Ein Teil der A20 versinkt im Moor

Die Fahrbahn A20 in Fahrtrichtung Lübeck ist bei Tribsees im Trebeltal mehr als einen halben Meter abgesackt
© Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/picture-alliance

Weil ein Abschnitt der Ostesse-Autobahn immer schneller in den moorigen Untergrund sackte, musste die Strecke gesperrt werden. In Richtung Westen müssen Auto- und Lkw-Fahrer vorerst eine Umleitung fahren.


Datum:
27.09.2017
Autor:
Julia Thomsen

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Tribsees. Ein Teil der Ostsee-Autobahn A20 ist unerwartet gesperrt worden. Der Grund: Die auf Moor gebaute Fahrbahn ist nach und nach um mehr als einen halben Meter abgesackt. Betroffen sei ein Abschnitt der erst 2005 fertiggestellten Autobahn bei Tribsees in Vorpommern, sagte Ronald Norrmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Güstrow am Mittwoch.

Die Fahrbahn in Richtung Westen sei wegen des moorigen Untergrunds am Fluss Trebel auf etwa 100 Metern Länge abgesackt. Die Reparatur soll mindestens zwei Jahre dauern.

Täglich um zwei Zentimeter abgesackt

„Wir wollen keine Gefährdung zulassen“, sagte Norrmann. Auto- und Lkw-Fahrer müssten deshalb voraussichtlich bis Samstag eine Umleitung in Kauf nehmen. Danach soll der Verkehr jeweils einspurig über die südliche Fahrbahn geleitet werden.

Das Absinken sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber nicht in dem Ausmaß, sagte Norrmann. „Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich, vorher war es ein halber Zentimeter“, erklärte der Baufachmann. Die A20 Lübeck-Stettin war das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10 und gilt bei Tribsees als Hauptverkehrsader in Ost-West-Richtung.

Ursache noch nicht endgültig geklärt

Ein Ingenieurbüro forsche nach der genauen Ursache und habe schon Grabungen vorgenommen. Als Ursache werde bisher vermutet, dass tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht gebrochen sein könnten. „Dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen“, erläuterte Norrmann. Dazu würden neue Bohrpfähle und eine sie verbindende Betonschicht benötigt. Die Kosten könnten sich auf mehrere Millionen Euro summieren.

Die auf dem gleichen Baugrund stehende Fahrbahn in Richtung Osten, also zu den Ostseeinseln Rügen und Usedom sowie nach Stralsund und Stettin, stehe dagegen stabil. Sie soll ab Samstag den gesamten Verkehr aufnehmen. So lange dauere es, bis genug Verkehrsleittechnik beisammen und die provisorischen Zufahrten fertig seien. (dpa)

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