Boss Hoss Promo-Tour: "Irgendwie sind wir alle Trucker"

The Boss Hoss: Alec und Sascha auf ihrem Promotruck
© Foto: Christian Bonk

Mit einem neuen Album und einem coolen Showtruck gehen The BossHoss im nächsten Jahr auf Stadion-Tour. Wir haben die sympathischen Berliner auf ihrer Promo-Tour getroffen und ein Exklusivkonzert auf ihrem "Saloon-Aufleger" erlebt. Der hängt übrigens an einem schwarzen "Mad Max"-Truck und passt absolut zum Albumtitel "Black ist beautiful".


Datum:
14.01.2019
Autor:
Christian Bonk

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Eine der ersten Großbühnen, auf denen The BossHoss die Massen zum Toben brachten, war die beim Truck-Grand-Prix-Musikfestival auf dem Nürburgring. So gehörten vor allem auch Trucker zu den ersten Fans der sympathischen Country-Rocker aus Berlin. Acht Alben, etliche Top-Ten-Hits und unzählige Auftritte im TV später bringen die Jungs gerade ihr achtes Studioalbum auf den Markt: Black is Beautiful - so lautet der Titel und präsentiert sich quasi als vertontes Road-Movie. Oder wie eine wilde Fahrt im Truck durch die schwarze Nacht. 13 Songs, die mit ehrlichem Beat und variantenreichen Stilelementen erfrischend anders, aber immer noch 100 Prozent BossHoss sind.

Für die Promo-Tour zum neuen Album haben Alec Völkel alias Boss Burns und Sascha Vollmer alias Hoss Power sich etwas Besonderes einfallen lassen. Gepusht vom eigenen Marketing und populären Radiostationen wurden Exklusiv-Konzerte auf dem neuen Promo-Truck verlost, zu denen die Gewinner 20 bis 30 Fans mitbringen durften. Das perfekte Hautnah-Erlebnis - nicht nur für eingefleischte Fans - sondern eigentlich für jeden, der auf authentische Musik steht.

EIN PRIVATES KONZERT FÜR EINIGE BESONDERE GEWINNER

Das bedeutete für The BossHoss und den Promo-Tross eine Reise durch ganz Deutschland, bei der jeden Tag eine Kleingruppe Auserwählte auf die Saloon-Ladefläche des Promotrucks durfte, um hautnah ein Unplugged-Konzert der Extraklasse zu erleben. Klar, dass Alec und Sascha und die anderen Bandmitglieder sich nach dem Konzert auch noch reichlich Zeit für einen Plausch, Selfies und jede Menge Autogramme nahmen.

Wir trafen die Jungs und ihr Team in Bellenberg, einer kleinen Gemeinde zwischen Ulm und Kempten, in der ein ganz besonderer junger Bursche für einen Tag Konzert-Gastgeber spielen durfte: Adrian, heute zwölf, hatte mit neun Jahren beschlossen, seine Haare wachsen zu lassen. Der Grund: Er wollte auf Kinder aufmerksam machen, die durch eine Krankheit ihre Haare verlieren. Und er wollte seine spätere Haarpracht dann für sie spenden. Was der Junge nicht ahnte, war der Spott, dem er sich mit seiner Aktion aussetzte. Es grenzte an massives Mobbing, was Adrian in der Schule und auf der Straße an Kommentaren über sich ergehen lassen musste, als seine Haare Stück um Stück zur veritablen Mähne anwuchsen. "Guck mal, das Mädchen", gehörte dabei noch zu den harmlosen Beschimpfungen, die der selbstlose Teenie Tag für Tag schluckte.

Nicht nur Bayerns populärer Radiosender Antenne Bayern, sondern auch die Jungs von The HossBoss bekamen von der Sache Wind und luden Adrian kurzerhand zu einem ihrer Promo-Konzerte ein. "Klasse, dass ein Neunjähriger so viel Courage hat und sich für andere, die einfach weniger Glück im Leben haben, so vehement einsetzt", kommentierte Alec am Rande des Konzerts die Tat des jungen Helden. Adrian, der inzwischen wieder mit "Normalfrisur" und in Gefolgschaft seiner Familie und etlicher Freunde sein Live-Konzert in vollen Zügen genoss, war sprachlos, die Jungs von The BossHoss hautnah zu erleben und mit ihnen dieses besondere Event zu feiern.

HAUTNAH IST BEI BOSSHOSS KEINE FLOSKEL, SONDERN ECHT

Das Konzert in Bellenberg war nur eines von vielen, bei dem Alec, Sascha und ihre Band bewusst auf Tuchfühlung zu ihren Fans gehen. "Zu dem, wie wir Musik verstehen, gehört es einfach dazu, den Fans zu begegnen und gemeinsam über Musik und das Leben zu quatschen", so Sascha beim Bellenberg-Event im neuen Showtruck der Band, der auch bei der nächstjährigen Arena-Tournee zum Tross gehören wird. Den fährt übrigens Tom, ein waschechter Trucker, der schon viele Jahre im Musik-Business unterwegs ist.

