Der Erkältung trotzen

Wir zeigen, wie Sie trotz schlechten Wetters gesund bleiben
© Foto: jackethead/Stock

Im Winter erwischt einen schnell einmal ein Schnupfen. Nicht immer kann - oder muss - man deswegen gleich das Bett hüten. Wir haben Tipps, wie Sie trotz laufender Nase gut und sicher über die Runden kommen.


Datum:
24.01.2015
Autor:
Sabine Köstler

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Eines vorweg: Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie zuhause. Das gilt vor allem für den Fall, dass Sie Fieber haben, Ihre Körpertemperatur also über 38° liegt. Mit dem Fieber bekämpft der Körper Krankheitserreger, die Immunabwehr arbeitet auf Hochtouren, das Herz pocht schneller. Wer dem Körper jetzt keine Ruhe gönnt, belastet den Kreislauf zu stark, setzt sich der Gefahr von Schwindel und Schwächeanfällen aus, im schlimmsten Fall droht sogar ein Kreislaufkollaps. Auch wer mit den Beinvenen Probleme hat, muss aufpassen- bei Fieber erhöht sich die Neigung zu Blutgerinnseln.

Sich im Krankheitsfall mit Erkältungsmitteln zu "dopen" und dann hinters Steuer zu setzen, wäre unverantwortlich und riskant. Es muss Gewissheit bestehen, dass Sie fahrtüchtig sind und nicht Ihrer Gesundheit schaden.

So lange es sich aber um einen Schnupfen beziehungsweise einen leichten grippalen Infekt ohne Fieber handelt und Sie sich leistungsfähig fühlen, brauchen Sie nicht gleich das Bett zu hüten. Mit einigen wenigen Maßnahmen und bewährten Hausmitteln kommt man gut durch den Tag. Besteht dennoch Bedarf an einem Erkältungsmittel, ist Sorgfalt bei der Auswahl wichtig (s. Kasten Folgeseite).

TRINKEN, TRINKEN, TRINKEN

Eine laufende Nase und Husten sind natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Mit der ausgeschiedenen Flüssigkeit wird der Körper Viren los. Diese produktiven Vorgänge sollte man wenn möglich nicht bekämpfen, sondern dem Geschehen "freien Lauf" lassen.

Jetzt ist es wichtig, reichlich zu trinken. Auch durch die Mund-Atmung verdampft eine große Menge Flüssigkeit. Mindestens 1,5 bis 2,0 Liter Flüssigkeit zusätzlich zu den Speisen sind nötig. Wenn Sie fürchten, immer wieder die Fahrt unterbrechen zu müssen, nehmen Sie erst gegen Ende der Lenkzeit die größte Menge zu sich. Trinken Sie verdünnte Fruchtsäfte und Kräutertees mit Thymian, Holunderblüten oder Salbei. Süßen Sie gegebenenfalls mit Honig. Wohltuend wärmend, weil er quasi von innen heizt, ist Ingwertee: In eine Kanne heißes Wasser den Saft einer halben Zitrone und einen Esslöffel frischen Ingwer mixen (in feine Scheibchen schnippeln), zehn Minuten ziehen lassen. Dann mit einem Esslöffel Honig süßen.

Arzneitees aus der Drogerie oder Apotheke sollten lange, aber nicht zu lange ziehen, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren oder bitter werden. Am besten heißes Wasser in der Thermoskanne mitnehmen und den Tee(-beutel) erst unterwegs zubereiten/hinzufügen.

AUF HYGIENE ACHTEN

Tempo-Taschentücher nur ein Mal benutzen, im LKW eine Tüte für Müll bereithalten. Falls Sie niesen müssen und kein Taschentuch bereit liegt: In die Ellenbeuge niesen, nicht in die Hand, mit der Sie sich später vielleicht die Augen reiben - so verteilen Sie die Viren noch.

Waschen Sie sich die Hände mehrmals am Tag mit Seife, mindestens 20 Sekunden lang. Das gilt verstärkt vor dem Essen und nach jedem Aufsuchen belebter Orte (Supermarkt, Sanitärräume).

Verzichten Sie eine Weile aufs Händeschütteln beim Begrüßen.

IMMER WIEDER LUFT HOLEN

Wie zu Hause, sollte auch im LKW keine dicke Luft herrschen. Wird die Raumluft zu trocken und stickig, trocknen die Schleimhäute aus und der natürliche körpereigene Schutz gegen Viren verringert sich. Lüften Sie regelmäßig die Kabine, aber nicht während der Fahrt, Vorsicht vor der Zugluft! Auf keinen Fall sollten Sie die Kabine vernebeln und darin rauchen.

Halten Sie Ihre Haut feucht, nehmen Sie Fettcreme für das Gesicht und die Hände mit. Ist die Nase verstopft, können Sie sie mit Salzwasser spülen. Eventuell vor der Tour mit warmem Kamillendampf inhalieren, das löst das Sekret.

Ist die Nase wund, verwenden Sie eine Salbe mit Dexpanthenol. Kurzfristig können Sie auch ein-, zweimal pro Tag abschwellende Nasentropfen anwenden (nicht länger als fünf, sechs Tage lang!).

