Scanias neuer "Kleiner"

Der neue G soll über eine ausgeklügelte Aerodymnamik verfügen
© Foto: Scania

Nach den Fernverkehrsmodellen R und S schickt Scania seine neuen schweren G-Verteiler an den Start.


Datum:
23.06.2017
Autor:
Jan Burgdorf

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Im Vergleich zu den R- und S-Modellen sind die Kabinen bei Scanias neuer G-Baureihe tiefer auf dem Rahmen montiert und zielen damit auf den schweren Verteilerverkehr ab. Technisch und optisch lehnen sie sich aber an die größeren Fernverkehrsmodelle an. Auch Armaturenträger, Lenkrad und die hochwertigen Materialien stammen von R und S, weshalb die G-Modelle in ihrer Klasse einen neuen Benchmark in puncto Haptik und Verarbeitung setzen dürften.

Zur Einführung startet Scania mit dem G20-Fernverkehrshaus, das mit drei verschiedenen Dachhöhen angeboten wird: niedrig, normal und hoch (Highline). Kurze Fahrerhausvarianten sollen später folgen und laut Scania ebenfalls mehr Platz, Komfort und Stauraum sowie bessere Sichtverhältnisse und eine höhere Sicherheit bieten. Zu dieser trägt die ab sofort erhältliche zusätzliche Türverriegelung "Night Lock" bei, die es in ähnlicher Form bereits bei DAF gibt.

Weiteren Stauraum schaffte Scania durch das höher montierte Bett, unter dem der ausziehbare Kühlschrank (Option) verschwindet. Von den Fernverkehrsmodellen erbte der G auch die großen Ablagefächer in den Türverkleidungen, die problemlos 1,5-Liter-Flaschen aufnehmen.

Gerne nutzen werden viele Fahrer die drehbare Tablet-Halterung, die am Armaturenträger montiert werden kann. Ebenfalls nicht vergessen wurden 12- und 24-Volt-Steckdosen sowie insgesamt vier USB-Anschlüsse.

Auch an den Motoren haben die Entwickler gefeilt. Mit der neuen 370 PS starken Einstellung ist die Motorenfamilie des DC-13-Sechszylinders nun komplett.

DIE MOTOREN SCHAFFEN OHNE ABGASRÜCKFÜHRUNG EURO 6

Wie die stärkeren Brüder mit 410, 450 oder 500 PS kommen auch diese Antriebe ohne Abgasrückführung aus und wurden um ein neues Managementsystem, modifizierte Zylinderköpfe sowie einen Turbolader mit fester Geometrie ergänzt. Unter anderem durch die neue Miller-Nockenwelle (siehe Kasten rechts) soll der Sechszylinder vier Prozent weniger Diesel verbrauchen. Für den kleineren Neun-Liter-Fünfzylinder gibt Scania drei Prozent Verbrauchsersparnis an. Dafür implantierten die Schweden eine neue Motor-Managementsoftware, überarbeitete Brennräume sowie eine per Thermostat geregelte Ölkühlung und erhöhten das Verdichtungsverhältnis von 18:1 auf 19:1. Wie seine größeren Brüder reinigt der Fünfzylinder seine Abgase über die Only-SCR-Technologie plus Partikelfilter auf Euro-6-Niveau.

Alle Motoren können alternativ mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden, die Fünfzylinder mit 320 und 360 PS vertragen zudem Biokraftstoffe wie Rapsmethylester, allerdings verringern sich dadurch die Wartungsintervalle.

Wann der Service fällig ist, entscheidet der G selbst und übermittelt seinen Wartungsbedarf automatisch an die Scania-Zentrale. Ein weiteres Detail, das der Kleine von den großen Modellen geerbt hat.

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