Die Bundesregierung untersagt der chinesischen Staatsreederei Cosco die Mehrheitsübernahme der Konrad Zippel Spedition in Hamburg. Das teilt dpa mit und zitiert dafür einen Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nach einer Kabinettssitzung. Das Ministerium werde im Anschluss den Untersagungsbescheid erlassen. Schon am 29. September 2026 hatte es erste Medienberichte darüber gegeben, dass die Bundesregierung den Mehrheitsverkauf untersagen könnte.
Untersagung wird mit "Sicherheitsbedenken" begründet
Der Sprecher begründet die Untersagung mit „Sicherheitsbedenken“. Wörtlich meint er: „Der Erwerb hätte Abhängigkeiten vertieft und die Resilienz von Lieferketten Deutschlands und der EU gefährdet.“ Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas heiße ausländische Investitionen willkommen. „Gleichzeitig kann es Investitionen geben, die die Sicherheit des Landes gefährden.“ Die Bundesregierung könne daher auf Grundlage des Außenwirtschaftsgesetzes und der Außenwirtschaftsverordnung den Erwerb eines deutschen Zielunternehmens durch einen ausländischen Investor im Einzelfall prüfen, sagte der Sprecher des Ministeriums. Prüfmaßstab sei dabei, ob der Erwerb voraussichtlich die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefährde.
Im Februar hatte das Bundeskartellamt dagegen der Mehrheitsübernahme der Zippel Spedition durch Cosco zugestimmt. Im April wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken gegen die Übernahme habe.
So kommentiert Zippel-Geschäftsführer Axel Plaß die Entscheidung
„Die Bundesregierung hat entschieden, und wir nehmen den Beschluss zur Kenntnis“, kommentiert Axel Plaß, einer der beiden Geschäftsführer der Konrad Zippel Spedition, gegenüber der VerkehrsRundschau die Entscheidung der Bundesregierung. „Wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht und halten unsere unternehmerische Entscheidung nach wie vor für richtig“, betont er. Für die Kunden und Beschäftigten der Zippel Spedition ändere sich aber dadurch nichts, so Plaß. Das Tagesgeschäft laufe unverändert weiter. Über den weiteren Umgang mit der Entscheidung befinde indes die Erwerberin Cosco als Antragstellerin des Verfahrens.
Hintergründe zum Mehrheitsverkauf der Konrad Zippel Spedition
Axel Plaß führt seit vielen Jahren mit Axel Kröger die Geschäfte der Konrad Zippel Spedition als Geschäftsführer. Am 19. Dezember 2025 hatten beide Geschäftsführer, erklärte Plaß seinerzeit im Gespräch mit der VerkehrsRundschau, 80 Prozent ihrer Unternehmens-Anteile an Goldlead Supply Chain Development (Europe) verkauft, die zur chinesischen Cosco-Shipping Reederei-Gruppe gehört. Demnach wollte Kröger seinen 30 Prozent-Anteil komplett abgeben und auch als Geschäftsführer zurücktreten. Plaß selbst wollte von seinem 70 Prozent Anteil 50 Prozent abzugeben und weiterhin Anteilseigner sowie Geschäftsführer bleiben.
Wie es nun mit der Konrad Zippel Spedition weiter geht, ob Plaß und Kröger an ihren Verkaufsplänen weiterhin festhalten, ist nicht bekannt. Auf Anfrage der VerkehrsRundschau äußerte sich Plaß dazu bislang nicht.