, aber verstärktem Kunststoff. Ein Herabhängen oder Einreißen soll laut Rutter Geschichte sein. Die Kabel der Aspöck-Rückleuchten schützen an kritischen Stellen extra Ummantelungen. Die Luft kessel sitzen so hoch wie möglich im Rahmen, darunter fallen bei den BPW-Off-road-Achsen einmal mehr die weit vorn hängenden Liftachsbälge und generell weit unten angebrachten Bremszylinder auf. Das zieht eine entsprechende Verkabelung mit sich, die man gerne etwas höher liegend sähe. Das alles sind aber Kleinigkeiten theoretischer Natur.

DIE DATENÜBERTRAGUNG: VOM FAHRER AUS GEDACHT

Für den Fahrer essenziell sind dagegen Datenübertragung und -handling, was Schwarzmüller mit einem eigenen Dienstleister entwickelte. Das Paket inkludiert eine zehnjährige kostenlose GSM-Datenübertragung und die Möglichkeit, den Temperaturverlauf (s. Bild) abzubilden und aufzuzeichnen. Das System schaltet sich bei Erwärmung der Mulde automatisch ein und startet die Messungen und Aufzeichnungen. Beendet wird das Ganze per Knopfdruck. Dann geht das Datenpaket an die Dispo und der Fahrer erhält einen Ausdruck.

Von einer Steuerung via App halten die praxisbezogenen Hanzinger (noch) nichts: "Der Fahrer muss sich schon um so vieles kümmern und muss sein Smartphone oder Tablet bereits für viele andere Dinge nutzen. Da soll er damit nicht noch die Kipperdaten bearbeiten müssen", findet Rutter - und beweist damit einmal mehr den eingangs beschriebenen Pragmatismus.

HASHTAG


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