Beschäftigten im Güterverkehr droht jetzt Quarantäne

Unabhängig davon, ob sie Corona-Symptome haben, sollen Lkw-Fahrer, die länger in Risikogebieten gewesen sind, in Quarantäne
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In vielen Bundesländern gibt es nun eine Quarantänepflicht für Beschäftigte im Güterverkehr, die sich mehr als 72 Stunden in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben.


Datum:
10.11.2020
Autor:
André Gieße
Lesezeit: 
3 min

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Voraussichtlich bis Ende November gelten in Deutschland neue Corona-Regeln für die Rückreise aus Risikogebieten, die vielerorts erstmals auch Beschäftigte im grenzüberschreitenden Güterverkehr ausbremsen. Während diese häufig bisher keinen Einschränkungen unterlagen, müssen sie sich ab sofort in vielen Bundesländern in eine häusliche Quarantäne begeben, wenn sie für eine längere Zeit in einem Corona-Risikogebiet waren.

Zum Leidwesen der Beschäftigten und der Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig gibt es Unterschiede bei den Corona-Regeln der Länder. Was jeweils gilt, hängt davon ab, wo sich der Wohnsitz befindet.

Der Bund hatte als Grundlage den 16 Ländern eine Muster-Quarantäneverordnung als Arbeitshilfe vorgelegt. Diese musste bis zum 8. November 2020 umgesetzt werden, schreibt eine Absonderung von zehn statt bisher 14 Tagen vor und gilt für alle Personen, die sich innerhalb der letzten zehn Tage vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben – länderspezifische Abweichungen davon waren möglich.

Branchenverbände kritisieren Wirrwarr

Die Verkehrsverbände AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV sowie der BDB hatten im Vorfeld mehrfach vor einem Flickenteppich bei den Corona-Regeln für den grenzüberschreitenden Transport gewarnt und darauf hingewiesen, dass sie den EU-Corona-Leitlinien für den Güterverkehr widersprechen, an denen Deutschland im Rahmen der Ratspräsidentschaft aktuell mitarbeitet.

Damit würden den Speditions-, Transport- und Logistikunternehmen nun Arbeitskräfte in erheblichem Umfang entzogen und die Versorgungssicherheit der Wirtschaft und der Bevölkerung in Deutschland und Europa mit Waren und Gütern massiv gefährdet, schrieben sie in einer Stellungnahme.

In einem gemeinsamen Schreiben an den Kanzleramtschef Helge Braun, die Ministerpräsidenten der Länder, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sowie an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) baten sie außerdem um eine Vereinheitlichung der rechtlichen Situation.

Tipp: Die genauen Regeln, die in den jeweiligen Bundesländern gelten, finden Interessierte auf dem Online-Profiportal der VerkehrsRundschau (das Schwestermagazin des TRUCKER): https://www.verkehrsrundschau-plus.de

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