Schwerlasttreffen Amsterdam 2012

Ein Fest für Freunde großer Trucks: Schwerlasttreffen Amsterdam.
© Foto: Felix Jacoby

Ein Fest nur für Schwertransport, Krane und US-Trucks - da schlagen Maschinisten-Herzen höher. Und der TRUCKER war exklusiv dabei.


Datum:
31.12.2012
Autor:
Felix Jacoby

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Es ist nicht nur ein Klischee, es stimmt wirklich: Die Niederländer bringen dem Gewerbe des Straßentransports mehr Achtung entgegen und beweisen das auch in Form herrlicher Festivals wie Assen und Lopik. Zusätzlich gibt es jeden Herbst eine Spezialveranstaltung, bei der besonders Schwertransporter, Kranwagen und US-Trucks im Mittelpunkt stehen.

Der "Truckstar Mack & Speciaal Transportdag" fand traditionell viele Jahre in Utrecht statt, musste jetzt aber wegen eines Neubaus auf dem früheren Gelände nach Amsterdam umziehen. Hauptorganisator ist Willem Kuiper, Vorsitzender des niederländischen Mack-Fanclubs, der die meisten der Schwerlastfirmen aus der langjährigen Vorgeschichte des Festivals persönlich kennt.

Trotz des neuen Geländes funktioniert der Aufmarsch der vielachsigen Giganten wie am Schnürchen, bald ist das Gelände wegen der vielen aufgerichteten Kranmasten schon kilometerweit zu erkennen. Da Spezialfahrzeugbauer Noteboom und Schwerlastunternehmen das Fest als Sponsoren unterstützen, ist der Eintritt für die Besucher lobenswerterweise frei, nur das Parken kostet etwas.

Einen faszinierenden Auftritt demonstrieren die Leute des weltweit tätigen Schwerlastspezialisten Mammoet. Nicht nur zeigen sie mit einem monströsen Mack die gewaltigste Schwerlastzugmaschine, die man sich vorstellen kann. Zusätzlich heben sie einen 500-Tonnen-Liebherrkran mit seinen Stützen so in die Höhe, dass man auch noch darunter durchlaufen kann.

GANZ SPEZIELL: KEINER GLEICHT DEM ANDEREN

Technisch beeindruckend ist die Vielfältigkeit der gezeigten Krane, von riesigen Gittermastkonstruktionen bis zu leistungsstarken Hydrauliksystemen. Auch bei den Schwertransportern kommen die unterschiedlichsten Varianten zum Einsatz, um in dem eng besiedelten Land auch die schwierigsten Transportaufgaben zu meistern.

Vor kaum einem Job kapituliert etwa der unglaublich wuchtige FTF-Schwerlastschlepper von Magnaload aus England, der mit der Kraft seines zweitaktigen Detroit-Diesel auf eigener Achse von der Insel gekommen ist. Aber auch die modernen Supertieflader der Engländer beeindrucken das fachkundige Publikum hier.

BULLDOGGE STEHT HOCH IM KURS IN HOLLAND

Ein enormes Ansehen genießen die Trucks des amerikanischen Herstellers Mack bei den Niederländern, Dutzende davon in den verschiedensten Bauweisen und Altersstufen sind zu diesem exquisiten Treffen gekommen. Und viele der Maschinen mit der Bulldogge als Markenzeichen an der Front glänzen, als wären sie gerade erst frisch vom Band gelaufen. Aber auch andere Amerikaner wie der minimalistische Freightliner-Frontlenker aus den 70er-Jahren sind dazu als Gäste willkommen.

Nur wenige Teilnehmer und Besucher reisten aus Deutschland an. Einer von ihnen ist Jürgen Lanitz aus Sonsbeck, der für den Schwerlastspezialisten Hegmann aus demselben Ort seit über 30 Jahren tätig ist. Über Noteboom, die hier vor allem ihre Semitrailer mit hydraulisch gelenkten Achsen präsentieren, ist er auf diese Truckshow aufmerksam geworden. Er und sein maschinenbegeisterter Junior Steffen, der mit 16 Jahren gerade den Führerschein für schwere Traktoren macht, sind zum zweiten Mal dabei. Die beiden freuen sich, gute Kollegen zu treffen und die Maschinen der Anderen zu bestaunen. Denn hier geht es nur nebenbei um Produkte, dafür viel mehr um die Freude am LKW insgesamt - und am Schwerlaster im Besonderen. Die sind ja doch irgendwie die Kaiser unter den Königen der Landstraße.

MACK-OLDTIMER

Hebelwirkung demonstriert

Eine besondere Rarität beim Amsterdamer Schwerlast- und Macktreffen ist der gelbe Mack Typ NR, Baujahr 1942, der einen passend beladenen Stammholzauflieger aus den 40er-Jahren zieht. Sein Fahrer Ties Meulenbroek, heute 65 Jahre alt, fuhr schon als junger Bursche beim Vater des heutigen Besitzers, Willy Gaffert, mit und beherrscht das ehrwürdige Gerät wie kein Zweiter.

Damals gab es noch keine starken Hydrokräne, deswegen mussten schwere Stämme per Seilwinden seitlich über Schienen aufgeladen werden. Das Bedienen des dazu erforderlichen Hebelwerks ist eine Kunst für sich, denn wenn ein Seil langsamer als das andere angezogen wird, gerät die Last schnell in Schieflage.

Die Kraft für die Ladevorrichtung kommt über das Nebengetriebe des Motors, ein Sechszylinder mit 131 PS, Typ LaNova. Die Konstruktion mit Vorkammer-Brennraum war damals übrigens der erste Dieselmotor, der von Mack produziert wurde. Der Klang des Ami-Aggregats und die Beladevorgänge begeisterten das Publikum.

HASHTAG


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