Iveco Daily 7,0-Tonner: Aus der Art geschlagen

Der Testwagen trägt einen Stahl-Dreiseitenkipper von Meiller
© Foto: Jan Burgdorf

Schwerer geht's beim Iveco Daily nicht: Mit ausgereizter Anhängelast kommt der Testzug auf 10,5 Tonnen. Packt der kleine Italiener das?


Datum:
05.10.2017
Autor:
Jan Burgdorf

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Dieser Test ist die Probe aufs Exempel. Denn eigentlich entstammt der Iveco Daily, den wir hier in seiner schwersten Ausführung an sein Gewichtslimit treiben, der Gattung Transporter.

Sieben Tonnen darf der Testwagen als Doppelkabinen-Chassis maximal auf die Waage bringen - nochmal 3,5 Tonnen der zweiachsige Dreiseiten-Kippanhänger von Humbaur.

Zusammen ergibt das eine zulässige Gewichtsmasse von satten 10,5 Tonnen, die wir beim Test bis auf 180 Kilogramm ausreizen. Da drängt sich berechtigterweise die Frage auf, ob das Transporterkonzept solchen Tonnagen in der Praxis wirklich gewachsen ist.

DER VIERZYLINDER MEISTERT DAS GEWICHT PROBLEMLOS

Antriebsseitig ist der Testwagen gut vorbereitet: Mit der 205 PS und 470 Newtonmeter starken Einstellung des bulligen 3,0-l-Vierzylinders stemmt sich nicht weniger als die Topmotorisierung gegen die 10.320 Kilo Testgewicht.

Wer diese Motorisierung wählt, muss zwangsläufig auch zur Achtgang-Wandlerautomatik von ZF greifen. Mit manuellem Getriebe ist nämlich bei 180 Pferdestärken Schluss. Aber wir möchten der bei Iveco Hi-Matic genannten Automatik - die mit anderer Abstimmung auch in manchem Sportwagen die Antriebskraft sortiert - eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Schneller, komfortabler und durchdachter schaltet weder in der Transporterklasse noch bei den "richtigen" 7,5-Tonnern derzeit eine Automatik.

Schaltvorgänge lassen sich gut übers Gaspedal provozieren, einzig Hochschaltungen dürfte die Elektronik mitunter etwas früher einleiten und länger auf das Drehmoment des Vierzylinders vertrauen. Der kommt mit seiner schweren Aufgabe nämlich erstaunlich souverän zurecht. Bei keinem Teilstück unserer Verteiler-Testrunde hatten wir das Gefühl, untermotorisiert unterwegs zu sein.

Der werksintern auf die sperrige Bezeichnung FICGLB/C hörende und per Bi-Turbo beatmete Vierzylinder schickt sein maximales Drehmoment ab 1500 Touren ins Rennen. Viel Power steht bereits darunter zur Verfügung, weshalb man dem elastischen Motor ruhigen Gewissens auch 1200/min zumuten darf. Dafür muss man den klobigen Wählhebel der Automatik aber auf manuell stellen.

DER DAILY BIETET EINEN PKW-ARTIGEN KOMFORT

Beim Fahren gibt's nichts zu bemängeln, hier greifen die Vorzüge des Transporterkonzeptes. Der Zug lässt sich handlich, ja fast wie ein Pkw fahren, sodass fast in Vergessenheit gerät, welche Masse hinten schiebt.

Bergab bringt sie sich aber zurück ins Gedächtnis, denn eine wirkungsvolle Motorbremse hat der kleine Iveco nicht zu bieten. Auch wenn man den Motor zu höchsten Drehzahlorgien treibt, erntet man doch (fast) nur Krach. Weshalb die passabel zu dosierenden hydraulischen Betriebsstopper, unterstützt von der Anhänger-Auflaufbremse, ständig eingreifen müssen. In diesem Kapitel sind klassische 7,5-Tonner dann doch im Vorteil.

Beim Thema Verbrauch werden sie allerdings geschlagen: Lediglich 15,9 l/100 km Diesel ließ sich der Daily auf der Testrunde schmecken (solo: 13,2 l/100 km). Die Probe aufs Exempel hat der schwerste Daily damit souverän gemeistert.

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