Wessels Logistik setzt auf Solarstrom für E-Lkw

01.09.2026 12:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
André Wessels, Geschäftsführer Wessels Logistik (li), NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer, Christian Mildenberger, Geschäftsführer
André Wessels, Geschäftsführer Wessels Logistik (li), NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer, Christian Mildenberger, Geschäftsführer
© Foto: NRW.Energy4Climate

Mit Solarstrom, Batteriespeicher und E-Lkw zeigt Wessels Logistik, wie klimafreundlicher Güterverkehr bereits heute funktionieren kann.

Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs gilt als eine der zentralen Herausforderungen der Logistikbranche. Wie ein mittelständisches Unternehmen diesen Wandel bereits heute umsetzt, zeigt Wessels Logistik im nordrhein-westfälischen Rhede. Der Logistikdienstleister kombiniert eigene Stromerzeugung, Energiespeicher, Ladeinfrastruktur und elektrische Nutzfahrzeuge zu einem integrierten Energiekonzept.

Vertreter aus Politik und Energiewirtschaft, darunter NRW-Verkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer, informierten sich Ende August vor Ort über das Projekt.

Eigenstrom für die Transportflotte

Kern des Konzepts ist eine Photovoltaikanlage auf den Unternehmensgebäuden, die in Verbindung mit einem Batteriespeicher und mehreren Ladestationen den Betrieb der E-Lkw unterstützt.

Mit dem selbst erzeugten Solarstrom könnten die elektrischen Nutzfahrzeuge theoretisch rund 375.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. Der Strom wird dabei möglichst direkt vor Ort genutzt und gespeichert.

Fuhrpark wird schrittweise elektrifiziert

Wessels Logistik betreibt einen Fuhrpark mit mehr als 100 Nutzfahrzeugen und setzt zunehmend auf batterieelektrische Antriebe. Bereits heute sind 16 E-Lkw im Einsatz.

Bis Ende 2028 sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen. Parallel plant das Unternehmen den weiteren Ausbau seiner Ladeinfrastruktur.


Ladepunkte auch für Dritte nutzbar

Einen Teil der Ladeinfrastruktur stellt Wessels Logistik auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Zwei der Ladepunkte können extern genutzt werden und sollen die Verbreitung elektrischer Nutzfahrzeuge in der Region unterstützen.

Damit verfolgt das Unternehmen einen offenen Ansatz, bei dem die Infrastruktur nicht ausschließlich für den eigenen Betrieb genutzt wird.



Wirtschaftliche Vorteile durch E-Lkw

Neben den Klimaschutzeffekten sieht die Branche zunehmend wirtschaftliche Argumente für den Einsatz elektrischer Nutzfahrzeuge. Unternehmen können sich teilweise unabhängiger von schwankenden Kraftstoffpreisen machen und profitieren von geringeren Emissionen.

Zudem spielen Nachhaltigkeitskriterien bei Ausschreibungen, Kundenanforderungen und Finanzierungen eine immer größere Rolle. Auch Maut- und Abgabenvorteile können den Betrieb emissionsfreier Fahrzeuge attraktiver machen.

Förderprogramme unterstützen Umstieg

Unterstützt wird der Ausbau der Elektromobilität durch Förderprogramme von Bund und Ländern. In Nordrhein-Westfalen stellt das Programm „progres.nrw Emissionsarme Mobilität“ finanzielle Mittel für Ladeinfrastruktur und weitere Maßnahmen bereit.

Mit solchen Projekten soll der Markthochlauf elektrischer Nutzfahrzeuge beschleunigt und die Transformation des Transportsektors unterstützt werden.

Vorbild für den Mittelstand

Das Beispiel Wessels Logistik zeigt, wie Unternehmen durch die Kombination von erneuerbarer Energie, Speichersystemen und E-Mobilität ihre Transportprozesse nachhaltiger gestalten können. Gleichzeitig verdeutlicht das Projekt, dass die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zunehmend auch im Mittelstand ankommt.


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