Truck Trial: Finale im Matsch

Das Team Kabourek tauchte mehrfach in den Schlamm ab - und als Europameister der Klasse 2 wieder auf
© Foto: Richard Kienberger/foto-text.com

Der letzte Trial-Lauf 2014 geriet zur Schlammschlacht, die Besten des Jahres wühlten sich trotzdem nach vorn. Highlight: 25 Jahre Europa-Truck-Trial.


Datum:
06.10.2014
Autor:
Richard Kienberger

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Mit einer englischen Woche endete die Truck Trial-Europameisterschaft 2014. Die Geländefahrer trafen sich am letzten Augustwochenende zum fünften Lauf im Steinbruch Heumann in Crailsheim, drei Tage später schlugen sie ihr Camp oberhalb eines gigantischen Basaltsteinbruchs in Nieder-Ofleiden auf. Dort bildeten die Trialisten wieder einmal das Rahmenprogramm zur Fachmesse Steinexpo. Für die Sportart Truck Trial bildet die Messe immer wieder eine gute Gelegenheit, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. Shuttlebusse bringen die Messebesucher hoch an die Sektionen und wieder zurück, so dass an den beiden Fahrtagen zahlreiche Zuschauer die Geländeakrobatik der Trial-Fahrer bewunderten.

Crailsheim wird den Beteiligten in zweifacher Hinsicht in Erinnerung bleiben: Zum einen machte sich dort der deutsche Sommer negativ bemerkbar - am zweiten Tag regnete es so heftig, dass die Trucks erst am Nachmittag in die Sektionen fahren und dort ein reduziertes Programm abspulen konnten.

EIN VIERTELJAHRHUNDERTE UROPA TRUCK TRIAL

Am Abend fand dann ein Highlight der diesjährigen EM statt: Die OVS feierte "25 Jahre Truck Trial-Europameisterschaft". Ein Nostalgieseliger Abend wurde das, bei dem viele "Ehemalige" anwesend waren, Fahrer, Offizielle und Freunde der Sportart. Leute wie zum Beispiel Ronald und Rita Bormann, Sepp Auinger oder Helmut Kröpfel, die den Sport viele Jahre lang betrieben und ihn zum Teil geprägt haben. In der Eventlocation Hangar wurden bis spät in die Nacht Sieger geehrt, Reden gehalten, Anekdoten erzählt und zahlreiche schöne Erinnerungen ausgetauscht.

In Nieder-Ofleiden wurden die Geländefahrer dann schnell in die Gegenwart zurückgebeamt. Während der eigentliche Steinbruch den Ausstellern und Messebesuchern vorbehalten blieb, hatten die Kommissare am oberen Rand der gewaltigen Grube etliche Sektionen ausgesteckt. Das Basaltgestein ist da unter einer dicken Erddecke versteckt, es war also vor allem weicher Mutterboden, auf dem sich die Trucks tummelten. Auf den ersten Blick ein eigentlich nicht sehr selektives Gelände - trotzdem hatten einige Teilnehmer viel Mühe beim Tanz zwischen den Markierungsstangen. Was vor allem an den Witterungsbedingungen der vorangegangenen Tage und Wochen lag. Der Dauerregen hatte seine Spuren hinterlassen - in Form von Matsch und tückischen Schlammlöchern, in denen selbst die tiefen Profile der Geländereifen schnell zuschmierten.

DIE ROUTINIERS DER SZENE SE TZTEN SICH DURCH - NOCH

Die Baggerfahrer hatten alle Hände voll zu tun, um Umfaller und versunkene Trucks zu bergen. Der alte und neue Europameister Marcel Schoch bekam die Tücken der Sektionen zu spüren, als er eine Steilabfahrt falsch einschätzte und mit der Front seines Vierachsers buchstäblich in den Matsch eintauchte. Schnell sah Schoch nach einigen Kickdowns ein: Hier hilft nur noch der Bagger. Der musste den MAN aus seiner misslichen Lage befreien. In einigen Klassen ging es bei den abschließenden Läufen in Crailsheim und Niederofleiden noch um den Meistertitel. So setzte sich in der Klasse 3 das routinierte Team Borzym im Endspurt durch und wurde erneut Europameister. Offen war die Entscheidung auch in der Prototypenklasse, in der es um die "österreichische Meisterschaft" ging. Der altgediente Trialist Karl Vavrik kam da mit knappen Vorsprung vor der drängelnden Jugend nach Hessen zum Finale - am Ende setzte sich die langjährige Routine von Vavrik gegen das Team Young&Funky (Felix und Leonie Funke) durch. Wobei der Generationenkonflikt auch innerhalb der Familie Funke zu beobachten war: Vater Jürgen Funke versuchte sich mal wieder am Steuer des dreichachsigen Prototyps - und bekam vom Sohn, der die Sektion zuvor gefahren war, klare Anweisungen für die optimale Fahrtroute. Als Funke Senior an einer Schlüsselstelle zauderte, musste man sich ernste Sorgen um Sohn Felix machen - der erinnerte stark an das berühmte HB-Männchen, das irgendwann an der Decke hing. So kann es gehen, wenn man seine Kinder nachhaltig für eine Sportart begeistert. Irgendwann wachsen einem die Kleinen über den Kopf und bestimmen, wo's lang geht.

EUROPA TRUCK TRIAL Meister 2014

Klasse 2: Team Kabourek (Václav Kabourek und Thomas Vybihal - CZ)

Klasse 3: Trial Team Borzym (Jan + Nikola Borzym - DE)

Klasse 4: HS Schoch Truck Trial Team (Marcel Schoch + Johnny Stumpp - DE)

Klasse Prototypen: Team KVK (Karl Vavrik - AT)

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