LKW-Mängelreport vorgestellt

Der TÜV Report Nutzfahrzeuge erscheint als Beilage des Fachmagazins VerkehrsRundschau.
© Foto: VerkehrsRundschau

Alarmierendes Ergebnis: Nach fünf Jahren kommt nur noch die Hälfte der Nutzfahrzeuge ohne Beanstandungen durch die Hauptuntersuchung.


Datum:
21.09.2012
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Bereits nach fünf Jahren fiel jedes fünfte Nutzfahrzeug in Deutschland bei der Hauptuntersuchung mit erheblichen sicherheitsrelevanten Mängeln auf. Dadurch konnte die TÜV-Plakette im ersten Anlauf nicht erteilt werden. Knapp die Hälfte der geprüften Fahrzeuge kam ohne Beanstandung durch den TÜV. So lauten wichtige Ergebnisse des TÜV Report Nutzfahrzeuge 2012, den der Verband der TÜV (VdTÜV) herausgibt. Der Report, der am Dienstag auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover erstmals vorgestellt wurde, erscheint als Beilage des Fachmagazins VerkehrsRundschau am 21. September (Ausgabe VR 38).

Der VdTÜV ist der politische und fachliche Verband der TÜV-Mitglieder TÜV SÜD, TÜV Rheinland, TÜV Hessen, TÜV Nord, TÜV Saarland sowie TÜV Thüringen. Sie haben für den vorliegenden TÜV Report Nutzfahrzeuge ihre Hauptuntersuchungsergebnisse eingebracht, zusammengefasst und ausgewertet. Darstellung und Analyse erfolgte durch das Test-und Technik-Ressort der VerkehrsRundschau. 1,26 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) haben die Experten der TÜV-Unternehmen insgesamt ausgewertet.

Bei älteren Fahrzeugen steigen Mängel drastisch

Auffällig ist, dass mit zunehmendem Fahrzeugalter die Quote der Nutzfahrzeuge mit erheblichen Mängeln stark ansteigt. Im Durchschnitt lag sie bei den einjährigen Fahrzeugen bei 6,3 Prozent. Nach drei Jahren betrug sie 13,1 Prozent und nach fünf Jahren 20 Prozent. Geringe Mängel wurden lediglich an 18,1 Prozent der einjährigen Fahrzeuge festgestellt, mängelfrei waren 75,6 Prozent. Nach fünf Jahren sieht das Bild anders aus: Geringe Mängel weisen 31,1 Prozent auf sowie ohne Mängel der geprüften Fahrzeuge bestehen nur noch 49 Prozent die HU.

Die häufigsten Mängel fanden die TÜV-Experten an der Beleuchtungsanlage in über 20 Prozent der Fälle bei den vier- und fünfjährigen Fahrzeugen. Probleme am Motor und Antrieb (5,6 Prozent)gingen als zweitgrößte Mängelkategorie in die Statistik ein. Auch die Lenkung und Vorderachse erweisen sich als Schwachstellen vor allem bei den LKW mit 7,5-Tonnen. Diese Mängelquoten bei den Nutzfahrzeugen liegen höher als bei der HU-Statistik der PKW.

Mittlere und schwere LKW in gutem Zustand

LKW über 7,5 und bis 18 Tonnen Gesamtgewicht schneiden überdurchschnittlich gut ab. Sie weisen bei den Einjährigen mit 5,5 Prozent und auch bei den Fünfjährigen mit 16,9 Prozent die niedrigste Quote bei den erheblichen Mängeln auf. LKW über 18 Tonnen schneiden ebenfalls gut ab. Nach einem Jahr weisen sie durchschnittlich gesehen die geringsten erheblichen Mängel bei der HU mit 5,1 Prozent auf. Auch nach fünf Jahren schneiden sie noch überdurchschnittlich gut ab mit 18,4 Prozent an erheblichen Mängeln.

Mit steigendem Alter bleibt die Mängelquote immer unterdurchschnittlich. Im Vergleich zu anderen Gewichtsklassen fällt jedoch die Beanspruchung des Motors und Antriebs bei den schweren LKW besonders auf: Die Mängelquote steigt nach drei Jahren überdurchschnittlich stark, durch die hohe Beanspruchung von jährlich rund 90.000 Kilometer Laufleistung, an.

Kleintransporter auffällig oft in schlechtem Zustand

Besonders sticht bei den Kleintransportern bis 3,5 Tonnen der schlechte Zustand hervor. „Die Quoten erheblicher Mängel liegen bei den Kleintransportern nach zehn Jahren teilweise um die 40 Prozent“, erläutert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV. „Weil sie mit hohen Geschwindigkeiten eingesetzt werden, bedeuten dabei die hohen Mängelquoten an den Bremsen ein großes Risiko für die Verkehrssicherheit.“

Geprüft werden im Rahmen der HU Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen (Sprinter) erstmals nach 24 Monaten und danach im zweijährigen Rhythmus. Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen erstmalig nach 12 Monaten zur HU und danach jährlich. Zusätzlich zur HU schreibt der Gesetzgeber allen Fahrzeugen ab 7,5 Tonnen eine zusätzliche Sicherheitsprüfung vor, die je nach Gewichtsklasse ab 30 bzw. 42 Monaten nach Erstzulassung zu erfolgen hat.

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