Gesund durch den Winter

Viel frische Luft tanken: So beugen Sie einer Erkältung vor

Erkältungssaison: Die zehn wichtigsten Fragen


Datum:
18.11.2011
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Auch unter LKW-Fahrern herrscht  Hochsaison für grippale Infekte! Der Allgemeinarzt und Verkehrsmediziner Gunter Schuck aus Aschaffenburg beantwortet TRUCKER die wichtigsten Fragen zum Thema Erkältung.


1. Woran erkenne ich eine Erkältung, woran eine Grippe?

„Eine Erkältung beginnt oft mit einem Kratzen im Hals oder Jucken in der Nase, dann beginnt die Nase zu laufen, man hustet leicht, hat leichte Kopfschmerzen und fühlt sich abgeschlagen. Die Erkältung entwickelt sich schleichend über ein, zwei Tage. Eine echte Virusgrippe – Influenza – überfällt den Betroffenen blitzartig. Es ist, als bekäme man einen Schlag mit dem Holzhammer. Binnen drei, vier Stunden fühlt man sich sehr schlecht, hat starke Kopfschmerzen, das Fieber steigt schnell. Grippe ist ein Fall für den Arzt.“
 
    2. Kann man sich gegen Erkältung impfen lassen?

„Nein. Eine Erkältung ist viel zu unspezifisch. Alle möglichen Arten von Viren können sie hervorrufen, es gibt Hunderte oder Tausende verschiedene. Aber man kann gegen Grippe impfen. Damit beugt man einem bestimmten Virenstamm vor, der sich allerdings auch ständig verändert. Deshalb wird der Impfstoff jedes Jahr angepasst. Trotz Grippeimpfung kann man eine Erkältung bekommen.“
 
    3. Wer sollte sich impfen lassen?

„Empfohlen wird die Grippeimpfung Personen mit einer chronischen Erkrankung. Die zweite Gruppe sind die Älteren. Drittens wird die Impfung Menschen mit Berufen empfohlen, die sehr viel Kontakt mit anderen Menschen haben, etwa Pflegeberufe. LKW-Fahrer gehören dazu eher nicht.“
 
    4. Wie lange dauert eine Erkältung?

„Der typische Verlauf zieht sich über etwa eine Woche hin. Die Erkältung entwickelt sich ein bis zwei Tage lang, das Vollbild zeigt sich dann über zwei, drei Tage. Danach sollte die Erkältung wieder abklingen.“  

  5. Wann muss man zum Arzt?

„Wenn die Erkältung nach mehreren Tagen nicht abklingt, sondern die Symptome unverändert bleiben. Wenn der Patient hohes Fieber, sehr starke Kopfschmerzen oder andere Organschmerzen hat. Und generell immer dann, wenn man nach drei Tagen immer noch Fieber hat.“

    6. Welchen Hustensaft soll man kaufen?

„Bei trockenem Reizhusten ohne Schleim Hustenstiller, nur für die Nacht, damit man schlafen kann. Tagsüber geht‘s auch mit ätherischen Ölen, Eukalyptus oder Menthol, z.B. in Bonbonform. Bei einer akuten Viruserkältung befördert der Husten Schleim. Diesen Vorgang unterstützt ein Schleimlöser. Wichtig ist, viel dazu zu trinken. Brausetabletten eignen sich gut; damit ist auch gleich für Flüssigkeit gesorgt.“  

  7. Kann eine Erkältung auch gefährlich werden?

„Jeder Virus kann in seinem Verlauf zu Komplikationen führen, je nachdem, wie die Immunlage des Betroffenen ist. Eine verschleppte Erkältung kann auf die Organe schlagen. Durch die Erkältung ist das Immunsystem
herabgesetzt. Dadurch kann sich z.B. ein Bakterium auf den Virus ‚aufsetzen‘. Eine Kompli­kation wäre z.B. eine bakterielle Lungenentzündung oder eine Mittelohrentzündung. Auch ein weiterer Virus kann sich aufsetzen, in manchen Fällen gibt es Auswirkungen auf den Herzbeutel oder Herzmuskel. Harmloser, aber typisch, ist der Herpesvirus, der sich wegen des geschwächten Systems nicht mehr unterdrücken lässt.“

    8. Warum sind Erkältungen besonders im Winter so häufig?

„Eigentlich kann sich der Virus im Sommer, im wärmeren Klima, besser verbreiten. Aber im Winter braucht der Körper für das ‚Heizen‘ mehr Energie und die Abwehr ist schwächer. Weil man sich weniger bewegt, weniger Vitamine zu sich nimmt und weniger Sonne tankt, die ja auch das Immunsystem stärkt. So haben die Viren leichteres Spiel.“  

  9. Was bringen Zusatzpräparate wie Vitamin-C- oder Zink-Tabletten?

„Das ist umstritten. Einige Ärzte sprechen sich dafür aus, weil die Aufnahme zum Beispiel von Zink oder Vitamin C durchaus das Immunsystem unterstützt. Andere sind gegen diese Form der Vitaminaufnahme, weil man dadurch seine Ernährungsgewohnheiten nicht umstellt bzw. verbessert. Ich rate dazu, Vitamin C in Naturform zu sich zu nehmen, so kann es der Körper am besten verwerten. Eine gute Art der Vorbeugung einer Erkältung ist, frühmorgens auf nüchternen Magen Vitamin-C-haltiges Obst bzw. ausgepressten Saft zu sich zu nehmen, wie Grapefruit, Zitrone, Orange, Kiwi. Dann eine
halbe Stunde mit der Nahrungsaufnahme warten, auch keinen Kaffee trinken. Unterwegs tut es auch ein guter Fruchtsaft aus der Flasche.“  
 
  10. Ihre drei besten Tipps für den Winter?

„Ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, Saunabesuche oder Wechselduschen zum Abhärten.“

(SK)
 


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