Showtruck Peterbilt 379: The Hustler

Peterbilt 379 "The Hustler": der erste reine Showtruck der Spedition Eilen & Sons in Minnesota
© Foto: Xavier Stefaniak

Was für ein Schmuckstück! Der neue Pete 379 der Truckerfamlie Eilen.


Datum:
12.09.2016
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Eines können alle Showtruck-Fans in Amerika bestätigen: Die Familie Eilen aus Hampton (Minnesota) ist sehr produktiv. Jedes ihrer Projekte erregt Aufsehen und ihre Trucks holen auch immer wieder die größten Titel und Trophäen.

1970 hatte Tom Eilen seine Karriere in der Transportbranche begonnen und erlernte das Geschäft in den folgenden 15 Jahren von der Pike auf - zunächst als Fahrer, dann als Mechaniker, schließlich als Disponent. Seit 1985 fährt er für den Staat Schüttgut- und Flüssigtransporte. Sein Geschäft, in dem inzwischen die beiden Söhne Jonathan und Pat mitarbeiten, hat einen ausgezeichneten Ruf. Die Qualität seiner Dienstleistungen ist weithin bekannt und mit seiner Zuverlässigkeit - und täglichen 24-Stunden-Erreichbarkeit! - hat er bisher noch jeden Zweifler überzeugt. Seine Visitenkarte: der hochkarätige Fuhrpark. Denn die in vielen Farben gestalteten Peterbilts fallen einfach auf. Heute besitzt Eilen & Sons mehr als 50 Trucks - Zugmaschinen und verschiedene Kombinationen - und ist ein weit über die Grenzen von Hampton hinaus anerkanntes Unternehmen.

Jetzt überraschen die Eilens ihre Fans mit einem ganz besonderen Truck. Nicht etwa, dass sich die Familie für einen Cabover oder einen Kenworth entschieden hätte! Das neue Fahrzeug ist vielmehr ein echter Showtruck - also kein "Workhorse". Die Erklärung dafür ist einfach: East Customs. "East" steht für "Eilen And Sons Transformations" und ist der neue Geschäftszweig der Söhne Jonathan und Pat. Die findigen Brüder haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen, um es jetzt, zur Festival-Saison in den USA, mit einem Paukenschlag zu eröffnen.

Die Basis, ein Peterbilt 379 aus dem Baujahr 1990, ist noch zu erkennen, aber die Sorgfalt und die Qualität der zahlreichen Umbauten lassen ahnen, wie lange es gedauert hat, bis das Projekt realisiert war. Die Brüder durchdachten und diskutierten nächtelang jede Änderung bis ins kleinste Detail, bevor die Arbeiten überhaupt beginnen konnten ...

AUS EINEM ROSTIGEN OLDIE WURDE EIN EDLES AUSHÄNGESCHILD

Wie bei jeder Generalüberholung wurde der Truck zunächst komplett zerlegt. Als Erstes nahmen die Brüder den Rahmen in Angriff: Die Zeichen der Zeit sind im Sandstrahl verschwunden. Das war auch bitter nötig, denn der Rost war kaum zu übersehen. Dann konnten die "Innereien" wieder installiert werden: Motor, Achsen und diverse andere "Kleinigkeiten". Den Motor vertrauten die Brüder dem aktuellen Star-Tuner PDI in St. George (Utah) an. Jetzt bringt die mit 600 PS schon ziemlich zugkräftige Originalmaschine ganze 220 Pferdestärken mehr. Beim Tritt aufs Gaspedal ist dieser Sprung von 600 auf 820 PS übrigens auch ganz gut zu hören!

Nach dem Einbau der Achsen stand der Umbau des Chassis auf dem Plan. Alle Bohrlöcher und sämtliche Verschraubungen mussten verschwinden. Dieser gerne vernachlässigte Schritt zahlt sich nicht nur später bei der Reinigung aus, er verleiht dem Truck auch einen besonders cleanen Look. Seinen kraftvollen Auftritt lassen jetzt auch die neu gestalteten Felgen mit den vergrößerten Felgenlöchern erahnen. Gemessen am Gesamtprojekt scheint das eine Kleinigkeit - allerdings eine, die ins Auge fällt.

Die Kabine und die Motorhaube machten den Löwenanteil des Umbaus aus. Die erste offensichtliche Veränderung war der neue "Top-Chopped-Look" des Trucks. Die Höhe der Fahrerkabine wurde um sage und schreibe 22 cm verkürzt - mit garantiertem Effekt, der aber jede Menge Know-how und Fingerspitzengefühl bei der Passung voraussetzt. Die Sonnenblende erhielt ein Lochmuster: ein interessantes Stilelement, das sich in den Fensterzierleisten fortsetzt.

DER PETERBILT STICHT AUCH AUS DER US-SHOWTRUCKSZENE HERAUS

Die Fenster als Teil der Türen mussten für den "Top-Chopped-Look" natürlich ebenfalls verkürzt werden. Die Fahrerhaustüren wurden zu sogenannten spiegelverkehrt öffnenden "Selbstmördertüren" umgebaut. Die des Sleeper-Cabs öffnen sich dagegen noch wie im Originalzustand. Die zweite Neuerung in puncto Türen sind die Griffe: Hier entschieden sich die Brüder für alte Peterbilt-351-Griffe, die sich perfekt in den neu gestalteten Truck integrieren. Für die Motorhaube ein oft vernachlässigtes Zubehörteil, wurde ein sehr individueller Öffnungsmechanismus gewählt. Sie ist zwar immer noch von hinten nach vorn zu öffnen, aber die Seitenflügel bleiben an ihrem Platz.

Ein solches Projekt, das wissen auch die Eilens, braucht natürlich eine perfekte Innenausstattung. Also weg mit dem alten Armaturenbrett und her mit einer maßgeschneiderten Instrumententafel aus Alu-Verbundwerkstoff! Die Türfüllungen im gleichen Look wurden fantasievoll verziert.

Wer als Beifahrer mit im Truck unterwegs ist, kann auf einem baugleichen stylischen Sitz Platz nehmen wie der Fahrer und sich dabei 2200 Watt um die Ohren fliegen lassen - dank einer Sound-Anlage, die ihren Namen tatsächlich verdient. Auch im Innenraum wurde so ziemlich alles verändert, was sich verändern lässt. Aus Leder, Alcantara, Lack und Zierlackierungen entstand ein außergewöhnlich edles Interieur. Das i-Tüpfelchen des auch in der US-amerikanischen Showszene wirklich herausragenden Trucks ist die Farbgestaltung: Die Innenraumfarben finden sich auch auf der Karosserie wieder. Tiefes Metallic-Schwarz und Perlweiß geben den Ton an. Sie sind durch ein raffiniertes graues "Komma" voneinander getrennt, das von feinen Linien in leuchtendem Orange gerahmt wird - der Lieblingsfarbe der Familie Eilen, die sich übrigens auch auf den Netzen im Innenraum wiederfindet.

Wann wird man wohl in Europa einen derart toll umgebauten Showtruck sehen? Bei uns sind solche aufwendigen Projekte eher selten, aber immerhin wissen wir jetzt, wie es geht! Xavier Stefaniak

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