ELVIS entwickelt Maßnahmen gegen den Fahrermangel

ELVIS erwarbeitet einen Maßnahmenkatalog gegen den Fahrermangel
© Foto: ELVIS

Ein Katalog des Ladungsverbundes soll die Betriebe befähigen, Fahrer enger ans Unternehmen zu binden. Das Projekt wird von der Universität Stuttgart wissenschaftlich begleitet.


Datum:
19.06.2018
Autor:
Stefanie Nonnenmann

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Alzenau. Der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure ELVIS will aktiv gegen den Fahrermangel vorgehen. Dazu erarbeitet der Verbund einen eigenen Maßnahmenkatalog, der Betriebe befähigen soll, künftig schneller und verlässlicher neue Fahrer zu finden und enger ans Unternehmen zu binden. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Logistik- und Beschaffungsmanagement der Universität Stuttgart. In einem ersten Schritt wurden die Personalleiter und Geschäftsführer der ELVIS-Mitglieder befragt, welche Maßnahmen sie zur Gewinnung neuer Fahrer nutzen und wie erfolgreich sie damit sind. In der nun anstehenden Befragung kommen die Lkw-Fahrer selbst zu Wort.

„Qualifiziertes Fahrpersonal ist inzwischen ein rares Gut. Diese Situation wird sich in absehbarer Zeit nicht entspannen. Daher ist es umso wichtiger, die Weichen für die Zukunft zu stellen und Vorkehrungen zu treffen“, sagt Christine Platt, Prokuristin bei ELVIS. Die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber und seine Fähigkeit, gutes Personal zu gewinnen und zu binden, seien künftig entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg.

44 Tage, um eine offene Fahrerstelle zu besetzen

Eine Befragung der Personalleiter und Geschäftsführer von 121 Betrieben im ELVIS-Verbund ergeben, dass es im Durchschnitt 44 Tage dauert eine offene Fahrerstelle zu besetzen. 14 Prozent der Fahrer sind älter als 50 Jahre. „An diesem Punkt setzen wir als Verbund an“, erklärt Platt. „Wir haben die personellen Kapazitäten, uns umfassend mit der Situation auseinanderzusetzen.“ Dies geschehe unter Einbeziehung der Mitglieder, mit denen die verschiedenen Themenschwerpunkte regelmäßig besprochen und diskutiert würden. „Dieser Austausch ist von zentraler Bedeutung, da wir auf diese Weise die unterschiedlichen Erfahrungen der Unternehmen miteinander vergleichen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen können“, machte Platt deutlich.

Förderung der Fahrerzufriedenheit

Der Maßnahmenkatalog, der auf diese Weise entsteht, soll den ELVIS-Mitgliedern als Leitfaden dienen. Im Detail sollen darin sowohl die Ziele und Wirkweisen einzelner Maßnahmen als auch deren Umsetzung erläutert werden. Im Zuge einer Befragung soll vor allem geklärt werden, welche Faktoren sich wie und in welchem Ausmaß auf die Zufriedenheit der Lkw-Fahrer mit ihrem Arbeitsplatz und -geber auswirken. „Nur wenn wir wissen, warum sich ein Fahrer für ein Unternehmen entscheidet oder umgekehrt einen Arbeitgeberwechsel anstrebt, können wir praxistaugliche Instrumente entwickeln, die es uns erlauben, auf diese Entscheidungen Einfluss zu nehmen“, erläutert Platt.

Nach der Auswertung der Befragung der Geschäftsführer und Personalleiter lässt sich laut ELVIS diesbezüglich bereits festhalten, dass sich folgende Aspekte nachweislich positiv auswirken: eine gute Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten, geldwerte Vorteile, die Vermittlung von Wohnraum, das Einbeziehen der Fahrer bei der Lkw-Ausstattung, das Angebot gesundheitsfördernder Maßnahmen, persönliche Wertschätzung sowie der Einsatz eines Fahrerbetreuers. (sno)

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