DAF zeigt die neue Herbstkollektion von CF und XF

DAF XF 450 6x2 mit 449 PS: Die Space-Kabine hier in der neuen Top-Ausstattung "Exclusive"
© Foto: DAF

Das Faceliften bei DAF geht weiter. Die Niederländer haben nun auch die verbliebenen alten CF- und XF-Modelle technisch und optisch renoviert.


Datum:
19.11.2017
Autor:
Serge Voigt

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DAF hat nach einer zweiten Runde die Renovierungsarbeiten an den altehrwürdigen Baureihen CF und XF beendet. Im Mai hatten die Niederländer die ersten überarbeiteten Modelle aus ihrer mittelschweren und schweren Klasse vorgestellt. Im September haben sie nachgelegt und die noch fehlenden Varianten der Frischzellenkur unterzogen.

Zu den 4x2-Sattelzugmaschinen und Fahrgestellen, 6x2-Sattelzugmaschinen mit Vorlaufachse sowie 6x2-Sattelzugmaschine mit einfach bereifter Nachlaufachse aus dem Frühjahr kommen im Herbst elf Sattelzugmaschinen- und Lkw-Konfigurationen hinzu: acht Fahrgestellvarianten mit zwei, drei oder vier Achsen sowie drei Zugmaschinen mit drei beziehungsweise vier Achsen.

NEUE DAF-ACHSEN SPAREN GEWICHT UND SENKEN DEN VERBRAUCH

Auch für die nachgeschobenen Varianten soll das Werbeversprechen aus dem Frühling gelten: im Schnitt sieben Prozent weniger Verbrauch und mindestens 100 Kilo leichter. "Das Feedback aus dem Markt bestätigt die sieben Prozent", sagt Rob Borsboom, Chief Engineer bei DAF, während der Präsentation der Neuen. Die Chance, das auf der TRUCKER-Testrunde selbst auszuprobieren, gab uns DAF bislang nicht.

Die Änderungen an Optik, Aerodynamik, Innenausstattung, Antriebsstrang und Abgasnachbehandlung hat die Herbst-Elf von den Sonnenkindern übernommen (s. TRUCKER 7/2017).

Dafür hat sich bei den Nachzüglern - passend zu den Fahrzeugtypen - in Sachen Achsen einiges getan.

So gibt es für CF und XF eine neue gelenkte Nachlaufachse für Sattelzugmaschinen und Fahrgestelle. Die Nachlaufachse verfügt über ein neu entwickeltes EHS-System (Electric Hydraulic Steering), das 30 Kilo weniger wiegt als die Vorgängergeneration. Das EHS-System berechnet permanent auf Basis von Geschwindigkeit und Radstand den passenden Lenkwinkel für die Räder der Nachlaufachse. Das erleichtert vor allem im Stadtverkehr oder beim Rangieren die Arbeit. Die Lenkpumpe wird nur noch beim Lenken aktiviert, was den Dieselverbrauch um ein Prozent senken soll. Bei Geschwindigkeiten ab 40 Kilometern pro Stunde arretiert die Achse für die nötige Fahrstabilität automatisch im Geradeauslauf. DAF bietet die Achse mit 6x2-Fahrgestellen und -Zugmaschinen sowie 8x2-Fahrgestellen an.

Ebenfalls neu ist eine um 25 Kilo leichtere zwillingsbereifte Zehn-Tonnen-Nachlaufachse mit einer statischen Tragfähigkeit von 34 Tonnen. Ihr Einsatzgebiet ist das Be- und Entladen schwerer Container. Sie ist für 6x2-Zugmaschinen und -Fahrgestelle sowie für 8x2-Fahrgestelle verfügbar.

Für Fahrzeuge, die oft in unwegsamem Gelände fahren, präsentiert DAF ein Tandemachsaggregat mit Außenplanetengetriebe als dritte Achsneuheit. Es verfügt über ein neues, 60 Kilo leichteres Gusseisengehäuse.

Damit der Motor bei der Tandemachse mit möglichst wenig Touren laufen kann, haben die Niederländer neue Hinterachsübersetzungen (3,46/3,61/3,76:1) parat. Das Ölwechselintervall für die Doppelachse steigt auf drei Jahre oder 450.000 Kilometer. Bestellbar ist sie für 6x4- und 8x4-Sattelzugmaschinen sowie für Fahrgestelle.

DIE VERBESSERTEN ANTRIEBSSTRÄNGE BIETEN ORDENTLICH LEISTUNG

Das Angebot umfasst auch das 8x4-Fahrgestell mit zwei gelenkten Vorderachsen, beispielsweise für den Sand- und Kiestransport. Bei diesem Modell ist die SCR-Einheit nicht mehr in die vertikale Auspuffanlage integriert, sondern ist Teil des neuen Abgasnachbehandlungssystems, das zwischen die Vorderachsen passt. Das spart weitere 115 Kilo und schafft mehr Raum am Chassis.

Aber nicht nur an Fahrer und Unternehmer, sondern auch an die Aufbauer haben die Entwickler in Eindhoven gedacht. Die neuen Body-Attachment-Module (BAM) helfen bei der schnellen Montage von Aufbauten, wie schweren Ladekränen, Kippern oder Abrollkippern. Das neue, erweiterte Lochmuster im hinteren Überhang erleichtert das Montieren von Hebebühnen, Kränen und Aufbauten sowie das Umsetzen von Bauteilen oder den Anbau einer Anhängerkupplung oder eines Unterfahrschutzes.

Zudem ist das leichte 8x4-Betonmischerfahrgestell (Leergewicht: 9150 kg) auf CF-Basis ab sofort mit einem einfach übersetzten 19-Tonnen-Hinterachstandem und zwei 7,1-Tonnen-Vorderachsen verfügbar.

Für erste Fahrten standen uns ein XF 450 und der CF 530 zur Verfügung. Beide gefallen mit sattem Fahrverhalten und direkter Lenkung. Die stärkste Version des MX-13-Sechszylinders stellt dem auf 40 Tonnen ausgeladenen 6x4-Kippsattel 2600 Nm Drehmoment entgegen. Da hat die verstärkte Motorbremse in anspruchsvollen Gefällen etwas Mühe, die Fuhre in legalen Geschwindigkeitsbereichen zu halten.

Leichtere Einsätze, hier im XF mit 25,5 Tonnen, sind ein Fall für den mit 10,8 Litern kleineren MX-11. Erst recht in der stärksten Einstellung mit 449 PS und 2300 Nm Drehmoment.

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