U 530 Zugmaschine: Der Universal-Laster

Der Unimog von Gerhard Wolf ist sowohl als Tankzug wie auch als Gliederzug mit Schüttgutaufbau im Einsatz
© Foto: Daimler/H. Morlock

Gerhard Wolf transportiert Flüssigkeiten und Schüttgut - alles mit einem einzigen Gliederzug. Die Besonderheit ist in dem Fall ein Unimog U 530 mit Wechselaufbau, der gleichzeitig als Zugmaschine zum Einsatz kommt.


Datum:
15.12.2017
Autor:
Gerhard Gruenig

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Gerhard Wolf führt einen landwirtschaftlichen Betrieb in Börslingen bei Ulm. Als Lohnunternehmer übernimmt er unter anderem Gülletransporte mit Transportfass oder die Abfuhr von frisch geerntetem Getreide direkt vom Feld - quasi vom Mähdrescher frisch geerntet. Für die doch recht unterschiedlichen Transportaufgaben setzt Wolf in seinem Agrarbetrieb unter anderem auf einen neuen, 300 PS starken Unimog U 530 mit Euro-6-Motor.

Das "Universal Motorgerät" ist nicht der einzige Mog im Betrieb. Wolf ist bereits seit 23 Jahren generell ein großer Fan des Unimog und hat stets mindestens einen im Einsatz.

"Wir setzen auch einen U 2400 ein", erzählt der rührige Landwirt. "Mit dem erledigen wir Feldarbeiten wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngungs- und Pflanzenschutzarbeiten oder Grassilage mit einem Ladewagen."

DER U 530 MACHT NUR IN LANDWIRTSCHAFT

Seinen U 530 setzt er dagegen ausschließlich für Transportarbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb ein. "Das sind zum Beispiel Schweineoder Futtermitteltransporte. Außerdem holen wir zwei-, dreimal die Woche Molke direkt von der Molkerei. Dazu kommen Silomaistransporte vom Feld zur Siloanlage oder auch die Silageabfuhr von den Wiesen." Der U 530 zeigt sich dabei ziemlich variabel und übernimmt sämtliche weitere Transportaufgaben, etwa Gülleverbringung im Transportfass oder die Eiweißfutterabholung vom Hafen. "Wir beziehen unseren Körnermais aus Regionen, die zum Teil mehr als 50 Kilometer entfernt liegen", erklärt Wolf seinen Logistikeinsatz.

Der U 530 trägt dazu fallweise einen Tankaufbau mit rund 7500 Liter Fassungsvermögen oder im Wechsel einen Kipperaufbau mit etwa zwölf Kubikmeter Volumen. Komplettiert wird der Zug durch einen Tankanhänger oder einen Dreiachs-Deichselanhänger mit Kipphydraulik.

Warum Wolf statt auf den in der Landwirtschaft oft eingesetzten Traktor lieber auf einen Unimog setzt, erklärt er folgendermaßen: "Der Unimog ist vielseitig, wendig, schnell, geländetauglich, sparsam und kann selbst Nutzlast aufnehmen. Die Aufbauten sind schnell gewechselt, eine Umrüstung erfolgt in wenigen Minuten - und es gibt kein Sonn- und Feiertagsfahrverbot. Zudem kann ich den Unimog auf allen landwirtschaftlichen Wegen einsetzen. Beim Fahrkomfort bietet er Lkw-Vorzüge - ohne dessen Nachteile auf dem Feld."

EINE UNIMOG-ZUGMASCHINE IST MAUTBEFREIT

Der Unimog bringt Wolf weitere Vorteile wie eine Mautbefreiung sowie einen im Vergleich zum Traktor oder Allrad-Lkw geringeren Dieselverbrauch. Trotz schwerem Einsatz liegt er im Schnitt bei unter 37 l/100 km. Der Allradantrieb bietet laut Wolf eine gute Traktion bei erstaunlich geringem Reifenverschleiß. Trotz größtenteils 40 Tonnen Gesamtgewicht würde er mit einem Satz 280.000 Kilometer schaffen.

Wie viele Unimog-Betreiber outet sich Wolf als absoluter Fan seines U 530: "Er ist sehr flexibel, wir können all unsere vorhandenen Anhänger nutzen und er ist durch den Allradantrieb in jeder Wettersituation einsetzbar. Bei 50 Zentimeter Neuschnee mit Verwehungen, wie sie auf der Schwäbischen Alb schon mal vorkommen können, keine schlechten Voraussetzungen." Dass der Komplettzug samt Ladepritsche auf dem Unimog mit seinen fünf Achsen eine Nutzlast von knapp über 25 Tonnen bietet, "lässt viele Spediteure neidisch werden", lacht Gerhard Wolf beim Abschied.

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