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BEST-BKF-Truck-Training: Sparsam und entspannt

22.12.2018 08:00 Uhr
BEST-BKF-Truck-Training: Sparsam und entspannt
Ausgewählte Teilnehmer an BEST BKF wurden zum Truck-Training bei Mercedes-Benz in Wörth eingeladen
© Foto: Mareike Haus

In einem eintägigen Fahrertraining bei Mercedes-Benz in Wörth zeigten 15 Teilnehmer des diesjährigen Azubi-Wettbewerbs BEST BKF, welches Potenzial in ihnen steckt.

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Einen schöneren Tag, um in Wörth am Rhein ein Truck-Training von Mercedes-Benz zu absolvieren, hätten sich die 15 glücklichen BEST-BKF-Teilnehmer nicht wünschen können: Bei sommerlichen Temperaturen Mitte Oktober luden der Nutzfahrzeughersteller und der Verlag Heinrich Vogel mit seiner Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ins größte Lkw-Werk der Welt, um den BKF-Azubis wertvolle Tipps in Sachen wirtschaftliches Fahren zu geben. Die Nachwuchsfahrer hatten in diesem Jahr am Wettbewerb BEST BKF teilgenommen und sich erfolgreich um einen der begehrten Plätze beim Truck-Training beworben. Dies versprach nicht nur einen lehrreichen und spannenden Tag mit einigen Ausflügen hinters Steuer. Am Ende des Tages hatten die Azubis schließlich auch eine zertifizierte Weiterbildung zur Erfüllung des Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetzes (BKrFQG) in der Tasche.

EINMAL KRÄFTIG ANFAHREN KOSTET EINEN HALBEN LITER

Bei der sogenannten Eingangsfahrt fährt zunächst jeder Teilnehmer eine 28 Kilometer lange Normrunde rund um Wörth, und zwar so, wie er es aus seinem bisherigen Fahreralltag gewohnt ist. Dabei wird der Kraftstoffverbrauch gemessen - in der Transportbranche bekanntlich eine kritische Größe. "25 Prozent der Kosten eines Fuhrparks entfallen typischerweise auf Kraftstoff. Das ist der zweitgrößte Posten hinter den Personalkosten", betont Markus Hartung, der den Azubis in den Theorieeinheiten zwischen Eingangs- und Ausgangsfahrt nahebringt, wie man vorausschauend fährt, Assistenzsysteme punktgenau einsetzt und damit Kraftstoff spart. Wie sehr sich die Fahrweise am Ende auf die Kraftstoffrechnung des Chefs niederschlagen kann, veranschaulicht der Fahrlehrer aus Hamburg anhand einer Halbliterflasche: "Das passiert beim Beschleunigen von 0 auf 60 Kilometer pro Stunde. Schwupp, ein halber Liter weg. Und zwar jedes Mal. Jetzt überlegt euch mal, wie sich so etwas läppern kann."

Eine taktische Fahrweise halte aber nicht nur die Spritkosten im Zaum. So sei neben dem Verbrauch auch der Faktor Reparatur und Wartung eine der wenigen Größen im Fuhrpark, deren Kosten einigermaßen beeinflussbar sind. Hartung wirbt denn auch für den Einsatz der verschleißfreien Bremse.

RELAXED DAHINROLLEN IST VIEL ENTSPANNTER

"Was aber mit am häufigsten vergessen wird, ist, dass eine vorausschauende Fahrweise auch eine spürbare Entlastung für den Fahrer ist", so Hartung. Man sei flüssiger unterwegs und steige abends deutlich entspannter aus dem Fahrzeug. "Und das Schöne ist - ihr werdet nachher merken, dass ihr nicht nur wirtschaftlicher und entspannter unterwegs seid, sondern auch nicht zwingend langsamer, im Idealfall sogar schneller." Auf der Teststrecke brauche man den Lkw im Grunde nur einmal zum Halt zu bringen: nämlich an einem Stoppschild.

"Stoppvermeidung ist mit eine der wichtigsten Strategien für wirtschaftliches Fahren", erklärt denn auch Martin Butzeck, einer der Fahrlehrer des Truck-Training-Teams, bei der anschließenden Demofahrt. Er zeigt den diesmal nur mitfahrenden Azubis detailliert, worauf es ankommt: den richtigen Einsatz des Tempomaten, die Optimierung der Rollphasen mittels EcoRoll-Programm und natürlich den vorausschauenden Blick. Wird der sich ankündigende Gegenverkehr durch sein, wenn ich abbiegen möchte? Wie viel ist im Kreisverkehr los? Kann ich frühzeitig in die Kurve einsehen und entsprechend meine Geschwindigkeit darauf einstellen? Nicht immer klappt das - selbst beim erfahrenen Fahrlehrer und Trainer Butzeck nicht, der aufgrund des dichten Verkehrs an einer weiteren Stelle neben dem obligatorischen Stoppschild den Truck nun doch einmal kurz komplett zum Halt bringen muss. Die Demofahrt und die Theorie haben den Azubis nichtsdestoweniger beeindruckende Ergebnisse beschert: Im Schnitt erzielten die Nachwuchsfahrer eine Kraftstoffersparnis von 7,4 Prozent - wobei der Beste unter ihnen bei der Ausgangsfahrt sogar 13 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchte als noch bei der Eingangsfahrt. Und auch die Prophezeiung von Trainer Hartung bezüglich der Fahrzeit sollte sich bewahrheiten: Alle konnten die Fahrzeit der ersten Runde halten oder unterbieten - in der Spitze um bis zu zwei Minuten.

Fahrernachwuchs im Doppelpack

Beim diesjährigen Fahrertraining in Wörth mussten sowohl Redakteurin als auch Fahrlehrer ab und an etwas genauer hinschauen: Daniel Bathke (22) im dritten Lehrjahr und sein Bruder Sebastian, zweites Lehrjahr, sind das wohl erste Lkw-fahrende Zwillingspaar, das der Einladung zum BEST-BKF-Truck-Training gefolgt ist. "Ich habe zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen, aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. So bin ich dem Beispiel von Daniel gefolgt", sagt Sebastian Bathke. Die Bathke-Zwillinge arbeiten zwar beide im Landkreis Stade, gehen aber bei verschiedenen Transportunternehmen eigene Wege. "Wir sind in völlig unterschiedlichen Bereichen unterwegs", erzählt Daniel. "Ich fahre tagsüber in erster Linie Schüttgut, während Sebastian eher nachts unterwegs ist und Lebensmittel fährt." Beim großen Azubi-Wettbewerb BEST BKF haben sie beide in diesem Jahr erstmalig mitgemacht. Das Abschneiden der beiden könnte wiederum etwas für die Zwillingsforschung sein: "Was wirklich lustig war: Völlig unabhängig voneinander haben wir haargenau die gleiche Punktzahl erreicht", berichten die beiden.

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