Schüsse auf Lkw – Ermittler suchen nach Täter

Ein Unbekannter hat auf einen Lkw auf der A 28 geschossen - die niedersächsische Polizei ermittelt nun, weil ähnliche Fälle nahe Oldenburg und Bremen gemeldet wurden
© Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/picture-alliance

Plötzlich ist ein Loch in der Windschutzscheibe, während ein Mann mit einem Lastwagen über die Autobahn fährt. Ein Unbekannter soll geschossen haben. Eine Soko aus Niedersachsen überprüft auch eine Reihe anderer Fälle nahe Oldenburg und Bremen.


Datum:
28.08.2018
Autor:
André Gieße

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Oldenburg/Bremen. Für jeden Fahrer ist es eine Horrorvorstellung: Bei voller Fahrt wird durch die Windschutzscheibe geschossen. Was wie eine Szene aus einem Actionfilm klingt, beschäftigt im Moment eine Sonderkommission der Polizei Oldenburg. Mittlerweile prüft die Polizei acht Fälle, in denen verschiedene Fahrzeuge nach einer Fahrt nahe Oldenburg und Bremen plötzlich Löcher aufwiesen.

So bemerkte ein Fahrer eines Sattelzugs vergangene Woche auf einmal ein Loch in seiner Windschutzscheibe. Der 60-Jährige fuhr mit seinem Lastwagen gerade auf der A28 in der Nähe einer Autobahnbrücke. Dort sah er einen Mann, der seinen Angaben nach eine Waffe in der Hand hielt und sich von dort entfernte. Der Lkw-Fahrer rief auf einem Parkplatz die Polizei. Die Beamten fanden den Verdächtigen nicht. Eine Sonderkommission ermittelt mit der Staatsanwaltschaft nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Polizei hat Verdächtigen festgenommen

Die Polizei in Bremen hat inzwischen einen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, am Sonntag aus seiner Wohnung geschossen zu haben, wie das Magazin „buten un binnen“ berichtete. Gegen den 44-Jährigen wurde am Montag Haftbefehl wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung erlassen. Ob die Festnahme mit den anderen Fällen zusammenhänge, könne nicht gesagt werden, berichtete Bremens Oberstaatsanwalt Frank Passade der „dpa“. „Es ist nicht auf den laufenden Straßenverkehr geschossen worden, sondern aus dem Haus auf ein Fahrzeug in einer Garage“, betonte er. Der Mann habe dabei auf eine Person gezielt und dabei das Auto getroffen.

In anderen Fällen gab es hingegen Schüsse auf fahrende Fahrzeuge. Eindeutige Hinweise, dass Schüsse den Schaden verursacht haben, gibt es einem Polizeisprecher zufolge in drei Fällen. Dazu zählt der Fall des Sattelzugs auf der A28. Zudem war am Donnerstag vor einer Woche auf der Autobahn 1 bei Bremen auf zwei Wohnwagen geschossen worden. Die Schüsse seien seitlich eingeschlagen, die Projektile im Innern gefunden worden, teilte der Sprecher mit. Verletzt wurde dabei niemand.

Motiv des Täters ist unklar

Zudem prüft die Sonderkommission mögliche Zusammenhänge mit unklaren Fällen. Zu verdächtigen Löchern kam es etwa bei einem Auto auf der A29 nahe Varel sowie einem Transporter auf der Bundestraße 72 bei Cloppenburg. Auch drei ungeklärte Beschädigungen an seitlichen Scheiben untersuchen die Beamten.

Offen bleibt derzeit nicht nur die Frage nach dem Täter, sondern auch die nach einem möglichen Motiv. Aus Sicht des Kriminalexperten und Profilers Axel Petermann ist es wahrscheinlich, dass es für die Taten unterschiedliche Motive gibt: Machtgefühle und Frust könnten eine Rolle spielen. Petermann schließt auch einen jungen Menschen als Täter nicht aus. „Es ging wahrscheinlich um das Bedürfnis, ein wenig ‚rumzuknallen‘ und das Schießen auszuprobieren“, sagte der Experte. Bei gezielten Schüssen geht es eher um die Ausübung von Macht. „Der Täter will sehen, welche Folgen sein Handeln hat“, sagte Petermann.

Vor einigen Jahren hatte ein Fall bundesweit Aufsehen erregt. Ein Lastwagenfahrer hatte in mehr als 700 Fällen auf andere Fahrzeuge geschossen. Als Motiv gab er „Ärger und Frust im Straßenverkehr“ an. (dpa/ag)

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