Digitacho: Version 2.0 denkt mit

Datendownload und Einlesen der Fahrerkarte sollen schneller gehen
© Foto: VDO

VDO bringt eine neue Digi-Tacho-Generation und gewährt einen Blick in den möglichen Fahreralltag der Zukunft.


Datum:
21.10.2012
Autor:
Jan Burgdorf

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Zu den beliebtesten Bauteilen am LKW gehört die "Blackbox" oberhalb der Windschutzscheibe sicher nicht unter LKW-Fahrern. Klar ist aber auch: Die EU hat in Zukunft noch viel vor mit dem schwarzen Kästchen.

Die Antwort auf die vom Gesetzgeber geforderten Zusatzfunktionen heißt bei der Continental-Tochter VDO "DTCO 2.0" und wird auf der kommenden IAA vorgestellt. Eins der Hauptziele dabei: Den Digi-Tacho besser gegen Manipulationsversuche zu wappnen. Dafür nutzt der DTCO 2.0 ein zweites GPS-Signal, das sich ständig mit den Geschwindigkeitswerten des Tachos vergleicht und die Daten auf Plausibilität überprüft. Zusätzlich erkennt ein Geber Manipulationssignale, beispielsweise wenn der berühmte Magnet am Tachogehäuse angebracht wird. Schwächere Magneten kann der Geber dabei ausblenden, ist deren Kraft jedoch zu stark, wird eine Fehlermeldung gespeichert.

DER VDO-COUNTER WACHT ÜBER DIE LENKZEITEN

Doch auch außerhalb der gesetzlichen Forderungen realisierten die Tacho-Spezialisten neue Funktionen, die dem Fahrer künftig den Arbeitsalltag erleichtern sollen.

Bewährt und bereits in den bisherigen Digi-Tachos hinterlegt ist die 1-Minuten-Regel, über die selbstredend auch die Version 2.0 verfügt. Im Nahverkehr, im Stau oder an der Rampe kann diese Funktion für die ein oder andere Minute mehr Lenkzeit sorgen.

Neu ins Programm kam darüber hinaus der sogenannte "Counter", mit dem beim Einteilen der Tages- und Wochenlenkzeit kaum noch etwas schiefgehen kann. Den will VDO optional anbieten. Wer den laut Hersteller geringen Aufpreis nicht scheut, kann im Display jederzeit die Rest-Lenkzeit ablesen oder im Stillstand die Länge der aktuellen Pause oder Ruhezeit abrufen. Zusätzlich hat das Menü auch alle Infos zur derzeitigen Schicht und über die verbleibende Wochenlenkzeit parat. Weiteren Aufpreis kostet dagegen der wochenübergreifende Überblick auf die Arbeits- und Ruhezeiten.

Noch komfortabler wäre es natürlich, diese Daten, statt auf dem nicht selten versteckt angebrachten Tacho-Display, im LKW-Bordcomputer anzuzeigen. Von VDO-Seite kein Problem, das hängt aber von den Can-Bus-Möglichkeiten des LKW ab ...

Ebenfalls auf eine bequemere Art, den Tacho zu bedienen, zielt die neue App, mit der man sich die Fahrzeiten aufs Smartphone laden und die Tachosteuerung vom Bett aus oder gar außerhalb des LKW erfolgen kann.

Und die Koppelung von Tacho und Smartphone will VDO bereits ab nächstem Jahr noch weiter ausbauen. Sobald sich das Ende der Lenkzeit ankündigt, soll sich das Smartphone selbständig nach Auto- und Rasthöfen in der Nähe umsehen und dem Fahrer Vorschläge für einen Stellplatz liefern.

Deutlich länger wird es sicherlich noch dauern, bis die Software über ein zuverlässiges Parkplatz-Meldesystem verfügen kann, das VDO im weiteren Schritt plant. Dann würde dem Fahrer nicht nur eine Liste mit tatsächlich freien Stellplätzen geliefert, er könnte sich schon auf der Autobahn über die Begebenheiten vor Ort informieren. Beispielsweise über die Art der sanitären Einrichtungen, das gastronomische Angebot und dessen Preise oder einen eventuellen Fahrzeugservice. Per Knopfdruck könnte der Fahrer sich dann einen Stellplatz auswählen, der dann gleich automatisch für ihn reserviert wird.

SMARTPHONE SUCHT FREIE STELLPLÄTZE

Aber auch außerhalb des Digi- Tachos arbeitet das Zulieferunternehmen an neuen Innovationen. Bereits im letzten Jahr stellte Continental die so genannte "E-Horizon-Box vor, die bei Scania und Mercedes die Grundlage für deren GPS-Tempomaten stellt. Noch in diesem Jahr soll die Box um ein neues "intelligentes Gaspedal" erweitert werden. Abhängig von Topografie und Geschwindigkeit des LKW spürt der Fahrer im manuellen Eingriff einen deutlichen Widerstand, sobald die Software der Meinung ist, dass die derzeitige Pedalstellung nicht zu einer spritsparenden Fahrweise passt. Welcher Hersteller das Pedal verbauen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Ebenfalls noch nicht fest steht, wann die intelligenten Instrumente kommen, an denen Continental derzeit werkelt und die ebenfalls die gesammelten Daten der E-Horizon-Box nutzen sollen. Dann sollen TFT-Bildschirme nur noch die gerade relevanten Daten anzeigen. Beispielsweise, wenn der Sicherheitsabstand unterschritten wird, gefährliche Kurven eine niedrigere Geschwindigkeit erfordern, der Diesel-Vorrat zur Neige geht oder eben der Digi-Tacho das baldige Ende der Fahrzeit anmahnt.

HASHTAG


#digitaler Tachograf

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