IAA-Neuheit von BPW: Wandelbarer Traditionalist

Nach Jahren der Rechteckachse wechselt BPW jetzt zu einem runden Querschnitt mit neuer Anbindung
© Foto: Gerhard Grünig

BPW vollzieht den Transfer vom handwerklich orientierten Komponentenlieferanten zum Anbieter durchgängiger Transportlösungen. Die Neuheiten zur IAA sind ein Mix aus den traditionellen Geschäftsbereichen sowie Innovationen zum Thema Logistik 4.0.


Datum:
04.09.2018
Autor:
Gerhard Gruenig

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Nach knapp 2,5 Millionen "Eco Disc2"-Scheibenbremsen präsentiert der Wiehler Anbieter zur IAA die neue "Eco Disc TS2". Sie ist leichter und soll auch robuster und wirtschaftlicher sein. Dem Problem ungleichmäßigen Belagverschleißes will BPW mit einer neuen Einstempeltechnologie im sogenannten Offset Tappet Design (OTD, versetztes Stempeldesign) begegnen. BPW hat außerdem die Bauteilzahl reduziert - unter anderem durch eine multifunktionelle Nachstelleinheit. Bernhard Rossenbach, Leiter Produktmanagement:"Zusätzlich realisieren wir beim Dreiachser eine Gewichtsersparnis von zwölf Kilo." Geblieben ist die gewohnte Servicefreundlichkeit, die einen Pad- oder Scheibenwechsel ohne Demontage des Bremssattels ermöglicht.

DIE KASTENACHSE GEHT, DIE ROHRACHSE KOMMT

Fast schon eine Revolution ist die neue Achsgeneration: Die seit Jahren propagierte Kastenachse weicht einer Rohrachse. Laut Hersteller "von Grund auf neu, digitalisiert und verschlankt". Dazu gibt es zeitgeistgemäß eine "digitale DNA", wie es in Wiehl heißt. BPW Eco Air heißt die neue Achsgeneration, die 2019 in Großserie geht. Sie eignet sich für On- und Offroad-Einsatz gleichermaßen. Wichtig für den Endkunden: Ein neues, patentiertes Laserverfahren ermöglicht es, eine geklemmte Luftfedereinbindung auf einem runden Achskörper zu realisieren, welches eine im Reparaturfall demontierbare Verzahnung ermöglicht. Das Fahrwerk ist um fünf Kilo leichter als die aktuelle Generation. Neben den Fertigungsdaten lassen sich über den QR-Code auch Ersatzteilstücklisten oder Wartungshandbücher abrufen.

Nachdem aller guten Dinge drei sind, präsentiert BPW zur IAA neben neuer Bremse und Achsfamilie auch eine elektrohydraulische, unabhängige, nicht zulassungspflichtige Zusatzlenkung auf Basis der Nachlauflenkung. Die ist nach Angaben des Herstellers einfach zu montieren, in einigen Fällen sogar nachrüstbar. Sie realisiert auch eine Lenkfunktionalität beim Rückwärtsfahren.

Das neue System besteht aus einer Steuer- und einer Hydraulikeinheit sowie einem Lenkzylinder mit eingebautem Lenkwinkelsensor (Bild unten). Der hydraulische Lenkzylinder ist an der Nachlauflenkachse angebracht.

Die Lenkung, die sich auch über eine Fernsteuerung manuell bedienen lässt, agiert vollautomatisch, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt. Die Steuereinheit erkennt automatisch die Richtung und den Winkel der Lenkung und schlägt die Räder am Trailer ein.

Bei Leuchten denkt man nicht sofort an BPW. Trotzdem gibt es Neues zu vermelden: "Ermax" heißt eine neue Trailer-Rückleuchte, deren Stabilität BPW-Chef Carlo Lazzarini eindrucksvoll demonstrierte, indem er sie mit Hammerschlägen traktierte, aber keinen Schaden erzeugen konnte. Polycarbonat heißt das Geheimnis der "Unkaputtbarkeit". Gegenüber Acryl oder ABS besitzt Polycarbonat eine 17-fach höhere Schlagfestigkeit. Das steckt mechanischen Dauerstress oder Parkrempler leichter weg.

BPW DIGITALISIERT JETZT AUCH DEN ZURRGURT

Eine digitale Lösung präsentiert BPW mit dem "iGurt". Der kontrolliert und dokumentiert die Spannung der Zurrgurte und überwacht diese während der Fahrt. Das Gerät in der Größe einer Zigarettenschachtel lässt sich leicht an jedem Zurrgurt befestigen, zeigt die jeweilig angelegte Vorspannkraft und sendet die Daten per Bluetooth aufs Smartphone des Fahrers. Lockert sich einer der Zurrgurte, schlägt die Smartphone-App des iGurt-Systems Alarm. Auch eine zu hohe Vorspannkraft, die zu Schäden führen könnte, wird angezeigt.

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