Vorbeugung: Gesund durch den Herbst

Wer sich um seinen Körper kümmert, bleibt auch im Herbst gesund
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Husten, Schnupfen, Heiserkeit - beinahe jeden erwischt mindestens einmal pro Jahr eine ordentliche Erkältung. Doch je stärker die Abwehrkräfte, desto schwerer haben es die Krankheitserreger.


Datum:
11.10.2017
Autor:
Sabine Köstler

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Regelmäßig melden die gesetzlichen und die Betriebs-Krankenkassen "Erkrankungen der oberen Atemwege" als häufigste oder zweithäufigste Ursache von Krankschreibungen (rund 15 bis 16 Prozent). Im Schnitt fallen die Beschäftigten an sechs bis sieben Arbeitstagen pro Jahr deswegen aus. Mindestens eine Woche lang braucht der Körper normalerweise, um einen grippalen Infekt wieder loszuwerden: erhöhte Temperatur, Triefnase, Husten, Appetitlosigkeit und Müdigkeit sind seine "Waffen". Er konzentriert alle seine Kräfte darauf, die unerwünschten Viren zu bekämpfen. Dann heißt es Geduld bewahren, viel schlafen, viel trinken, leicht essen.

Antibiotika helfen übrigens nicht - die können nur Bakterien abtöten. Nur wenn sich eine bakterielle Infektion entwickelt, etwa in den verschleimten Bronchien, wäre ein Antibiotikum wirksam.

ERKÄLTUNG NICHT MIT EINER GRIPPE VERWECHSELN

Ein "normaler" grippaler Infekt hat auch nichts mit einer Grippe zu tun: Während die Erkältung sich langsam mit Frösteln, Niesen und/oder Kratzen im Hals entwickelt, schlägt die Grippe (medizinischer Begriff "Influenza") akut und mit heftigen Symptomen zu: Muskelschmerzen, hohes Fieber, starke Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost. Man sollte spätestens zum Arzt gehen, wenn das Fieber länger als zwei bis drei Tage anhält.

Ob Erkältung oder Grippe - man braucht beides nicht. Leider kann man Keimen und Viren nicht aus dem Weg gehen. Sie sind praktisch überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen - ob im Großraumbüro, im Fußballstadion oder beim Discounter. Je stärker aber die körpereigenen Abwehrkräfte sind, desto schwerer haben es die potenziellen kleinen "Angreifer". Im Folgenden ein Überblick darüber, was die Immunabwehr - die körpereigene "Gesundheitspolizei" - stärkt und was vor Ansteckung schützt.

  • TROCKENE LUFT VERMEIDEN

Weder zu Hause noch in der Lkw-Kabine sollte die Luft während der Heizperiode zu trocken werden. Lüften Sie deshalb regelmäßig (Stoßlüftung). Die Augen-, Nasenund Mundschleimhäute sind ein wichtiger Teil der körpereigenen Abwehr und sollten nicht austrocknen: In Speichel und Nasensekret befinden sich Enzyme und Stoffe wie virenabwehrende Proteine.

Kontrollieren Sie zu Hause die Luftfeuchte in Abständen. In jedem Elektromarkt gibt es für unter zehn Euro Hygrometer, die die Konzentration anzeigen, zu kaufen. Im Wohn- und Schlafzimmer liegt der ideale Wert zwischen 40 und 60 Prozent Feuchte. Richtwerte für die Raumtemperatur sind 20 bis 22 Grad Celsius im Wohnzimmer und 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer.

  • KÖRPERKONTAKT EINSCHRÄNKEN

Sie müssen ja nicht jedem die Hand schütteln, schon gar nicht erkälteten Personen. Wenden Sie sich ab, wenn jemand stark hustet oder niest. Die Tröpfchen in der Luft schießen wie Torpedos mit 150 km/h durch die Gegend. Durch das Einatmen gelangen die Viren auf die Nasen- und Rachenschleimhäute der Angehusteten. Viren überleben einige Stunden auf Holz, Plastik oder Stahl. Da sich Türklinken, Geländern oder Bedienknöpfen nicht aus dem Weg gehen lässt, ist jetzt häufiges Händewaschen unverzichtbar.

  • TEMPERATURWECHSEL "EINÜBEN"

Man kann den Körper gut an die unvermeidbaren winterlichen Temperaturwechsel gewöhnen. Versuchens Sie es mit Wechselduschen: Brausen Sie den ganzen Körper von den Füßen aus nach oben hin ab und lassen Sie allmählich die Wassertemperatur ansteigen von kalt nach gut warm und dann wieder zu kalt. Auch Wassertreten bei 16 bis 18 Grad Wassertemperatur sowie kalte Fußbäder nach Sebastian Kneipp stärken die Abwehr. Wie man sie genau macht, zeigt der Schweizer Kneippverband auf der Internetseite www.kneipp.ch. Vorsicht, sie sind nicht geeignet für Menschen mit Ischias oder Nieren-/Blasenleiden. Bestens bewährt haben sich regelmäßige Saunagänge. Das mag aber nicht jeder und falls Sie Venenprobleme haben, verbietet es sich.