Seine besondere Aufgabe ist der ständige Auf- und Abbau der Showelemente des schwarzen Actros. Der ist nicht nur innen im konsequenten Cowboy-Stil ausstaffiert, sondern bringt auch echtes Mad- Max-Feeling auf die Straße. Wenn der Truck steht, prangt an der Windschutzscheibe ein grobes Gitter-Teil, die Front ziert ein gigantisches Büffelhorn-Duo. Links und rechts ragen je drei chromfarbene Pyro-Schlote über das Kabinendach ins Blaue: Auf Knopfdruck kann der Fahrer des Trucks Feuerstöße in den Himmel jagen. Und last but not last ist das Mad-Max-Mobil mit außen angebrachten Lautsprechern ausgestattet, über die Alec und Sascha Botschaften an die Fangemeinde schicken können, wenn sie an Bord sind.

Tom spielt das "Mad-Max-Truck-Spiel" gerne mit, ist aber andererseits für die Sicherheit des Fahrzeugs verantwortlich. "Logo, dass ich alles abmontiere, sobald wir den Event-Hof verlassen", sagt er. "Mit dem ganzen Show-Equipment darfst du im aufgemotzten Zustand vielleicht mit viel Glück mal in Berlin um einen Häuserblock fahren, aber normalerweise haben wir auf der Straße so nichts verloren."

DUTZENDMAL AUF- UND ABBAUEN: NACH DER SHOW IST VOR DER SHOW

Tom gehört eigentlich eher zur Band als zum Orgateam. Am Job macht ihm am meisten das freundschaftliche Miteinander auf der Tour Spaß. "Wir sind unterwegs echt wie eine Familie, auch wenn wir ständig zusammenhängen und der Job teilweise wirklich sehr anstrengend ist, weil wir natürlich vor allem nachts unterwegs sind", sagt er. Bis zu fünf Trucks transportieren die Ausrüstung, wenn im nächsten Jahr die Black-is-Beautiful-Tour startet - der Showtruck ist immer vorne im Konvoi. Tom arbeitet inzwischen für den Veranstalter Black Box Music und möchte den aktuellen Job nicht missen. "Ich war viele Jahre selbstständig unterwegs, aber hier bei Black Box Music kann ich die Leidenschaft zur Musik mit einem festen Job verbinden. Eigentlich genau das, was ich immer gesucht hatte."

Nach unserem Interview mit Alec und Sascha leert sich der Sportanlagen-Parkplatz in Bellenberg allmählich. Tom macht sich daran, den Truck wieder "straßentauglich" zu machen. Morgen wartet schon die nächste Fan-Gruppe auf ihr persönliches BossHoss-Event - mit einem Truck, der grimmig schaut und Feuer spuckt. "Weißt du, auch wenn ich jetzt abbauen, heute Nacht noch einige Kilometer schrubben und morgen alles wieder aufrödeln muss, freu' ich mich jetzt schon wieder auf die strahlenden Fan-Augen", sagt Tom und verschwindet mit Alecs Gitarrenkoffer im Trailer. Nach der Show ist vor der Show.

Gruß an die Rocker der Straße

Das neue Album bezeichnet Ihr als Roadtrip durch die Nacht - perfekt für Trucker, oder?

Alec: Irgendwie sind wir im Herzen ja alle Trucker. Vor allem wenn wir auf Tour sind erleben wir jeden Tag, was die Jungs mit ihren Trucks leisten und dafür gebührt ihnen jede Menge Respekt.

Euer Show-Truck ist echt abgefahren - und erinnert an Mad Max, war das Eure Idee?

Sascha: Na klar, wir fühlen uns dem echten Trucking schon verbunden, seitdem wir zum ersten Mal beim Truck Grand Prix auf dem Nürburgring aufgetreten sind. Was den echten Trucker ausmacht, ist quasi identisch mit dem, was wir mit unserer Musik ausdrücken wollen: echte Männer, Freiheit und Ehrlichkeit. Und da passt ein Mad- Max-Truck besser als eine moderne Hightech-Maschine.

Das Video zur Single-Auskopplung Eures neuen Albums ist ganz schön martialisch. Was wollt Ihr damit zum Ausdruck bringen?

Alec: Wir wollen mit den Bildern und der Musik mal wieder den echten Mann in den Fokus stellen. Heute geht doch in der weichgespülten Pop-Musik alles nur noch um die passende Show, die perfekte Illusion. Wir wollen einfach dran erinnern, dass echte Musik auch ohne Glamour und Glitzer auskommt. Und dass der Mann auch in der modernen digitalen Welt immer noch ein Kerl sein darf, der sich nicht verbiegt.

Fahrt Ihr Euren Monster-Truck auch selbst?

Sascha: Als wir das Teil nach den Umbauten zum ersten Mal gesehen haben, war der erste Gedanke, dass wir jetzt endlich mal den Lkw-Führerschein machen müssen, um das Monster mal selbst zu fahren. Die Planung läuft: Wenn irgendwann einmal Zeit ist, gehen wir in die Fahrschule. Und dass wir ab und zu 'ne Runde drehen, bleibt wohl besser ein Geheimnis (lacht).

TRUCKER: Welchen Song auf dem neuen Album habt Ihr extra für Trucker geschrieben?

Alec: Keine Frage: Das ist Road Fever. Passt wie die Faust aufs Auge zu einer Fahrt durch die Nacht, wenn die Gedanken galoppieren wie eine Herde Wildpferde und du Zeit für deine echten Träume hast!

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