Zwei eActros 600 testen Megawattladen

21.01.2026 10:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Startpunkt der Testfahrt ist das Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein, Ziel ist Linköping im Süden Schwedens
© Foto: Daimler Truck

Mercedes‑Benz Trucks setzt auf Megawattladen im Fernverkehr, zwei batterieelektrische Fernverkehrs-Lkw eActros 600 gehen dazu jetzt auf Testfahrt.

Im Rahmen einer Langstreckentestfahrt mit zwei eActros 600 Test-Lkw erproben Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks das Laden mit einem Megawatt Charging System (MCS). Ziel des Tests sei es, eine „bestmögliche Kompatibilität zwischen Fahrzeug und den Megawatt-Ladesäulen verschiedener Hersteller sicherzustellen sowie wertvolle Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit – auch bei winterlichen Bedingungen – zu gewinnen“, so der Lkw-Hersteller. Startpunkt der Testfahrt ist das Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein, Ziel ist Linköping im Süden Schwedens. Die Route führt über eine Strecke von rund 2400 Kilometern von Deutschland über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Schweden.

Herausforderungen beim Megawattladen

Die Fahrzeuge sollen entlang dieser Strecke sowohl an öffentlichen als auch an privaten MCS-Standorten, die speziell für Lkw vorgesehen sind, nachgeladen werden. „Zentrale Herausforderungen beim Megawattladen liegen in der Harmonisierung von Fahrzeug und unterschiedlichen Ladesystemen. Gleichzeitig stellen die extremen Ladeströme beim MCS-Laden hohe Anforderungen an das Wärmemanagement“, sagte Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components, Mercedes-Benz Trucks. Die Testfahrt biete eine Gelegenheit, diese Aspekte unter realen Praxisbedingungen zu erproben.

Schnelleres Nachladen für flexiblere Logistikprozesse

Mit Ladeleistungen von bis zu 1000 kW lassen sich die Batterien der E-Lkw laut Daimler Trucks schneller aufladen als mit der aktuell gängigen CCS-Technologie. Beim eActros 600 dauert es laut Hersteller mit MCS beispielsweise rund 30 Minuten, um die Batterien von 20 Prozent auf 80 Prozent aufzuladen. Schnelleres Nachladen mit MCS ermögliche es den Betreibern daher effizientere und flexiblere Logistikprozesse im Langstreckeneinsatz umzusetzen, so Daimler Trucks. Voraussetzung ist jedoch eine entsprechende Ladeinfrastruktur, derzeit sind jedoch in Europa nur wenige öffentliche MCS-Standorte verfügbar. Der MCS-Standard wird federführend von der Organisation CharIN entwickelt und gemeinsam mit den Lkw-Herstellern international standardisiert.

Hohe Batteriekapazität und elektrische Antriebsachse

Der eActros 600 verfügt über drei Batteriepakete mit jeweils 207 kWh, die laut Herstellerangabe über eine installierte Gesamtkapazität von 621 kWh verfügen. Die Batterien basieren auf der Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie (LFP). Das Fahrzeug ist technisch auf ein kombiniertes Gesamtzuggewicht von bis zu 44 Tonnen ausgelegt. Mit einem Standardauflieger hat der eActros 600 in der EU eine Nutzlast von etwa 22 Tonnen. Die Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden ermöglichen in Kombination mit der elektrischen Antriebsachse laut Hersteller eine Reichweite des eActros 600 von 500 Kilometern ohne Zwischenladen. Diese Reichweite werde „unter sehr realistischen, praxisnahen Bedingungen mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht“ erreicht und könne je nach Fahrweise und Strecke „auch deutlich übertroffen werden“.

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