Floatliner: Langendorf gibt G(l)as!

Leichter im Gewicht und bei der Bedienbarkeit: Langendorf Floatliner
© Foto: Gregor Soller

Der neue Geschäftsführer Klaus Peter Strautmann kommt aus der Landwirtschaft und änderte mit seinem Einstieg bei Langendorf einiges.


Datum:
15.10.2015
Autor:
Gregor Soller

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Seit Klaus Peter Strautmann das Ruder bei Langendorf übernommen hat, hat sich viel getan beim Waltroper Traditionsbetrieb. So wird es Zeit, exemplarisch zwei Produkte der aktuellen Fertigung näher zu betrachten: den Glasinnenlader "Floatliner" und die Thermorundmulde "Isoxx".

Beide eint das Dauerthema Gewicht, das beim Floatliner durch die noch junge Komplett-Alurahmenlösung von Meierling wieder Auftrieb bekam. Tatsächlich speckte der aktuelle Floatliner gegenüber dem Vorgänger - abhängig von der Ausstattungsvariante - um bis zu 500 Kilogramm ab.

Beide Trailer punkten mit sauberen Schweißnähten, die auf Fallnähte verzichten. Die mag Strautmann ebenso wenig wie den dünnen Lackauftrag an den Kanten: Entsprechend setzt er nach dem Strahlen auf eine ordentliche Hohlraumversiegelung und in der noch jungen Lackierkabine auf einen 2x2K-Lack, der elektrostatisch aufgeladen wird. Tatsächlich fällt an den Kanten die vergleichsweise dicke Lackschicht auf, was der Optik gut tut und Qualität vermittelt.

Am Floatliner selbst änderte man Details - ohne die als solide erwiesene Grundstruktur anzutasten. Die neuen Radhausverkleidungen vermindern den Sprühnebel und haben weniger Ecken, in denen sich Wasser sammeln kann. Das bannt die Korrosionsherde und erhöht die Dichtigkeit gegenüber dem Innenraum/Chassis. Optional gibt es LED-Beleuchtung. Schaltdetails in der Elektrik und Hydraulik wurden neu angepasst. Für eine bessere Kraftaufnahme positionierten die Langendorf-Techniker die Stützfüße neu und spendierten einen in der Grundplatte integrierten Griff. Die Stützbeine bestehen jetzt aus Aluminium, was die Bedienung für den Fahrer wesentlich erleichtert.

Außerdem dürften die Fahrer schätzen, dass der Floatliner bedien- und wartungsfreundlicher denn je ist: absenken, Heckportal öffnen, Pratzen respektive Andruckelemente öffnen, und der Trailer kann unter dem Rack abgezogen werden. Anschließend die Pratzen in Ruheposition legen, das Heck wieder "vergattern", um die Torsion zu minimieren, anheben und es kann weitergehen. Das absolute Highlight aus konstruktiver Sicht ist die komplett neue Hubschwinge - die Geometrie wurde von Langendorf patentiert. Damit lassen sich die Sattelhöhen stufenlos einstellen, was ebenfalls die Arbeit des Fahrers erleichtert. Das Stirnwandblech wurde durch einen Kreuzverbund ersetzt, welcher die Kräfte direkt vom Angriffspunkt in die Fahrzeugstruktur leitet. Die Innenraumabdichtung übernimmt dann ein Aluminiumblech.

KEINE EXPERIMENTE AM RAHMEN DER RUNDMULDE

Auch bei der 6350 Kilogramm schweren Isoxx-Thermorundmulde (ohne Zubehör wäre sie 200 Kilo leichter) fallen Schweißnähte und Lackierung positiv auf. Wie bei Schwarzmüller verkleidet Langendorf die Außenseite mit Einzelsegmenten, die man im Schadensfall separat tauschen kann.

Einen Stock tiefer punktet der Kippsattel mit einem soliden Rahmen, der sowohl auf einen gewichtssparenden Einzug vorn als auch auf eine aufwendige Anti-Torsionsfaltarbeit am Heck verzichtet. Die soliden Muldenauflagen sind von außen auf das obere T-Trägerstück angeschraubt, was im Falle eines Falles den Tausch erleichtert. Generell schraubt Langendorf so viel wie möglich. Beim Achslift setzen die Waltroper auf eine eigene Version und trennen Fertigerbremse und Absenkautomatik baulich. Der Kippwinkel beträgt üppige 52 Grad, kann aber vor Ort auch nach Kundenwunsch angepasst werden.

Bei den Pressen setzt man in der Regel auf Edbro oder Hyva. Die umgibt ein großer Balkon, bei dem "Geländer" und Stufen ebenfalls geschraubt sind. Da der "Balkon" ziemlich hoch montiert wurde, kommt man einigermaßen gut an die darunterliegenden Strom- und Luftkabel, wenn man den Zug verbinden möchte. Die Verkabelung von Luft und Strom führt man so lange wie möglich an den Längsträgern und so spät wie möglich nach unten. Die Rückleuchten werden in jedem Fall durch ein Abdeckblech geschützt.

ANGESCHRAUBT WIRD, WAS DER KUNDE WÜNSCHT

Wo andere Hersteller das Heck mittlerweile etwas aufräumen und Teile der Zusatzbeleuchtung wie Rückfahrscheinwerfer oder Nebelleuchten in ihr Abschlussblech integrieren, schraubt Langendorf die entsprechenden Beleuchtungseinheiten je nach individuellem Wunsch des Auftraggebers dazu. Die Kunden honorieren das - und fragen auch wieder verstärkt nach Tiefladern. Bis zur Bauma 2016 will Langendorf wieder richtig G(l)as geben!

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