Spayka: Mit Neufahrzeugen im Vorteil


Datum:
31.10.2019
Autor:
Rainer Rosenfeld
Lesezeit: 
8 min

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Dabei bringt das Neufahrzeug-System erkennbar Wettbewerbsvorteile im Vergleich zum Betrieb überalterter Laster. Die sechs und acht Jahre alten Fahrzeuge von Gevorg und Organes sind in Top-Zustand, es gibt kaum technische Probleme. Deswegen sind die beiden Armenier auch ohne Werkzeug unterwegs. Und sollte trotzdem mal eines der Fahrzeuge ausfallen, erledigen Mechaniker die Reparatur vor Ort. Fahrer vieler anderer Unternehmen in der Kaukasusregion müssen noch selbst zum Schraubenschlüssel greifen, wenn die rollenden Ruinen mal wieder streiken.

Der Iraner Amri ist selbstständig und hat seinen in Deutschland gekauften DAF XF in Georgien zugelassen
© Foto: Reiner Rosenfeld

Dass der georgische Transportmarkt auch für Fahrer attraktiv ist, die sich mit einem eigenen Lkw selbstständig machen wollen, belegen Yilmaz und Amri – der eine Türke, der andere Iraner. Statt in ihren Heimatländern haben beide ihr Zugfahrzeug samt Anhänger in Georgien zugelassen. Das scheint schnell und ohne bürokratische Hürden möglich zu sein und passt zu Berichten in den Medien, nach denen es nur zwei Tage dauern soll, in Georgien eine ganze Firma registrieren zu lassen.

Modern, aber eher anonym: eine Food-Court-Raststätte bei Tiflis (siehe Kasten)
© Foto: Reiner Rosenfeld

Rasten: günstig parken, (meist) gut essen

Profiteure des georgischen Transportmarktes sind die vielen Anbieter von Lkw-Parkplätzen am Rande der Überlandstraße, die Dienste in unterschiedlichen Qualitäten anbieten. So gibt es auf den gut ausgebauten Autobahnabschnitten zwischen Chaschuri und Tiflis moderne Raststätten mit sauberem, asphaltiertem Parkplatz und oft hochwertigen Restaurants, meist Food Court genannt. Wer weniger Wert auf Ambiente legt, kann eines der vielen kleinen Hotels ansteuern, die entlang der Transitstrecken Richtung Türkei, Aserbaidschan, Russland oder Armenien Parkplätze für Lkw anbieten. Allerdings stehen dort die Laster dicht an dicht, da die Parkplätze oft klein sind.

Den wohl umfassendsten Service gibt's in den sogenannten TIR Parking, großen, unasphaltierten, im Sommer staubigen, im Winter matschigen Plätzen, die bis zu 40, 50 Lkw Platz bieten. Nur fünf georgische Lari, knapp zwei Euro, kostet beispielsweise das Abstellen des Lkw im Güzel Vadi TIR Parki im Westen der Umfahrung von Tiflis. Geld wird durch das Serviceangebot verdient. Das reicht vom Restaurant mit Menüpreisen zwischen zwei, drei Euro bis zu Diskothek, Duschen, einem Frisör und einer Lkw-Waschanlage. Letztere besteht aus einer Sprühlanze, mit der Fahrzeuge eingeschäumt werden, und einem starken Hochdruckreiniger. Echte Lkw-Waschanlagen mit rotierenden Bürsten sind in Georgien unbekannt.



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