PFLANZEN GEGEN DEN KRATZENDEN HALS

Husten kann nerven, auch wenn er ein natürliches Mittel des Körpers ist, um Schleim loszuwerden. Um einige Stunden zu überbrücken, helfen Extrakte aus Efeu, Thymian, Eukalyptus oder der Schlüsselblume. Wichtig ist, den Tag über ausreichend zu trinken, damit das verflüssigte Sekret abgehustet werden kann. Achtung: Bei jedem Medikament, auch pflanzlichen, die Nebenwirkungen beachten (siehe Kasten folgende Seite!

Wenn Sie Feierabend oder eine lange Pause vor sich haben und schlafen möchten, sollten Sie den Husten "beruhigen". Die Alternative für unterwegs sind hustenstillende pflanzliche Mittel. Entsprechende Bonbons, Tropfen oder Säfte enthalten Irisch Moos, Eibisch oder Spitzwegerich. Hustenblockern sollte man generell mit Zurückhaltung begegnen. Auch sie können Nebenwirkungen zeigen, vor allem die chemischen "Erkältungshämmer". Die sollten Sie niemals ohne Beratung einkaufen. Hier kann es auch zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneien kommen.

Ein wirksames Hausmittel bei Husten ist Zwiebelsirup: Schneiden Sie schon zu Hause eine Zwiebel in kleine Stücke, bestreuen Sie sie mit Zucker, dann eine Stunde warten. Den Sirup einnehmen. Wenn der Hals kratzt und schmerzt: Gurgeln Sie alle ein, zwei Stunden mit Kamillentee.

DEN KOPF FREI BEKOMMEN

Sobald sich Kopfschmerzen ankündigen, trinken Sie ein, zwei Gläser stilles Wasser. Massieren Sie dann etwas Pfefferminzöl (Apotheke, Drogerie) in die Schläfen ein. Nicht zu viel, sonst tränen die Augen! Probieren Sie zuvor in der Ellenbeuge aus, ob Sie das Öl vertragen. Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist, ein paar Gewürznelken zu kauen. Sie enthalten ätherische Öle und schmerzhemmende Inhaltsstoffe. Bei Spannungskopfschmerzen legen Sie sich, wenn möglich, in der nächsten Pause hin und legen sich ein, zwei Minuten lang eine Kältekompresse aus dem Bordkühlschrank auf die Stirn.

ZWIEBEL-LOOK

Warm halten! Sehen Sie zu, dass Sie keine Zugluft abkriegen und niemals ohne Jacke, Schal, Mütze aus dem LKW steigen. T-Shirts, Pullover und Westen aus natürlichen Materialien wie Baumwolle und/ oder Wolle wählen und stets weitere "Lagen" und Wechselkleidung gri\&{f_f_b};ereit halten. Bringen Sie vor jeder Pause den Kreislauf ein wenig in Schwung und gehen Sie kurz ein, zwei Runden auf dem Parkplatz, bevor Sie sich hinlegen. Das wärmt!

LEICHT ESSEN

Gönnen Sie den Verdauungsorganen eine Pause. Das Rezept der Wahl bei einer Erkältung ist immer noch die gute, alte Hühnerbrühe - vielleicht können Sie sich zu Hause einen Topf voll zubereiten und für unterwegs einige Portionen in der Thermoskanne mitnehmen.

Übrigens: Eine ordentliche Hühnersuppe stammt immer vom Suppenhuhn und nie vom Hähnchen oder gar nur aus Schenkeln etc. Es wird vermutet, dass das im Hühnerfleisch enthaltene Carnosin einen positiven Effekt auf die Immunabwehr hat. Gleiches gilt für das darin gekochte Gemüse. Notfalls können Sie auch mal auf eine Fertigsuppe zurückgreifen - eine heiße Suppe tut immer gut, wärmt von innen, bringt Flüssigkeit und ihr Dampf befreit die Atemwege.

Essen Sie generell Leichtes wie Suppen, Gemüse und viel Obst und verzichten Sie auf Fettes und schwer Verdauliches, das würde den Körper nur zusätzlich belasten. Achten Sie darauf, ausreichend Vitamin C zu sich zu nehmen. Täglich ein, zwei Orangen oder den Saft davon, dazu eine Handvoll Beeren, eine Kiwi, Paprika oder eine Portion Brokkoli, das reicht schon. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist es nicht nötig, Vitamin-C-Tabletten einzunehmen. Der Körper scheidet überschüssiges Vitamin C aus, und produziert dann teures Pipi ...

BEWEGEN UND ENTSPANNEN

Wie es überhaupt für die Gesundheit wichtig ist, für Bewegung und zum Ausgleich für Entspannung zu sorgen, gilt es nun erst recht. Sorgen Sie für Bewegung an der frischen Luft, tanken Sie Sauerstoff, lüften Sie die Lunge durch und bewegen und dehnen Sie die Muskeln und Bänder.

Mindestens so wichtig ist es dann wiederum, für Erholung zu sorgen. Versuchen Sie, Stress aus dem Weg zu gehen und ausreichend zu schlafen. Lüften Sie die Kabine, Vor hänge zu, Handy, Laptop, Radio aus, versuchen Sie, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Der Körper braucht Pausen, sodass er die Krankheitserreger besser bekämpfen kann. Wenn sich Ihre Symptome verschlechtern oder Fieber hinzukommt, hilft alles nichts: Dann haben Sie hinter dem Steuer nichts mehr zu suchen. Ab nach Hause und zum Arzt!

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