Georgien im Aufwind


Datum:
31.10.2019
Autor:
Rainer Rosenfeld
Lesezeit: 
8 min

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Doch die Chancen, dass Zaza noch eine Weile im Lkw-Import-Geschäft bleibt, stehen gut. Denn der Handel mit importierten Gebrauchtfahrzeugen ist schon viele Jahre das Rückgrat der georgischen Wirtschaft. Zudem prognostizieren Wirtschaftsanalysten Georgien und damit auch seiner Transportbranche eine rosige Zukunft. Schließlich gehört das Land seit Jahren zu den Top-Performern weltweit, der Tourismus und große Bauprojekte stehen auf der To-do-Liste der Regierung.

Fahren im Konvoi nach Russland: Lado KVeladze und die Brüder Joto und Jago Kiknadze
© Foto: Reiner Rosenfeld

Zudem ist Georgien in der Kaukasusregion das einzige Land mit Zugang zum Schwarzen Meer und Grenzübergängen zu Russland, Aserbaidschan, Armenien und zur Türkei. Somit laufen die wichtigsten Warenströme der Region, und zukünftig auch zwischen Westchina – das sich stark in Georgien engagiert - und Europa, durch das kleine Land.

„Trotzdem ist die Lage für georgische Lkw-Fahrer aktuell nicht zufriedenstellend“, berichten Lado Kveladze und die Brüder Joto und Jago Kiknadze, die mit ihren Kipperfahrzeugen regelmäßig aus Russland Getreide holen. Aktuell hängen sie mal wieder im Stau auf der berühmtberüchtigten Georgischen Heerstraße fest und warten auf die Weiterfahrt nach Russland. Die ist die bedeutendste Verkehrsader des Landes, schlängelt sich auf 213 Kilometern durch die wilde Berglandschaft des Hohen Kaukasus und überquert dabei den 2380 Meter hohen Kreuzpass.


"Trotzdem ist die Lage für georgische Lkw-Fahrer aktuell nicht zufriedenstellend"

Lado Kveladze, Fahrer


Wegen vieler Projekte der Chinesen - vor allem im Straßenbau - stammt ein Großteil der neuen Lkw in Georgien aus der Volksrepublik
© Foto: Reiner Rosenfeld

Aktuell gibt es wenig Aufträge und lange Wartezeiten

„Könnten wir mehr Touren fahren, würden wir mehr verdienen!“, berichten die drei, die nach gefahrenen Kilometern bezahlt werden. Schuld an ihrer Misere sind die schlechte Auftragslage, seit Russland in der Wirtschaftskrise steckt, und die endlosen Staus auf der Georgischen Heerstraße. Die wird im Winter regelmäßig von Lawinen verschüttet und erstickt in den Sommermonaten im Transitverkehr von und nach Russland. Obwohl die georgische Regierung den Ausbau der wichtigen Passstraße seit Jahren massiv vorantreibt, stauen sich an manchen Tagen bis zu achthundert Lastfahrzeuge auf der Strecke – die meisten aus den Nachbarländern Russland, Armenien, Türkei oder Aserbaidschan, die wenigsten aus Georgien.

Deswegen wollte die georgische Regierung Getreideimporte schon mal mit Schiffen ins Land bringen lassen. Doch nach massiven Protesten der Transporteure samt Lkw-Straßenblockaden wurde das Schiffsprojekt schnell wieder aufgegeben. Allerdings sind die Staus und die damit verbundene langatmige Blockabfertigung nun ein festzementierter Bestandteil der Arbeit georgischer Lastwagenfahrer.

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