Nur ein kleiner Pikser

Kleiner Eingriff, große Wirkung: hier eine Grippeschutzimpfung.
© Foto: dapd/Jochen Luebke

Ein lückenloser Impfschutz ist immer noch die beste Versicherung gegen gefährliche Krankheiten. Ist Ihr Immunsystem auf dem neuesten Stand?


Datum:
31.07.2012
Autor:
Sabine Köstler

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Wann haben Sie zuletzt Ihren Impfschutz überprüft? LKW-Fah rer überschreiten Landes grenzen, sie setzen sich beim Laden einem erhöhten Verletzungsrisiko aus (Gefahr von Tetanus/Wundstarrkrampf). Bei Transporten wie Holzfuhren oder an begrünten Park plätzen lauern Zecken (Gehirn hautent zündung, Borreliose). Aber auch Krankheiten wie Masern können kompliziert verlaufen und schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

VIELE KRANKHEITEN FAST KOMPLETT AUSGEROTTET

"Impfungen schützen", plädiert Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Instituts, "sie gehören zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen auf dem Gebiet der Medizin". 1978 gelang es damit, die Pocken auszurotten, auch die Kinderlähmung oder Diphtherie sind in großen Teilen der Welt so gut wie verschwunden. In den USA und Finnland kennt man keine Masern mehr. Durch den Impfstoff wird das Immunsystem trainiert: Es bildet Antikörper und der Geimpfte wird resistent gegen die betreffende Krankheit. Man unterscheidet zwischen Tot- (inaktivierte) und Lebend-Impfstoffen. Die häufig verwendeten inaktivierten Impfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder nur noch Teile davon.

Die "Lebendimpfstoffe" können sich noch vermehren (die Krankheit aber nicht mehr auslösen). Sie trainieren das Immunsystem besonders gut, denn der Körper kämpft hart gegen sie an. Hier haken auch Impf-Gegner ein: Sie monieren, dass Schutzimpfungen schwere Nebenwirkungen haben könnten und propagieren, dass sie wirkungslos seien und die verbesserte Hygiene zum Rückgang der Krankheitsfälle geführt habe. In punkto Impfen existieren zwei Weltanschauungen, die Ärzteschaft jedoch hält sich größtenteils an die Devise: Der Nutzen für jeden Einzelnen ist um ein Vielfaches größer als der Schaden.

JE NACH ALTER BESTIMMTE SCHUTZIMPFUNGEN

Wogegen soll man sich impfen lassen? Maßgeblich sind die Richtlinien der 16-köpfigen "Ständigen Impfkommission" STIKO der Bundesrepublik. Sie beobachtet und beurteilt das Krankheitsgeschehen in der Bevölkerung und aktualisiert ihre Empfehlungen je nach Lage der Nation. In den vergangenen Jahren haben sich bei uns die Masern-Zahlen stark erhöht, zuletzt verdoppelt. Masern sind hoch ansteckend; mehr als ein Viertel der Fälle muss im Krankenhaus behandelt werden. Eine Impfung wird empfohlen. Über 60-Jährige sollten sich gegen Grippe impfen lassen; in der vergangenen Saison gab es deswegen über zwei Millionen Arztbesuche. Mehr Info dazu rechts im Kasten; ein Impfkalender zum Ausdrucken steht auf www.trucker.de (downloads).

STÄNDIGE IMPFKOMMISSION STIKO - Empfohlene Impfungen

Erwachsene, Standard: Diphtherie und Tetanus (alle 10 Jahre auffrischen), Keuchhusten (einmalig auffrischen)

Erwachsene ab 18: evtl. Kinderlähmung-Nachholung

Erwachsene, nach 1970 geboren: Masern-Nachholimpfung (wenn nicht sicher immun)

Über 60-Jährige: jährlich 1 x Grippe (Influenza), Pneumokokken

Reise-Impfungen: Hepatitis A (evtl. B), je nach Land Gelbfieber, Malaria-Prophylaxe, bei Reisen nach Afrika Kinderlähmung (wenn nicht aufgefrischt)

Quelle: www.impfen-info.de

TIPP DES MONATS

Wer sich zum Thema Impfen noch keine klare Meinung gebildet hat, findet Informationen dazu (z.B. zwanzig wichtige Fragen und Antworten) auf den speziellen Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.impfen-info.de. Informationen erteilt aber auch jeder Allgemeinarzt!

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