Fahrermangel - Versorgung in Gefahr?

Prof. Manfred Brauckmann (TÜV Rheinland) ist Mit-Initiator und Moderator des TruckSymposiums
© Foto: Karel Sefrna

Am ersten Tag des Truck-Grand-Prix fand das TruckSymposium statt. Die bange Frage bei der 13. Auflage: Welche Konsequenzen hat der Fahrermangel?


Datum:
26.07.2018
Autor:
Gerhard Gruenig

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Vierzig Prozent aller Logistik-Unternehmen beklagen eine Verschlechterung an Logistikleistungen, auf 100 Arbeit suchende Lkw-Fahrer kommen 125 offene Stellen, die Zahl der ausgestellten CE-Führerscheine wird weniger, so Dr. Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beim TruckSymposium. Die Lage scheint ernst, das Thema Fahrermangel wird dramatischer. Auch Dr. Florian Gerster, Vorsitzender des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK), mahnte an, dass es für seine Mitgliedsunternehmen immer schwieriger wird, den zunehmenden Bedarf an geeigneten Zustellfahrern zu decken.

PLANBARKEIT, VERDIENST, ANSEHEN - DREI PROBLEME

Als Probleme, die den Fahrermangel weiter verschärfen, hat Gerster unter anderem die starken Reglementierungen ausgemacht, allen voran die starren Lenk- und Ruhezeiten. Erstaunliche Einigkeit herrschte bei allen Vortragenden - unter anderem Christina Scheib, die als Frau im Fahrerberuf arbeitet und den Job aus praktischer Sicht darstellte - bei den Hauptgründen für Fahrermangel: Gerade den potenziellen Berufseinsteigern fehlt es an Planbarkeit. Junge Menschen wollen nicht mehr tagelang unterwegs sein, sie wollen ein kalkulierbares Sozialleben. Auch das Thema Geld spielt eine entscheidende Rolle.

Wie einige Unternehmer im Auditorium konstatierten, bewege sich der Fahrerlohn nun oberhalb von 2500 Euro - was noch nicht alle Verlader akzeptieren würden. Auch Prof. Dirk Engelhardt, Geschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), untermauerte, dass die Löhne steigen, doch vor allem das soziale Ansehen der Fahrer besser werden müsse. Er wies unter anderem auf die Parkplatznot hin und auf eklatante Defizite bei sanitären Einrichtungen. Aktuell führte der BGL mit relevanten Politikern Interviews an Rastanlagen durch, um auf Bundes- und EU-Ebene generell Verständnis zu wecken und auf die Nöte der Branche aufmerksam zu machen.

Dr. Klaus Manns vom ADAC Mittelrhein mahnte ebenfalls an, dass man das Thema endlich politisch ernst nehmen müsse, damit der Beruf aus der "Schmuddelecke" komme. GG

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