Truck-Race: Überflieger Norbert Kiss

Top in Schuss: Die beiden Freightliner-Hauber des Buggyra-Teams sind derzeit gut in Form. Vor allem Lacko (55) ist meist unter den Besten.
© Foto: Richard Kienberger

Norbert Kiss eilt von Sieg zu Sieg. Der ungarische Fahrer mit der Startnummer 1 hat die Konkurrenten auch in dieser Saison gut im Griff.


Datum:
23.06.2015
Autor:
Richard Kienberger

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Die Truck-Race-Europameisterschaft entwickelt sich in diesem Jahr zu einer One-Man-Show von Norbert Kiss. In den Qualifyings kann keiner der Konkurrenten mit dem Überflieger Kiss mithalten, der offenbar ein Jahresabonnement auf die Pole Position gezogen hat. Wenn es um die schnellste Rundenzeit und damit um die Startaufstellung geht, liegt der Ungar häufig rund eine halbe Sekunde vor der Konkurrenz - in diesem Sport, in dem oft Tausendstel Sekunden entscheiden, sind das Welten. Der aktuelle Europameister deklassierte in den bisherigen Läufen die Konkurrenten und verbuchte mit Abstand die meisten Laufsiege.

Sein Meisterstück lieferte der 30-Jährige auf dem Red Bull Ring ab, wo er in allen vier Rennen als Erster über den Zielstrich schoss. Ein Kunststück, das lange keiner der Protagonisten mehr geschafft hat. Seitdem es Rennen mit gedrehtem Start gibt, wird der jeweilige Sieger aus dem 1. und dem 3. Lauf beim 2. und 4. Lauf auf den achten Startplatz versetzt. Kiss schien das nicht sonderlich zu beeindrucken, er pflügte stürmisch nach vorne und stieß dabei kaum auf nennenswerten Widerstand. Damit konnte er sich auch als erster Fahrer an einem Wochenende 80 Punkte aufs Konto schaufeln. Er profitierte dabei von einer Modifikation der Regeln. Jahrelang gab es pro Renntag maximal 30 Punkte, an einem Wochenende also höchstens 60 Punkte. Die waren aufgeteilt zwischen den Qualifikations- und Cuprennen (seit der Aufwertung der Serie korrekt: "Championshiprennen"). Hier wurden dem Sieger 10 beziehungsweise 20 Punkte gut geschrieben. Bei den Rennen mit gedrehtem Start drehte sich auch das Punkteverhältnis: Die jeweils ersten Wertungsläufe des Tages, für deren Startaufstellung die Ergebnisse des Qualifyings herangezogen wurden, galten als "hochwertiger" und zählten 20 Punkte für den Sieger, die zweiten Rennen 10 Punkte. Ab sofort wird zwar weiterhin getauscht, doch die Gewinner der Rennen 2 und 4 eines Wochenendes erhalten jetzt 20 Punkte gutgeschrieben. Wie sich diese Änderung auf die Gesamtwertung auswirken wird, bleibt abzuwarten.

HAHN UND ALBACETE DUELLIERTEN SICH JAHRELANG. JETZT FÄHRT BUGGYRA VOR

Hinter Kiss entwickeln sich im Jahr eins nach dem Rückzug von MAN die Dinge allerdings so wie vielfach erwartet. Die Unterschiede scheinen sich einzuschleifen. Vor allem das tschechische Buggyra-Team trumpft in diesem Jahr groß auf. Die beiden Freightliner-Hauber mit Adam Lacko und David Vrsecky am Steuer machen den Ex-Champions Jochen Hahn und Antonio Albacete das Leben meistens recht schwer.

Das Duell zwischen den beiden - viele Jahre lang eine Konstante im Truckracing - gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Was vor allem daran liegen dürfte, dass Albacete den roten Cepsa-MAN, der bisher von der erfahrenen Crew um Lutz Bernau gebaut und betreut worden war, gekauft hat und mit seinen Leuten wartet. Das führte erkennbar zu einer Verschlechterung - auch ein Laufsieg beim Auftaktrennen in Valencia kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Albacete im Moment oft Probleme hat, das Tempo von Lacko, Vrsecky oder Hahn mitzugehen.

Eine gute Figur gab dagegen das Schwaben-Truck-Team bei seinem ersten Auftritt auf dem Red Bull Ring ab. Gerd Körber (2015 an fünf der zehn Rennwochenenden dabei) gelang es einmal mehr, die in Vollzeit beschäftigten Fahrer zu ärgern: Im zweiten Samstagsrennen erkämpfte er sich als Dritter einen Podiumsplatz. Weniger gut lief es für den dienstältesten Fahrer im Feld in Misano, als er - ausgerechnet an seinem 52. Geburtstag - den vierten Lauf nach einer Karambolage mit René Reinert das Wochenende vorzeitig beenden musste.

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