  • WARM ANZIEHEN

Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip und packen Sie jetzt Ihre Winterausrüstung in den Lkw: leichter Baumwollschal, Wollschal, Wollmütze, Handschuhe, warme Socken, Fleecepulli, Steppweste.

  • RUHE GEBEN

Als Lkw-Fahrer ist es natürlich zu jeder Jahreszeit wichtig, während der Arbeit ausgeschlafen zu sein. Doch jetzt im Herbst, bei abnehmender UV-Strahlung, bildet der Körper weniger Vitamin D und Serotonin und das "Schlafhormon", das Melatonin, wirkt verstärkt auf den Körper. Achten Sie jetzt besonders auf die Einhaltung der Ruhepausen, gönnen Sie sich regelmäßige Nickerchen, so dies irgendwie in den Tagesplan einzubauen ist. Am 29. Oktober wird die Uhr wieder auf Normalzeit zurückgestellt. Sollten Sie an diesem Sonntag um 22 Uhr in die Woche starten, ist es gefühlt 23 Uhr und Sie werden sich müder fühlen, es wird aber auch "früher" wieder hell.

  • BEWEGUNG, BEWEGUNG, BEWEGUNG

Raus an die frische Luft und ans Licht - das sollte die Devise im Herbst und Winter sein. Wegen des Sauerstoffs, wegen des Lichts (Vitamin-D-Bildung) und auch, weil man im Winter mehr, üppiger und süßer isst und die Zusatzkalorien sich sonst zu Fettpolstern verwandeln.

  • AUF HYGIENE ACHTEN

Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Gründliches Waschen ist das A und O gegen Ansteckung, und das nicht nur vor dem Essen. Die Finger, Zwischenräume und Nägel 20 bis 30 Sekunden lang einseifen, abspülen, gründlich mit einem Papiertuch trocknen, den Wasserhahn in öffentlichen Räumen mit dem Papiertuch oder Ellenbogen schließen. Keine (Druck-)Lufttrockner nutzen. Diese Luft soll 1300-mal keimhaltiger sein als normale Raumluft.

  • WINTERPAUSE MACHEN ...

... in Sachen Alkohol und Nikotin. Beides schwächt und/oder schadet dem Körper, der wiederum weniger Abwehrkräfte zur Verfügung hat.

  • FITMACHER ESSEN

Um ausreichend Vitamine zu bekommen: abwechslungsreich essen. Gemüse und Obst liefern Vitamine, Ballaststoffe und die schützenden sekundären Pflanzenstoffe.

Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten brauchen Sie nicht, solange sie Ihnen nicht wegen eines Mangels verschrieben wurden - nach einer Krankheit oder wegen einer chronischen Erkrankung. Das Gerücht hält sich, dass Vitamin C zur Heilung einer Erkältung beiträgt. Bewiesen ist das nicht. Einige Vitamine (z.B.: A) können bei zu hoher Dosierung sogar Schaden anrichten. Neutrale Informationen dazu gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung ( www.bfr. bund.de unter "A bis Z", Vitamine).

Für die Stärkung der Immunabwehr ist Vitamin C aber allemal gut, denn es ist ein sogenannter Radikalfänger und damit Zellschützer. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Erwachsenen rund 100 Milligramm (mg) täglich, starke Raucher oder Stressgeplagte brauchen mehr. 100 mg stecken in zwei Kiwis oder Orangen. Viel bessere Vitamin-C-Lieferanten sind schwarze Johannisbeere, Paprika, Petersilie und Wintergemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Rosenkohl. Spitzenreiter ist - vor Hagebutte und Sanddorn - die Acerolakirsche aus Südamerika mit 1700 mg pro 100 Gramm! Bei uns gibt es die drei Superfrüchte als Tee oder Saft. Vorbeugend, weil abwehrstärkend, ist außerdem Ingwer. Den kann man im Bordkühlschrank lagern und jederzeit frisch in den Tee schnippeln. SK

Für wen ist eine Grippe-Schutzimpfung sinnvoll?

Die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfehlen eine Grippe-Schutzimpfung folgendem Personenkreis:

  • älteren Menschen ab 60 Jahre sowie Bewohnern von Alters- oder Pflegeheimen
  • gesunden Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel
  • chronisch Kranken und deren Haushaltsangehörigen, z.B. mit Erkrankungen der Atmungsorgane (Asthma, COPD), chronischen Herz-, Kreislauf-, Leber und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselkrankheiten, neurologischen Krankheiten wie Multiple Sklerose
  • HIV-Infizierten
  • Personen mit Immundefizienz
  • Medizin- und Pflegepersonal, Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
  • Alle anderen Personen: nach aktueller Empfehlung (z.B. der WHO), bei schweren Epidemien. Quelle: STIKO, August 2017

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