Sammlerporträt: Die Lust am alten Laster

Den "anderen Stern" auf Deutschlands Straßen hatte Jürgen Ebenhöh in den 70er-Jahren im Fuhrpark
© Foto: Gerhard Grünig

Die Familie Ebenhöh, Inhaber eines Kies- und Sandunternehmens in Bayern, hegt und pflegt vor allem die ehemaligen Laster aus dem Firmenfuhrpark.


Datum:
24.03.2017
Autor:
Gerhard Gruenig

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Die "Bauma", die größte Baumaschinenmesse der Welt, ist vielen ein Begriff. Die "kleine Bauma" kennen dagegen nur Insider. So bezeichnen Jürgen Ebenhöh und seine Familie ihr im Zweijahres-Rhythmus stattfindendes Oldtimer-Nutzfahrzeug-Treffen, auch, weil das Veteranen-Event stets mit einer Ausstellung von aktuellen Fahrzeugen sowie Baumaschinen kombiniert wird.

Die Kombination aus Vergangenheit und Moderne ist reizvoll für die Ebenhöhs. Während flammneue Mercedes Arocs schicke Alu-Leichtbautrailer von Schwarzmüller ziehen, die im typischen Orange Sand, Kies und Edelsplitt transportieren, warten in Jürgen Ebenhöhs Oldie-Garage DAF 2300, Henschel H 161 AK und MAN 13.230 HS mit Meiller-Aufbauten und Mössbauer-Trailer auf die nächste Ausfahrt.

DIE OLYMPIADE 1972 SORGTE FÜR VIELE BAUAUFTRÄGE

Zu DAF kam der Unternehmer, weil die Niederländer damals liefern konnten, als er für einen Auftrag zur Olympiade 1972 in München auf die Schnelle zehn Autos brauchte. "Ich war auf der Messe und während alle anderen mit dem Kopf schüttelten, konnte DAF liefern", schmunzelt der findige Kiesunternehmer. Der "Dreiundzwanzighundert" aus der Ebenhöh-Sammlung ist zwar kein Auto mehr aus der ersten Charge. "Aber einer aus unserem damaligen Fuhrpark. Wir haben ihn neu lackiert, aber sonst nur sauber gemacht. Unsere Fahrer haben halt immer aufs Material aufgepasst!"

Auch der Kurzhauber von MAN hat früher sein Brot im Ebenhöh-Fuhrpark verdient, ebenso wie der Dreiachs-Hinterkippsattel - beide in gleich gutem Zustand wie der DAF. Zum Beweis steigt Jürgen Ebenhöh ein und der Sechszylinder-Direkteinspritzer springt auf den ersten Schlüsseldreh an. "Die Autos hab' ich damals noch selbst gefahren", meint der Senior. "Allerdings ist dieses Modell schon eines der späteren, mit Standard-H-Schaltung. Im Vorgänger wechselte man die sechs Gänge noch auf drei Ebenen, was der typischen MAN-Anordnung den Beinamen 'Wichserschaltung' eintrug", lacht der urige Bayer.

DER HENSCHEL WAR WOHL ZU GUT FÜR DIESE WELT

Nicht minder schön ist der Henschel H 161, auch wenn Ebenhöh zugeben muss, dass es kein "Original"-Auto ist. "Wir hatten solche Henschel im Einsatz, allerdings als 6x4. Den hier habe ich von einem Bekannten bekommen und nach der Restaurierung in unserer Hausfarbe lackieren lassen." Wie gut er den Hauber beherrscht, demonstriert der Seniorchef beim Rangieren aus der Halle. Millimetergenau zirkelt er den Kipper ins Freie.

Ach ja, wer mag, kann die drei Oldies und noch ein paar mehr bei der nächsten kleinen Bauma bewundern. Allerdings erst im Juni oder Juli 2018. Aber das Warten lohnt sich - versprochen.

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