Die Initiative wird von einer breiten Allianz der Verbände bbs, BDI, BGA, BGL, BWVL, AMÖ, DSLV, HDE, Die Papierindustrie, VCI und WVMetalle getragen. Man wolle „einen gemeinsamen Weckruf zur Bekämpfung des Fahrermangels im Straßengüterverkehr“, starten, betonten die beteiligten Verbände in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, „dem Fahrermangel endlich wirksam zu begegnen, um die Logistikketten und die Versorgungssicherheit zu erhalten“. Ziel soll „die Erarbeitung einer koordinierten, ressortübergreifenden Strategie zur Sicherung des Fahrerarbeitsmarktes sowie deren anschließende konsequente Umsetzung“ sein.
Interministerielle Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verbände
Vorgeschlagen wird die Einsetzung einer interministeriellen Arbeitsgruppe. In einem gemeinsamen Papier weist die Verbändeinitiative darauf hin, dass sich dem Fahrermangel nur mit verschiedenen aufeinander aufbauenden, erst nach und nach wirkenden Maßnahmen begegnen lasse. Dafür bedürfe es eines politisch abgestimmten Herangehens. Die Bundesregierung soll daher eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verbände einsetzen, die unter Einbeziehung der betroffenen Ressorts Bundesverkehrsministerium (BMV), Bundesarbeitsministerium (BMAS), Bundesinnenministerium (BMI) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine koordinierte Strategie zur Sicherung des Fahrerarbeitsmarktes entwickeln und auch umsetzen soll.
Von zentraler Bedeutung sind aus Sicht der Verbände folgende Handlungsfelder
- Attraktivität des Fahrerberufs erhöhen und Arbeitsbedingungen verbessern: Der Fahrerberuf sei häufig nicht mehr attraktiv. So erschweren die mangelhafte Infrastruktur etwa in Bezug auf fehlende Lkw-Stellplätze und die Aufenthaltsqualität an Parkplätzen den Berufsalltag. Das für die Logistikunternehmen schwer in ihre Planungen einzubeziehende Baustellenmanagement an den Fernstraßen führe zu unnötigen Staus und damit zu wenig verlässlichen Arbeitszeiten. „Hier ist konsequentes Umsteuern notwendig“, betonen die Verbände.
- Ausbildungs- und Qualifizierungsanforderungen modernisieren: Die Fahrerausbildung sei vielfach nicht mehr zeitgemäß, geht teilweise am späteren beruflichen Alltag vorbei und sei zu teuer. Es brauche daher eine Reform der Berufskraftfahrerqualifizierung. Die Ausbildung müsse „zielgerichteter und praxisnäher werden und dabei auch die Chancen der Digitalisierung besser nutzen“. Die rechtlichen Anforderungen an die Berufskraftfahrer-Qualifizierung sollten sich stärker am jeweiligen konkreten Aufgabenprofil orientieren.
- Bürokratieabbau entschlossen angehen und Zuwanderung aus Drittstaaten in den Fahrerarbeitsmarkt erleichtern: Der Straßengüterverkehr leide an einem hohen Grad an Regulierung und Bürokratie, kritisieren die Verbände. Hier müssten pragmatischere Regeln gefunden werden, insbesondere in Bezug auf die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen und Nicht-EU-Fahrerlaubnissen. Angesichts der großen Herausforderungen müsse künftig die Arbeitskräftezuwanderung in den Fahrermarkt deutlich vereinfacht werden.
Breite Allianz von Verbänden
An der Die Verbändeinitiative „Weckruf zur Bekämpfung des Fahrermangels im Straßengüterverkehr“ sind folgende Verbände beteiligt:
- Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs)
- Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
- Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA)
- Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL)
- Bundesverband für Eigenlogistik & Verlader (BWVL)
- Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ)
- Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV)
- Handelsverband Deutschland (HDE)
- Die Papierindustrie
- Verband der Chemischen Industrie (VCI)
- WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle)