Zwei Drittel fahren mit Handy am Ohr

Die meisten gebrauchen das Handy im Stau oder zäh fließenden Verkehr oder beim Warten an der Ampel, so die Studie
© Foto: DVW/ACV

Zwei von drei Autofahrern greifen während der Fahrt zum Smartphone, obwohl sich viele von ihnen dadurch abgelenkt fühlen.


Datum:
19.09.2016
Autor:
Sabine Köstler

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64 % der Autofahrer nut­zen ihr Smart­phone bzw. Mo­bil­te­le­fon hin und wie­der am Steuer. Noch mehr (71 Pro­zent) se­hen häu­fig oder so­gar sehr häu­fig an­dere Ver­kehrs­teil­neh­mer, die dies tun, ergab eine re­prä­sen­ta­tive Um­frage des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts forsa im Auf­trag des ACV Automobil-Club Ver­kehr und der Deut­schen Ver­kehrs­wacht (DVW).

Auffallend oft verstoßen junge Au­to­fah­rer bis 24 Jahre, die als Hoch­ri­si­ko­gruppe für Unfälle gelten, gegen das im Straßenverkehr geltende Handynutzungsverbot. Sie be­fin­den sich damit in Ge­sell­schaft mit Au­to­fah­rern bis un­ter 45 Jah­ren: Insgesamt nut­zen diese Altersgruppen zu 81 Pro­zent das Smart­phone zu­min­dest hin und wie­der wäh­rend der Fahrt, zum Bei­spiel für die Na­vi­ga­tion, zur Musikauswahl, zum Nach­se­hen und Le­sen, ob je­mand an­ge­ru­fen oder eine SMS oder Whats­app ge­schrie­ben hat und auch zur An­nahme von An­ru­fen ohne Frei­sprech­ein­rich­tung

„Erschreckend“ sei, so die Initiatoren der Studie, dass der Gebrauch des Handys quasi nie konsequent ausgeschlossen werde, nicht einmal mit einem Kind im Auto, beim Vorbeifahren an sozialen Einrichtungen oder bei Dunkelheit, weder auf der Autobahn (34 % schließen die Nutzung nicht aus) noch auf der Landstraße (42 Prozent).

Viele der befragten Fahrer gaben außerdem zu, ohne Freisprecheinrichtung auch selbst hin und wieder An­rufe zu tätigen oder eine SMS oder Whats­app zu tip­pen. Auf eine solche pro-aktive Nutzung verzichten nach eigenen Angaben lediglich die älteren Autofahrer ab 60.

Sie tun es – obwohl sie sich abgelenkt fühlen

Wenn sie beim Au­to­fah­ren ihr Smart­phone oder Mo­bil­te­le­fon be­nut­zen, füh­len sich 20 Pro­zent der Be­frag­ten sehr stark und wei­tere 40 Pro­zent stark ab­ge­lenkt. Andere sehen das „lässiger“ und nutzen ihr viel­fäl­ti­ger. Nur jeder zehnte gab zwar zu Protokoll, dass er deshalb schon mal einen Fahrfehler gemacht habe, doch nach genauerer Nachfrage ergab sich: Jeder vierte junge Fahrer hat schon einmal zu spät gemerkt, dass die Ampel wieder grün zeigt, 12 Prozent sind von der Fahrspur abgekommen und je­weils 10 Pro­zent ha­ben spät oder zu spät be­merkt, dass das Auto vor ih­nen ge­bremst hat oder ha­ben eine Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung über­se­hen.

Lars Wa­ge­ner, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­lei­tung des ACV: „„Ob­wohl vor Ab­len­kung am Steuer zu­neh­mend öf­fent­lich­keits­wirk­sam ge­warnt wird, un­ter­schät­zen Au­to­fah­rer nach wie vor die da­mit ver­bun­dene Ge­fahr. Es be­steht kein Be­wusst­sein dar­über, dass ein Blick aufs Handy ein Blind­flug ist, der Le­ben kos­ten kann.“

Für die Studie “Nut­zung von Smart­pho­nes bzw. Mo­bil­te­le­fo­nen im Stra­ßen­ver­kehr“” waren zwi­schen dem 3. und 9. Au­gust 2016 ins­ge­samt 1.509 Per­so­nen be­fragt worden.

 

Quelle: www.acv.de

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