Augenerkrankungen: Alles klar?

Wer nachts nicht mehr richtig sieht, sollte einen Augenarzt aufsuchen
© Foto: Radislava Olshevskaya

Der "Welttag des Sehens" am 11. Oktober ist ein guter Anlass, um den Blick auf das eigene Sehvermögen zu richten. Falls etwas unklar ist, könnte neben Kurz- oder Weitsichtigkeit auch ein Grauer Star die Ursache sein.


Datum:
03.11.2018
Autor:
Sabine Köstler

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Nicht nur am "Welttag des Sehens" rückt das Sehvermögen in den Vordergrund. In Deutschland findet traditionell Anfang Oktober eine ganze "Woche des Sehens" (diesmal vom 8. bis 15. Oktober) statt. Mit vielen Aktionen lenkt unter anderem der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands seine Anliegen ins rechte Licht, unter anderem wird immer wieder auf die Bedeutung von Kontrolluntersuchungen für den Erhalt des Augenlichts hingewiesen.

Um das Sehvermögen der Deutschen ist es - wie in den Industrieländern weltweit - immer schlechter bestellt. Heute tragen zwei von drei Personen eine Sehhilfe, also eine Brille oder Kontaktlinsen. Dahinter stecken die verschiedensten Ursachen: Manchmal wurden Sehschwächen oder -fehler vererbt. Oft ist es die ganz normale Alterskurzsichtigkeit, denn die Augenlinse verliert mit zunehmenden Jahren an Elastizität. Auch die veränderte Lebenswelt (stundenlanges Fokussieren, Kunstlicht, Arbeit an Bildschirmen) ist nicht gerade förderlich und kann zu Problemen der Augen beitragen.

DER GRAUE STAR IST EINE ART VOLKSKRANKHEIT

Das Auge kann aber auch erkranken. Eine der häufigsten Diagnosen ist - neben der Makuladegeneration (Netzhautablösung) - der Katarakt, umgangssprachlich Grauer Star genannt. Betroffenen im fortgeschrittenen Stadium kann man ihn buchstäblich an den Augen ablesen: Die bei Gesunden schwarz erscheinende Pupille ist verschleiert und erscheint grau. Denn die glasklare Augenlinse ist getrübt und Lichtstrahlen können sie nicht mehr ungestört passieren.

Viele Menschen haben eine erblich bedingte Veranlagung zum Grauen Star, der häufig als "Altersstar" (ab circa 60 Jahren) auftritt. Er kann aber auch als Begleiterscheinung auftreten und sich bei Neurodermitikern oder Diabetikern entwickeln. Auch Verletzungen des Auges (etwa durch ungefiltertes UV-Licht) oder Medikamente wie Kortison können einen Grauen Star verursachen. Er ist der häufigste Grund für Sehbehinderungen und Erblindung weltweit. In Deutschland sollen rund zehn Millionen Menschen davon betroffen sein.

ALS BERUFSKRAFTFAHRER KEIN RISIKO EINGEHEN

Ein Grauer Star schleicht sich heran, zunächst bemerken die meisten Patienten kaum irgendwelche Anzeichen. Vielleicht blendet das Licht stärker als früher oder das Lesen strengt mehr an. Das ist weiter nicht bedrohlich und die erste Wahl ist meist eine Lesebrille oder Sonnenbrille aus der Drogerie. Doch besonders wer seine Brötchen im Straßenverkehr verdient, sollte erste Anzeichen eines Sehproblems frühzeitig vom Augenarzt abklären lassen. Eine Brille (und die sollte möglichst vom Optiker sein) kann Symptome zwar abmildern, aber nicht die Erkrankung stoppen. Und schon im Anfangsstadium kann ein Grauer Star die Teilnahme im Straßenverkehr behindern: Eine starke Blendempfindlichkeit kann besonders bei Dunkelheit und in der Dämmerung, wenn die Pupille weit ist, im Straßenverkehr tödlich werden.

TYPISCHE SYMPTOME FÜR EINEN GRAUEN STAR

Mit Fortschreiten der Erkrankung verliert das Auge die Fähigkeit, scharf und kontrastreich (Farben, Konturen) zu sehen. Die Linse trübt sich immer mehr ein, manchmal vom Rand aus, manchmal nur in der Mitte oder auch komplett. Das Sehen wird immer unschärfer: Zunächst sieht der Patient wie durch einen leichten Nebel, später wie durch einen Schleier, am Ende nur noch wie durch eine Milchglasscheibe. Kontraste, Farben und räumliches Sehen gehen verloren. Manchmal geschieht dies innerhalb weniger Monate, häufig dauert es Jahre. Folgende Symptome gelten als typisch für den Katarakt:

  • Man sieht Objekte immer unschärfer.
  • Bei Dunkelheit oder in der Dämmerung verschlechtert sich das Sehvermögen.
  • Die Blendempfindlichkeit steigt.
  • Die Kontraste (scharfe Konturen, abgegrenzte Farben) verschwimmen oder verschwinden.
  • Es entsteht im Dunkeln eine Art Lichtschein um Lichtquellen herum.
  • Es tauchen manchmal Doppelbilder auf.

