Daimler-Truck-Vorstand: Batterie auf langen Strecken im Nachteil

Daimlers Nutzfahrzeug-Vorstand Martin Daum äußert sich zum Thema Elektromobilität
© Foto: Daimler

2021 will Daimler mit seinen Elektro-Trucks in Serie gehen. Je weiter ein batteriebetriebener Lastwagen fahren soll, desto teurer wird es allerdings, sagt Vorstand Martin Daum. Denn ein wichtiger Faktor werde häufig übersehen.


Datum:
18.09.2018
Autor:
Stefanie Nonnenmann

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Stuttgart. Angesichts der immer noch hohen Kosten für die Batterie sieht Daimlers Nutzfahrzeug-Vorstand Martin Daum weiterhin Grenzen für den Einsatz von Elektro-Lastwagen. „Je länger die Strecke ist, desto teurer wird die Batterie auf absehbare Zeit sein als der Verbrennungsmotor”, sagte Daum. Gegen die Batterie sprächen nicht nur die Anschaffungskosten. „Es ist auch, was häufig übersehen wird, die Langlebigkeit”, sagte Daum. „Unsere Lkw werden bis zu einer Million Kilometer genutzt - oder in den USA bis zu einer Million Meilen. Es gibt heute noch keine Batterie, die das kann.”

Elektromobilität ist - neben dem autonomen Fahren - eines der zentralen Themen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge, die am Donnerstag in Hannover beginnt. Daimler hatte schon Anfang des Jahres seinen Mercedes-Benz eActros präsentiert, der vor allem für den innerstädtischen Lieferverkehr gedacht ist. Im Juni kamen elektrische Lastwagen der US-Marke Freightliner dazu. Beide werden aber zunächst noch von ausgewählten Kunden auf ihre Alltagstauglichkeit getestet, bevor sie 2021 in Serie gehen sollen. „Wir arbeiten intensiv daran, die Kosten signifikant zu reduzieren”, sagte Daum. An der Langlebigkeit der Batterie müsse genauso gearbeitet werden wie an deren Kosten.

Noch mehr Kostenfragen

Eine Frage der Kosten ist laut Daum auch die angestrebte Produktion von Mercedes-Benz-Lastwagen in China. Daimler baut dort zusammen mit dem heimischen Hersteller Foton Lkw der Marke Auman - auf lange Sicht sollen dort aber auch Mercedes-Trucks die Werke verlassen. „Es war von Anfang an Ziel des Joint Ventures, vermehrt Daimler-Technologie nach China zu bringen”, sagte Daum. Mercedes nenne man ein Fahrzeug aber erst, wenn es die Technologieansprüche erfülle. „Und da sind wir auf gutem Wege.”

Es gehe darum, auch mit Mercedes den Kern des chinesischen Marktes zu erreichen, nicht nur, wie bisher, das oberste Segment. „Dafür brauchen wir ein chinesisches Preisniveau. Und dafür müssen diese Fahrzeuge in China gefertigt werden”, sagte Daum.

Daimler präsentiert sich auf der IAA mit dem neuen Actros-Modell, das laut Konzern über das weltweit erste teilautomatisierte Assistenzsystem in einem Serien-Lkw verfügt. „Das sind Systeme, die hochkomplexe elektronische Aufgaben wahrnehmen und damit den Fahrer unterstützen - und damit das Fahren signifikant sicherer machen”, sagte Daum. Wann ein Lastwagen tatsächlich ganz allein fahren könne, sei heute noch nicht absehbar. Wenn man sich an die Markteinführung wage, dann müsse die auch sitzen. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Systeme unter jeder Bedingung funktionieren.” (dpa/sno)

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