Beruhigt Pause bei Tank & Rast?

Konzernzentrale der Tank & Rast: Sonderprüfungen und Sofortmaßnahmen
© Foto: Sepp Spiegl/Picture Alliance

"Tank & Rast - das dunkle Autobahn-Imperium" titelte der "Stern" in seinen Nachrichten online Ende August, nachdem das "Team Wallraff" gravierende Missstände aufgedeckt haben will. Tank & Rast weist die "ungerechtfertigten Behauptungen" zurück. Es handle sich nur um Einzelfälle.


Datum:
14.10.2016
Autor:
Martin Orthuber

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Von abgelaufener Wurst, altem Pudding und neuen Etiketten auf alter Ware schreibt RTL online mit Verweis auf mehrmonatige verdeckte Recherchen zweier Reporterinnen an Raststätten von "Tank & Rast". Es sollen Wurstscheiben vom Frühstücksbuffet für Soljanka verwendet worden sein, Pudding im Regal gestanden haben bis er blubbert, Obstsalat mit Zuckerwasser übergossen worden sein, damit er frisch aussehe. Laut "Stern" wurde Kartoffelsalat vom Vortag mit neuem verrührt.

"KENNTNIS ÜBER MÄNGEL AN MEHREREN RASTSTÄTTEN"

Tank & Rast erklärt dazu auf Anfrage des TRUCKER: "Aufgrund von Recherchen an wenigen Standorten erweckt die RTL-Berichterstattung den Eindruck, Lebensmittel seien nicht vertrauenswürdig und es herrsche ein Mangel an Qualität und Hygiene in allen Raststätten. Das ist aber nicht der Fall." Wegen unrichtiger Tatsachenbehauptungen habe Tank & Rast bereits einstweilige Verfügungen gegen besagten RTL-Beitrag gerichtlich durchgesetzt. Andreas Rehm, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit bei Tank & Rast, räumte gegenüber dem TRUCKER jedoch ein: "Durch eigene Untersuchungen sowie durch externe Hinweise hat Tank & Rast bereits einige Zeit vor der Ausstrahlung (...) Kenntnis über Qualitätsmängel an mehreren Raststätten erlangt." Dabei handle es sich jedoch um Einzelfälle. In diesen habe man unmittelbar Sofortmaßnahmen ergriffen. Um welche Standorte es sich dabei handelt, wollte der Konzernsprecher nicht sagen.

Vermutungen darüber, dass die Pachtbelastung für die Raststätten möglicherweise zu hoch sei, weil der Konzern "zum Spielball von Heuschrecken" (Stern) geworden und trotz der komfortablen Wettbewerbslage enorm verschuldet sei, weist Rehm zurück:"Die durchschnittliche reine Pachtbelastung liegt deutlich unter 20 Prozent." Laut Manager Magazin soll Tank & Rast zuletzt 2015 für 3,5 Milliarden Euro verkauft worden sein, die Schulden hätten stattliche 2,2 Milliarden Euro betragen. "Spekulationen über Finanzzahlen kommentieren wir grundsätzlich nicht", hält der Sprecher entgegen, Tank & Rast verfüge über eine angemessene Finanzierungsstruktur. Wiederholt aber versichert Rehm: "Kunden können auch künftig beruhigt an unseren Raststätten Pause machen."

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