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Nach zehn Jahren Bauzeit: Hafentunnel in Bremerhaven wird eröffnet

Der neue Hafentunnel an der Cherbourger Straße. Nach zehn Jahren Bauzeit und 272 Millionen Euro Kosten soll der Hafentunnel offiziell eröffnet werden.
Nach zehn Jahren Bauzeit und 272 Millionen Euro Kosten wird der 1,8 Kilometer lange Hafentunnel offiziell eröffnet 
© Foto: Sina Schuldt/picture alliance/dpa

Was lange währt, wird endlich gut? Nach mehreren Klagen, in die Höhe schnellenden Kosten und zehn Jahren Bauzeit feiert Bremerhaven den Abschluss eines großen Bauprojekts. Kurz vor der offiziellen Eröffnung blockieren Bauern die Hafenzufahrten.


Datum:
02.02.2024
Autor:
Deborah Baran/ Stefanie Schuhmacher/ dpa
Lesezeit:
4 min
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Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit wird der Hafentunnel in Bremerhaven am ersten Februarwochenende offiziell eröffnet. Das 1,8 Kilometer lange Bauwerk verbindet den Überseehafen mit der Autobahn 27. Schon jetzt fahren wegen des Tunnels viel weniger Lastwagen durch den Ort und die Emissionen im Stadtgebiet gehen zurück, wie die Stadt mitteilte.

Doch das Projekt stand jahrelang in heftiger Kritik. 1999 gab es den ersten politischen Beschluss zum Thema, im November 2013 begannen die Bauarbeiten - und erst nach weiteren zehn Jahren fahren jetzt die ersten Fahrzeuge durch den Tunnel. Für die Verzögerung nennt die Stadt eine ganze Reihe von Gründen: Zunächst hätten mehrere Klagen den Bau aufgeschoben. Einige Eigentümer von Grundstücken, über die der Hafentunnel zum Teil verläuft, gingen dagegen vor. Das Bremer Verwaltungsgericht stoppte im Eilverfahren das Projekt, wies die Klagen am Ende aber ab.

Auch die Sicherung und die Umverlegung der Leitungen habe länger gedauert als gedacht, heißt es weiter. Außerdem sollten die Anwohner fast jederzeit Zufahrt zu ihren Grundstücken haben und die Arbeiten wegen des Lärms nur zu üblichen Arbeitszeiten unter der Woche stattfinden. Auch bei den Baugruben gab es Probleme: Gleich mehrfach lag es an der Abdichtung, die Bauzeit verzögerte sich allein deswegen um mehr als eineinhalb Jahre.

Schließlich regnete es laut Stadt in den vergangenen Jahren außergewöhnlich viel und die Tiefbauarbeiten mussten wegen der hohen Wasserstände im Boden warten. Die Pandemie, neue Bauvorschriften und die Insolvenz eines Planungsbüros hätten die Bauarbeiten weiter verzögert. 

Mit der Zeit stiegen nach Angaben der Stadt auch die Baukosten - von anfangs 190 Millionen Euro auf rund 272 Millionen Euro. Der Landesrechnungshof hatte das Bauvorhaben mehrfach als unwirtschaftlich kritisiert. Den größten Teil der Kosten trug mit 120 Millionen Euro der Bund, 15 Millionen Euro übernahm die Hafenwirtschaft. Die restliche Summe teilten sich das Land und die Stadt Bremerhaven.

Aus Sicht der Stadt hat sich das Projekt dennoch gelohnt: Schon jetzt nutzen demnach 95 Prozent der Lastwagenfahrer, die auf dem Weg vom Hafen zur Autobahn sind, den Tunnel. Die Entlastung des Innenstadtverkehrs und der Lärmbelästigung sei "deutlich spürbar", teilte ein Sprecher der Stadt mit. Die Lautstärke für Anwohner sollte nur noch halb so laut sein.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Hafentunnels haben  protestierende Bauern am Freitagmorgen, den 02. Februar, Verkehrsbehinderungen an Hafenzufahrten in Bremerhaven verursacht. Bei der angemeldeten Versammlung seien Landwirte mit insgesamt rund70 Traktoren an drei Orten aufgefahren, teilte die Polizei mit. Betroffen seien mehrere Zufahrten ins Hafengebiet, die Zufahrten ins Überseehafengebiet seien teils mit Traktoren oder anderen Fahrzeugen blockiert worden. Die Blockaden würden aber regelmäßig geöffnet, daher fielen die Verkehrsbehinderungen den Angaben zufolge zunächst noch gering aus. Die Proteste sollten voraussichtlich etwa bis zum Mittag dauern.

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