Wenn der Airbag Hilfe ruft

Airbag-Tests beim Hersteller Takata-Petri AG in Elterlein (c: ddp/Uwe Meinhold)

Die EU möchte das Notrufsystem "eCall" einführen. Das wird aber nicht vor 2013 Realität werden, glaubt der ADAC.


Datum:
24.09.2010
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Wäre es nach der EU gegangen, hätte der elektronische Notruf "eCall" schon im September 2010 Bstandteil aller neu zugelassenen Fahrzeuge sein sollen. Bei eCall handelt es sich um einen Sensor im Airbag, der bei einem Unfall automatisch einen Notruf an die europäische Notrufnummer absetzt und zugleich eine genaue Ortung für die Rettungskräfte ermöglicht. Passiert zum Beispiel nachts auf einer wenig befahrenen Landstraße ein Unfall mit einem Einzelfahrer, ist trotzdem in wenigen Minuten Hilfe vor Ort, wenn sich der Fahrer nicht selbst melden kann.
Die EU-Kommission berichtete Mitte August, dass sich der Aufbau dieser Technik verzögere. Ein freiwilliger Ansatz habe nicht ausgereicht, es sei ein Rechtsrahmen für eine Einführung nötig.

Der ADAC rechnet mit insgesamt noch 15 Jahren, bis der gesamte PKW-Fahrzeugbestand mit eCall-fähigen Systemen ausgestattet sein wird, so Sprecherin Katrin Müllenbach-Schlimme. Eventuell würden aber auch Nachrüstsysteme angeboten. Die Verzögerungen entstehen wegen der kniffligen Technik. So muss zum Beispiel das Datenprotokoll zur Übertragung des Hilferufs europaweit einheitlich sein. Die Notruf-Abfragestellen müssen mit Geräten ausgerüstet werden, die den Empfang und das Decodieren der automatischen Hilferufe ermöglichen. Auch Fragen des Datenschutzes sind noch offen.

Experten glauben, dass, wenn eCall serienmäßig in allen Fahrzeugen innerhalb der 27 EU-Mitgliedsstaaten eingeführt ist, jährlich bis zu 2500 Menschenleben gerettet werden können. Die Chancen für ein Überleben eines schweren Unfalls steigen massiv, je schneller geholfen werden kann. Medizinier sprechen hier von der so genannten "goldenen Stunde", der golden hour.
 
(SK, Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de)

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