24-heures-camions in Le Mans

Ein Augenschmauß: Trucks beim Festival in Le Mans.
© Foto: Richard Kienberger

Für viele französische Trucker-Kollegen sind die 24-heures-camions in Le Mans das Highlight des Jahres. Bei gruseligem Wetter ließen sich die Franzosen den Spaß an reich verzierten LKW nicht vermiesen.


Datum:
22.11.2012
Autor:
Richard Kienberger

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Eric Orel ist mit seinem schmucken Scania-Hauber auf der berühmten Rennstrecke vertreten, auf der jedes Jahr im Oktober das große Truckertreffen stattfindet.

Ob es ein Truckerfest mit LKW-Rennen im Nebenprogramm ist oder ein Truck Race mit angegliedertem XXL-Showprogramm, das bleibt dabei offen.

Eindeutiger kann man allerdings die Frage beantworten, ob der Ort rund 200 Kilometer südlich von Paris im Oktober ein geeignetes Plätzchen für so eine Veranstaltung ist - definitiv nicht. Denn Oktober in Le Mans bedeutet allzu oft Nebel, Regen, Wind und Kälte. Die Truckracer gastierten eine Woche vor ihrem Finalrennen auf dem traditionsreichen 24-Stunden-Circuit in Spanien - da reichte abends bei sommerlichen Temperaturen ein T-Shirt. In Le Mans dagegen war in diesem Jahr wieder einmal das harte Kontrastprogramm angesagt - drei Tage lang übelstes Gummistiefelwetter. Die feschen Mädels auf den heraus geputzten Showtrucks mussten erbärmlich frieren, und der nasse Lack war auch nur für diejenigen Zuschauer schön anzusehen, die genügend Pastis oder Bier intus hatten, um die unzähligen Regentropfen mit glitzernden Diamanten zu verwechseln.

LEISTUNGSSCHAU DER STOLZEN TRANSPORTEURE

Wenigstens legte das Schmuddelwetter während der traditionellen Parade am Samstagabend eine kurze Pause ein. Die stolzen Besitzer der Edellaster konnten ihre Pirouetten vor den wie gewohnt rappelvollen Haupttribünen drehen, ohne dass der Regen durch die geöffneten Fenster und Dachluken prasselte. Auch wenn man diese Parade schon etliche Male erlebt hat - es ist immer wieder faszinierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft die französischen Trucker und ihre Fans da zugange sind. Es geht ja nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Sondern zu zeigen, dass man mit Stolz auf die Leistung der Fahrer und Transportunternehmer blicken kann und dass diese mit ihren Top-Fahrzeugen durchaus keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Welcher "normale" Verkehrsteilnehmer weiß schon, dass so ein aufpolierter Showtruck meistens viel mehr wert ist als ein Ferrari "von der Stange"?

Ein Mix aus Truck Race und Showtrucks - da bleibt es natürlich nicht aus, dass man die Veranstaltung in Le Mans mit dem Deutschen Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring vergleicht. In der Regenwertung geht der Vergleich in diesem Jahr unentschieden aus, aber was die Qualität der Showtrucks angeht, spielen die Organisatoren in Le Mans inzwischen doch in einer anderen Liga. Viele Anhänger schöner Lastwagen bedauern, dass ihre Klientel am Ring in den letzten Jahren stark vernachlässigt wurde. Einst war die Müllenbachschleife auch in dieser Hinsicht das Maß der Dinge. Das hat sich längst geändert. Wer auf die Kombination aus Rennen und hochklassigen Trucks steht, ist inzwischen bei den Events in Misano, Zolder und Le Mans weit besser aufgehoben.

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