Showtruck Diamond Fever: Glänzender Auftritt

Die Antriebsfelgen tragen das Motto des Lastzuges
© Foto: Otto Miedl

Kaum ist der neue S geliefert, schon rollen erste veredelte Scania heran. Das Tuning des "Diamond Fever" huldigt dem neuen, alten King.


Datum:
26.01.2017
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Der alte König hat abgedankt - es lebe der neue! Unter diesem Motto ging für einige europäische Transportunternehmer das Jahr 2016 ganz im Zeichen des Greifs zu Ende. Kurz vor Jahresende standen die Auslieferungen und Übergaben der ersten regulär bestellten Modelle der "Next Generation Scania" an.

Viele nahmen diesen Umstand zum Anlass, um ihr neues Spielzeug vor allem in den sozialen Netzwerken zu präsentieren. In Bern richtete Scania Schweiz am 20. Dezember 2016 sogar ein kleines vorweihnachtliches Fest aus, um in feierlichem Rahmen die ersten 26 Fahrzeuge in die Arme ihrer neuen Besitzer zu entlassen.

Diese 26 Eigner aus der Schweiz hatten bereits im Sommer 2016 ebenjene Fahrzeuge blind bestellt - ohne jemals Bilder gesehen oder einen Kaufpreis erfahren zu haben. Unter ihnen war auch Franz Müller aus Ermensee. Sein Fuhrpark umfasst derzeit neun Kühlzüge plus ein Reservefahrzeug (neun Sattelzüge, ein Hängerzug). Acht Mal ist die Marke Scania vertreten, zwei Mal kommen MAN-Zugmaschinen zum Einsatz. Der Schwerpunkt liegt also eindeutig und vor allem mit viel Leidenschaft und Herzblut bei den Arbeitstieren aus Södertälje.

Franz Müller lenkt seit ein paar Jahren die Geschicke des Unternehmens. Er ist gelernter Landwirt und trägt den gleichen Namen wie sein Vater und sein Großvater. Die Firmengeschichte reicht bis ins Jahr 1923 zurück, als die Müllers noch Frachten mit Pferdefuhrwerken bewegten. 1956 kam der erste Lkw auf den Hof und 1975 ging man die internationalen Transporte an. Dabei ist es bis heute geblieben. Hauptsächlich transportiert man in der Schweiz und in Italien Früchte und Gemüse.

KURZ NACH DEM EINTREFFEN WIRD DER NEUE ZERLEGT

Am 28. November rollte der S 520 V8 in der Highline-Ausführung (bei der neuen Generation steht "Highline" für die große Fahrerhausvariante) auf schweizerischen Boden. Am nächsten Tag stand bereits die TÜV-Abnahme an und in der darauffolgenden Nacht sollte wieder alles an der Sattelzugmaschine zerfleddert werden, was zuvor eifrige Scania-Schrauber so mühevoll zusammengesetzt hatten. Am 30. November war der S 520 wieder in eine Vielzahl von Einzelteilen zerlegt und die Umbauarbeiten konnten beginnen.

Bis Mitte Dezember zog sich die dezente Verschönerungsprozedur hin. Der S 520 bekam die grellgrünen Müller-Hausfarben spendiert und dem Lack wurden sogar spezielle Glitzerflocken beigemischt. Lackierte Kühlergrillstreben an der Front, eine tiefere Sonnenblende, Fanfaren auf dem Dach, ein paar zusätzliche Beleuchtungseinrichtungen und eine gediegene Folienbeschriftung komplettieren das leicht veränderte Erscheinungsbild. Die um sieben Zentimeter tiefere Sonnenblende ist übrigens eine Eigenanfertigung aus dem Hause Müller. Zwei originale Sonnenblenden waren dafür erforderlich.

Die Lackierarbeiten zu beiden Seiten des Fahrerhauses übernahm wieder Airbrushkünstler Marcel Gerber aus Emmen. Gerber war in der Vergangenheit auch für die bisher herausragendsten Scania-Modelle im Müller-Fuhrpark, den "Abba-Truck" - ein Scania R 520 V8 aus 2014 - und den Truck um die Schweizer Rennfahrerlegende Jo Siffert, ein Scania R 500 V8 aus 2007, verantwortlich. Die Idee zum Motto "Diamond Fever" oder "Diamantenfieber" stammt von Firmeninhaber Franz Müller selbst - und der Begriff selbst habe nichts mit dem gleichnamigen James-Bond-Film zu tun. Franz Müllers Erklärung ist weitaus tiefgründiger.

"Die Idee hatte ich bereits vor ein paar Jahren und ich habe mir diesen Gedanken extra für dieses neue Scania-Modell bewahrt!", erklärt der Schweizer Transportunternehmer. "Scania bietet als Kraftfahrzeughersteller wohl das beste Produkt auf dem Nutzfahrzeugsektor an. Die Lastwagen sind edel, langlebig und hart im Nehmen. Sie sind also durchaus mit einem Diamanten zu vergleichen. Der zweite Teil des Begriffs kommt von unserer Leidenschaft selbst. Wenn du nach etwas verrückt bist, dann hast du auch ein gewisses Fieber in dir. Genau dieses Fieber geht jetzt mit dem neuen Scania-Modell in die nächste Runde!"

ÜBER KURZ ODER LANG WIRD WIEDER BESTELLT WERDEN

Nach der Übergabe in Bern trat die Sattelzugmaschine übrigens sofort ihren Dienst an und ging noch in der Nacht auf ihre erste Tour nach Italien. Bestückt ist der S 520 mit einem Kühlauflieger des belgischen Herstellers VéDéCar. Der Trailer wartete passend lackiert und versehen mit allen Firmenschriftzügen schon seit dem Sommer auf diese neue Zugmaschine.

Die sogenannte "Blindbestellung" spielte bei Franz Müller keine große Rolle. Drei seiner Fahrzeuge haben derzeit mehr als eine Million Kilometer auf der Uhr und bereits einige Jahre an harter Arbeit im Transportgeschäft auf dem Buckel. Normalerweise haben alle Trucks im Unternehmen eine Verweildauer von mehr als acht Jahren. Wegen ihrer Abgasnorm und den damit ab 2017 erhöhten Abgaben sind die Bestands-Zugmaschinen allerdings aktuell etwas kostenintensiver geworden. Franz Müller wird sie über kurz oder lang ersetzen müssen und der S 520 wird im idyllischen Ermensee nicht der einzige neue Scania im Müllerschen Fuhrpark bleiben. Otto Miedl

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