Besser kippen auf Bau und Acker

Schmitz Cargobull präsentiert modernisierte Kippsattel
© Foto: Schmitz Cargobull

Schmitz Cargobull hat seine Kippsattel modernisiert. Die Neuerungen betreffen heißen Asphalt und coole Software. Zudem gibt es mit Express und Executive neue Varianten.


Datum:
01.06.2018
Autor:
Serge Voigt

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Die Cargobullen pimpen ihre Kipper mit hochgelegtem Unterfahrschutz, gekröpftem Rahmen, App, Executive-Paket, Express-Variante und neuer Isolierung. Diese Neuheiten hat Schmitz Cargobull im Kipperwerk im thüringischen Gotha vorgestellt.

Der hochgelegte, klappbare Unterfahrschutz für die Sattelkipper zum Asphalttransport, S.KI Thermo, bietet nach unten sieben Zentimeter mehr Freiraum für das Anfahren an den Straßenfertiger. Das soll meistens das Anheben des Aufliegers über die Luftfederung zur Materialabgabe an den Fertiger überflüssig machen, so Frank Reinartz, Leiter Produktmanagement Sattelkipper. Die neue Konstruktion ist nach EG-Typengenehmigung zugelassen, daher sind weder in Deutschland noch im europäischen Ausland Ausnahmegenehmigungen für die Auflieger nötig.

TIEFERGELEGTE ALU-MULDE ERHÖHT STANDSICHERHEIT

Zusätzlich wurden die Drei-Kammer-Rundleuchten nach oben gesetzt, was sie bei der Abgabe des Materials besser vor dem heißen Asphalt schützen soll. Bei den anderen angebotenen Rückleuchten ist das wegen der Bestimmungen für die Position der Nebelschlussleuchte nicht möglich.

Tiefergelegt hat Schmitz Cargobull seinen Sattelkipper mit Aluminium-Kastenmulde, S.KI Volume AK. Beim gleichen Muldenvolumen sanken im Vergleich zum weiter lieferbaren geraden Chassis die Einladehöhe um 160 Millimeter und das Leergewicht um 150 Kilo. Dazu haben die Konstrukteure das vordere Fahrgestell auf Höhe des Stützwindwerks um 80 Millimeter gekröpft und zusätzliche Tunnel vorne in den Muldenboden eingebaut. Durch die Stepframe-Bauweise kann der vordere Teil des Chassis beim Herunterlassen der Mulde in die entsprechenden Aussparungen eintauchen.

Die geringere Höhe erleichtert die seitliche Beladung durch Radlader und beugt Beschädigungen vor. Auch Paletten können leichter durch die Rückwandtür be- und entladen werden.

Zudem sinkt der Schwerpunkt des Fahrzeugs. Das erhöht die Fahrstabilität sowie die Standsicherheit beim Kippen. Außerdem duckt sich das tiefergelegte Fahrzeug durch niedrige Hallen- und Scheunentore oder unter Silo-Beladestationen.

Durch die abgewinkelte Rahmenkonstruktion ist es möglich, für das gleiche Transportvolumen höhere Mulden auf kürzere Chassis zu montieren. Das spart laut Reinartz weitere Kilogramm.

Die App S.KI Control dient als Fernbedienung und zur Anzeige der Zusatzfunktionen am Kipper. Das kostenlose Programm für Tablets und Smartphones gibt es für die mobilen Betriebssysteme von Google (Android) und Apple (iOS). Es soll den Einbau von zusätzlichen Bedienelementen im Fahrerhaus überflüssig machen, nutzt aber nur etwas, wenn der Auflieger über die passenden Ausstattungspakete verfügt. Vorgestellt wurde das Programm bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016. Mittlerweile hat Schmitz 150 Kipper für den deutschen Markt ausgeliefert, die über S.KI Control fernbedient werden. Dazu baut das Endgerät über WLAN eine Funkverbindung zum Fahrzeug auf und liest die Konfiguration des Lkw aus dem Steuergerät aus.

Über die Software lassen sich die Zusatzfunktionen des Kippers steuern - so sie bestellt wurden. Dazu zählen beispielsweise Luftfederung, Liftachse, Kameras für den Laderaum oder die Rückwärtsfahrt, Zuladungswaage, Reifendrucknachfüllsystem, elektrisches Verdeck oder der automatische Achslastausgleich. Das Hochfahren der Kippmulde ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Zudem bietet die App Sicherheits-Features. So unterbricht sie den Kippvorgang, wenn das Fahrzeug in eine instabile Lage gerät, oder bremst den Sattelzug beim Fahren mit angehobener Mulde. Allerdings kann der Fahrer die Entscheidung der App überstimmen.

Nach dem Start bei Kühlkoffern und Sattel-Curtainsidern bietet Schmitz Cargobull sein Executive-Paket nun auch für den Sattelkipper an. Es besteht aus verschiedenen Ausstattungskomponenten und Dienstleistungen. Für Sattelkipper stehen Light-Chassis in vier Längen für Stahlmulden von 21 bis 56 und für Aluminium-Mulden von 24 bis 59 Kubikmeter zur Wahl. Aluminium-Luftbehälter, ein Reifendruck-Kontrollsystem und das hauseigene Trailer-Telematiksystem mit dem Dienst TrailerConnect-Info runden das Angebot ab. Der im Paket enthaltene Full-Service-Vertrag für den Trailer umfasst auch die Hydraulik. Für den Reifenservice gibt es Pakete für den Straßen- oder Baustelleneinsatz. Für die Fahrzeuge zahlt der Unternehmer eine feste monatliche Rate.

SIEBEN TAGE LIEFERZEIT EXPRESS-KIPPER FÜR EILIGE

Für Eilige bietet der Trailerhersteller für den Sattelkipper S.KI 24 SL 7.2 einen Express-Service an. Dabei wird der Kipper binnen sieben Arbeitstagen gebaut und geliefert. Die Stahl-Rundmulde dieser Fahrzeuge fasst 24 Kubikmeter. Auf Wunsch ist ein gewichtsreduziertes Chassis lieferbar. Weitere Wahlmöglichkeiten gibt es bei der Rückwandklappe, den Rädern und der Farbe.

Geändert hat Schmitz auch die Isolierung der Stahl-Rundmulden für den Asphalttransport. Hier kommt jetzt ein nicht mehr mit der Außenwand verbundener elastomerer Schaum zum Einsatz. Das Material samt geänderter Konstruktion spart 200 Kilo. Durch die neue Segmentbauweise können bei Beschädigungen an der Außenseite die Abdeckbleche und das Isoliermaterial in Segmenten abgenommen und ersetzt werden.

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