Truck-Race Navarra 2013

Spannende Rennen waren in Navarra geboten
© Foto: Richard Kienberger

Spätestens in Navarra, in der zweiten Runde der FIA European Truck Racing Championship 2013, dürft Jochen Hahn zur Erkenntnis gelangt sein, dass das Projekt Titelverteidigung schwerer sein könnte als vermutet.


Datum:
05.06.2013
Autor:
Richard Kienberger

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Dass ein dreifacher Titelgewinn kein Spaziergang ist, war dem Doppel-Europameister natürlich bereits vor Saisonbeginn klar. Der dritte Titel wäre für ihn ein Traum – und manchmal kann man ja Träume durch harte Arbeit wahr werden lassen.

Was Hahn in der aktuellen Saison das Leben schwer macht, sind zwei Faktoren: In den Rennen 1 und 3, die nach dem Ergebnis des Zeittrainings gestartet werden, hat es der Deutsche mit erstarkten Gegnern vor allem aus dem eigenen Lager zu tun. Das wiederum macht es zweitens schwer, auch in den Rennen 2 und 4, die mit gedrehtem Starterfeld durchgeführt werden, weit nach vorne zu kommen.

Aktuell ist es Norbert Kiss, der die Konkurrenz in Erstaunen versetzt. Dass der junge Ungar stark ist, wusste man seit seinem Debüt in der Race Class. Im Moment ist sich Kiss nur noch selber im Weg: Er brennt vor Ehrgeiz und hat sich mit seinen Brachialaktionen in den beiden bisher ausgetragenen Runden der EM 2013 nicht viele Freunde gemacht. Vor allem Antonio Albacete dürfte kaum mehr ein Fan von Kiss werden – in den beiden ersten Runden sind sich die beiden MAN-Fahrer schon etliche Male in die Quere gekommen. Seltsam, aber in der Motorsportdisziplin Truck Race scheinen die Akteure durchweg einige Lehrjahre zu benötigen, ehe sie zum  „Champion“ gereift sind. Bei Albacete war das so; auch bei Hahn, der in frühen Jahren als Crash-Pilot galt und inzwischen mit Übersicht und Köpfchen agiert.

In Navarra jedenfalls kam der Fahrer mit der Startnummer 1 zwar zwei Mal aufs Podest (und verteidigte damit seine Führung im Gesamtklassement), aber ganz oben standen immer andere. Zum Beispiel Markus Oestreich, der im vergangenen Jahr im MKR-Team kein Rennen gewinnen konnte. Beim zweiten Einsatz im MAN von Truck Sport Bernau lief es wie am Schnürchen. Oese hatte zwar nicht die schnellste Trainingsrunde abgeliefert, aber im Rennen erwies er sich als unschlagbar. Ihm folgte am Sonntag Antonio Albacete, der in der aktuellen Saison bis dato wenig Fortune gehabt hatte. Er war am Samstag im Rennen 1 von Kiss eliminiert worden (der dafür 30 Sekunden Strafzeit aufgebrummt kam) und unterstrich mit dem Sieg seine Ambitionen, Hahn den Titel zu entreißen. Ob der Spanier allerdings wie in den beiden vergangenen Jahren der hartnäckigste Konkurrent von Hahn wird, muss sich erst noch herausstellen.

Die beiden Rennen mit reverse grid gingen diesmal an das MKR-Team – den Renault Fahrern Lacko (am Samstag) und Bösiger (am Sonntag) war der Erfolg zu gönnen. „Wir haben einen kleinen Schritt nach vorne gemacht,“ meinte Teamchef Mario Kress nach dem ereignisreichen Wochenende. Da wo die MAN-Trucks sind, ist MKR noch lange nicht, aber immerhin ist die Lücke soweit geschlossen, dass die Renaults im Verfolgerpulk des tonangebenden MAN-Quartetts ganz vorne mitmischen können.

Bemerkenswert: Wie auf Samtpfoten schlich sich Steffi Halm an diesem Wochenende in die Top Ten. Die Deutsche in Diensten des französichen Lion-Teams kam in allen vier Wertungsläufen in die Punkteränge. Eine starke Leistung, Chapeau Madame Steffi!


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