Michael Burke: Auf Umwegen zum Lkw

Eines der Prunkstücke in der Sammlung von Michael Burke ist ein 8000er Büssing
© Foto: Hermann Hüntemann

Michael Burke aus Cloppenburg beschäftigt sich seit seinem 13. Lebensjahr mit motorisierten Untersätzen - zu Anfang mit Zweirädern. Lastwagen spielten erst später eine immer größere Rolle.


Datum:
28.02.2018
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Während der frühen Phase seiner Sammlerkarriere spielten für Michael Burke erst mal Zweiräder eine wichtige Rolle. In der Garage standen Mopeds à la Quickly, Express, Vicky III oder Hercules und DKW. Kaum 16 Jahre alt, kam bei dem jungen Sammler die heute legendäre Kreidler RS dazu. Die Liebe zu den Kleinkrafträdern der 70er-Jahre hält bis heute an: Zum aktuellen Fuhrpark gehört weiterhin eine Kreidler RS, aber auch Zündapp KS50 watercooled TT, Hercules K50 SE sowie ein Hercules Sportbike. Zwei Jahre später, quasi mit dem 18. Geburtstag, erwachte bei Michael das Interesse an den Kleinwagen der 50er-Jahre und es wurde eine BMW Isetta angeschafft. Von der Isetta über Kleinschnittger und Lloyd "Leukoplastbomber" bis hin zum Gutbrod Superior und zu manchen weiteren Raritäten erweckte Michael Burke so manchen Klein(st)wagen wieder zum Leben.

Im Lauf der folgenden Jahre erweiterte Michael seine Sammlung um die mittlerweile sehr seltenen Kleinlieferwagen der Wirtschaftswunderzeit. Insbesondere haben es ihm die DKW Schnelllaster F800 3=6 mit 32 PS angetan. In seiner Halle stehen gleich zwei sehr seltene Kastenwagen nebeneinander: Ein grüner - die Farbe nennt sich laut DKW-Ersatzteilliste "Fischschwanzsilbermetallic" - spielte erst kürzlich im deutschen Spielfilm "Die Krupp Dynastie" mit. Kleinlastwagen der Wirtschaftswunderzeit stehen hoch im Kurs. Und bei Michael kann man gleich zwei Exemplare des Gutbrod Heck 504 von 1948 mit Vierzylinder Hirth Zweitaktmotor mit 16 PS bewundern.

DIE LIEFERWAGEN-SAMMLUNG ZEIGT ALLE WICHTIGEN AUTOS

Ein kleines Stück weiter steht der meistverkaufte Kleinlieferwagen der Nachkriegsjahre: ein Tempo Matador 50, Baujahr 1950, mit dem original 24,5 PS-VW-Käfer-Motor. Der Gutbrod Atlas 800 mit Pritsche und Planengestell, ebenfalls aus dem Baujahr 1950, besticht durch seinen originalen Zustand und ist sicherlich etwas ganz Besonderes. So wie sein Bruder Atlas 1000, Baujahr 1952, welcher in der Halle gleich daneben steht. Der Tempo Wiking Verkaufswagen ist ebenfalls ein Zeitzeuge der Nachkriegszeit und auch der Lloyd LT 500 mit Baujahr 1954, die erste Großraumlimousine überhaupt mit sechs Sitzen und 13 PS.

Der Goliat GV800 von Michael aus dem Baujahr 1952 hat einen Zweizylinder-Zeittakt-Unterflurmotor mit 16 PS. Bei den ersten Modellen gab es eine unangenehme Kinderkrankheit: Bei übermäßiger Belastung fiel schon mal die Kardanwelle nach vorne heraus und sorgte somit für eine längere Zwangspause.

Im Lauf der Jahre, so ab Mitte der Achtziger, wurden die Fahrzeuge in Michaels Sammlung immer größer. Er arbeitete jetzt mit Büssing 8000 A, Kaelble Zugmaschine und anderen Fabrikaten. Sein Faible für die Schwerlastwagen im Fernverkehr der 50er-, 60er- und 70er-Jahre entstand. Seit einigen Jahren bewegt Michael einen Büssing BS16 mit Dreiachsanhänger und 320 PS. Ende des vorletzten Jahres kam ein echtes Schmuckstück hinzu: ein perfekt restaurierter 8000er Büssing mit einem ebenso schön hergerichteten Anhänger und einer Gesamtzuglänge von 22 Metern.

DER BÜSSING ZEIGT SICH IM ZUSTAND "EINS"

Bei der Restaurierung vor einigen Jahren wurden alle Register gezogen. Jede Schraube, innen wie außen, wurde vom Vorbesitzer erneuert. Jedes Blech wurde in den Neuzustand versetzt und die Inneneinrichtung gleicht einem Luxuswagen der damaligen Zeit.

Ich glaube, dass wohl jeder, der sich mal in den 8000er setzt, ihn auch einmal fahren möchte - ein absolutes Traumfahrzeug!

Übrigens wurde Michael Burke das Faible für die Oldies quasi in die Wiege gelegt. Seine Ausbildung hat der Vater von zwei Kindern als Karosserie- und Fahrzeugbauer absolviert. Anschließend folgte ein Studium im Kraftfahrzeug- und Karosseriebau. Kein Wunder also, dass die Leidenschaft für die alten Fahrzeuge in dem Fall besonders ausgeprägt ist. Hermann Hüntemann

Hermann Hüntemann

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