DEN GRAUEN STAR NICHT MIT DEM GRÜNEN VERWECHSELN

Ein Grauer Star wird oft bei Routine-Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Der Arzt kann die Erkrankung mittels der Spaltlampe schon sehen, bevor der Patient selbst Sehstörungen bemerkt. Wer die Diagnose erhält, erschrickt vielleicht zunächst, denn es gibt ja nicht nur den Grauen, sondern auch den Grünen Star. Der gravierende Unterschied: Der Graue Star (Katarakt) ist grundsätzlich ungefährlich, doch beim grünen Star (medizinisch: "Glaukom") handelt es sich um eine schleichende Erkrankung des Sehnervs. Dessen Fasern sterben nach und nach ab und der Patient droht zu erblinden. Man kann zwar mithilfe von Laserbehandlungen oder Augen-OPs dagegensteuern - aber nur, wenn der grüne Star in einem frühen Stadium erkannt wird. Leider bemerken die meisten Patienten die Erkrankung erst, wenn sie schon weit fortgeschritten ist und irreversible Schäden entstanden sind. Augenärzte bieten deshalb eine Glaukom-Früherkennungs-Untersuchung an, bei der unter anderem der Augeninnendruck gemessen wird.

Handelt es sich jedoch um den Grauen Star, dann muss im Frühstadium noch nicht einmal eine Behandlung erfolgen. Rückgängig zu machen ist ohnehin nichts. Erst wenn der Betroffene zu stark eingeschränkt ist - je nach Schweregrad der Erkrankung und je nach Erfordernis, etwa im Beruf -, muss gehandelt werden. Entscheiden kann das der Patient selbst, als Kraftfahrer sollte man sicher nicht zu lange warten, um sich nicht selbst zu gefährden.

OPERATIVER AUSTAUSCH DER LINSE IST GÄNGIG

Eine trübe Linse wird heute einfach durch eine Kunstlinse ersetzt. In Deutschland finden pro Jahr rund 800.000 solcher (meist ambulanter) Eingriffe statt. Sie sind Routine, dauern nur zwanzig bis dreißig Minuten und werden durch die Krankenkassen bezahlt. Inzwischen gibt es neue Operationsmethoden mit Hochleistungslasern, die als sehr präzise und sicher gelten und die OP-Zeit auf fünf bis acht Minuten verkürzen. Man sollte aber mit der Krankenkasse sprechen, um die Kosten zu klären. Ein Krankenhausaufenthalt ist im Normalfall nicht erforderlich, eine engmaschige Kontrolle durch den Augenarzt reicht aus. Um auszuheilen, braucht das Auge nach der OP etwa vier Wochen. In diesem Zeitraum darf kein Fahrzeug geführt werden und erst dann kann auch wieder eine neue Brille verordnet werden.

DAS KÖNNEN SIE FÜR IHRE AUGEN TUN

  • Schutz vor Sonnenstrahlen: Tragen Sie ausschließlich Sonnenbrillen mit garantiertem UV-Schutz und guten Gläsern (mindestens CE-Kennzeichen). Brille auch im Winter/bei reflektierendem Schnee tragen!
  • Unfallschutz: Tragen Sie Schutzbrillen nach Vorschrift.
  • Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt wird gesunden Personen ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre empfohlen.
  • Sehhilfen: Lassen Sie regelmäßig den Grad Ihrer Sehschwäche kontrollieren.
  • Nahrungsmittelergänzung: Dass Pillen "zum Erhalt der Sehkraft" etwas nützen, ist laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) nicht erwiesen. Der Verband rät davon ab.
  • Augenentspannungsübungen: Sie finden unter diesem Begriff viele Übungen im Internet. Die kurzen Übungen eignen sich ideal für die Fahrpausen.
  • Ernährung: Generell ist eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Laut einer Londoner Studie soll Vitamin C das Risiko einer Linsentrübung um bis zu 30 % senken. Als Vitaminbomben empfiehlt der BVA Paprika, Karotten, rote Rüben, Brokkoli, Feldsalat und Zitrusfrüchte sowie grünes Gemüse wie Spinat, Erbsen oder Grünkohl. Rotes und orangefarbenes Gemüse (Mohrrüben!) enthält zudem Carotinoide, die Alterskrankheiten der Netzhaut vorbeugen.
  • Auf Nikotin verzichten (schlechtere Durchblutung des Sehnervs)!

Quelle: www.augeninfo.de

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