DAF Fahrgestelle: Breitere Basis

Der DAF CF 440 FA ist eine interessante Alternative zu TGS und Arocs
© Foto: DAF

Seit Jahren versucht DAF von dem Ruf loszukommen, nur beim Sattel gute Lösungen zu bieten. Diese drei Fahrgestelle haben Potenzial.


Datum:
18.10.2016
Autor:
Gerhard Gruenig

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Seit bestimmt fünf, sechs Jahren präsentiert DAF regelmäßig zum "Ride & Drive" interessante Fahrgestelle, um endlich wegzukommen vom Image des reinen Zugmaschinen-Herstellers. Doch deutsche Mühlen mahlen langsam - oder soll man besser sagen: Deutsche Unternehmer kaufen lieber TGS, Arocs und Antos?

Die Niederländer machen weiter und bringen unter anderem mit dem CF 440 als 4x2-Absetzer eine interessante Kombination mit. Interessant deshalb, weil der Elf-Liter-Sechszylinder tatsächlich der perfekte Kompromiss ist: Leicht genug, um im Solo-Einsatz ausreichend Nutzlast zu garantieren, stark genug, wenn ein Anhänger dahinter hängt. Das Besondere daran: Der Kombianhänger passt für Abroll- oder Absetzmulden. Die Umrüstung erfolgt mit wenigen Handgriffen, die Sicherung erfüllt - auch wenn sie auf den ersten Blick minimalistisch wirkt - alle aktuellen Vorschriften.

DAF STIMMT DIE "AUTOMATIK" FÜR JEDEN EINSATZ AB

Doch zurück zum Auto: Die neu abgestimmte automatisierte Schaltung gefällt durch schnelle Gangwechsel und einen guten Kompromiss aus Zugkraft und dem Bestreben zu niedrigen Drehzahlen, folglich wenig Dieselverbrauch. Dass es auch ein wenig anders geht, zeigt der CF 460 FAT, ein 6x4-Kipper, den DAF fast perfekt auf die Bedürfnisse des Baueinsatzes ausgelegt hat. Weil die Kunden dort mehr Wert auf Power legen als auf niedrige Verbräuche, arbeitet die Schaltung drehzahlorientiert.

Gewöhnungsbedürftig ist die dank neuer Lenkgeometrie zwar sehr exakte und von äußeren Einflüssen befreite, aber für unseren Geschmack etwas schwergängige Lenkung. Andererseits ist der Dreiachser trotz Trapezfederung hinten ausreichend geschmeidig unterwegs. Ein sinnvolles Detail ist die doppelstöckige Batteriehalterung, um Platz am Rahmen zu sparen.

Für einen Kipper im mittelschweren Einsatz ist der 13-Liter-Sechszylinder mit 460 PS sicher die richtige Wahl. Auf unwegsamen Baustellen schlägt sich das Doppelachsaggregat dank großer Achsverschränkung ganz gut und die Bodenfreiheit fällt großzügig aus. Allerdings verbaut DAF im Bereich der vorderen Stoßfänger ziemlich viel Plastik.

Eine exotische Lösung, die aber durchaus Charme und Pfiffigkeit hat, ist der FAQ: ein Vierachser mit nur einer angetriebenen Achse, dafür aber einer jeweils lift- und lenkbaren Vor- und Nachlaufachse. Auch in dieser Version überzeugt der kleine Sechszylinder. Allen gemeinsam ist der kompakte Auftritt der CF-Reihe mit bequemem Einstieg und dem etwas knapp geschnittenen Fahrerplatz.

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