CO2-Emissionen schwerer Lkw werden transparenter

Mit dem neuen System Vecto soll der CO2-Ausstoß von allen Lkw vergleichbar werden
© Foto: Picture Alliance/Chromorange/Frank Röder

Mit dem Messinstrument Vecto müssen alle Hersteller ab 2019 die Emissionswerte ihrer Lkw für Käufer einsehbar und vergleichbar machen.


Datum:
28.07.2017
Autor:
Julia Thomsen

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Brüssel/Berlin. Die EU-Mitgliedstaaten haben den Weg für die Bestimmung der CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen frei gemacht. Ab 2019 müssen alle Lkw-Hersteller in der EU in einer ersten Testphase den Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge mit dem neuen EU-Messinstrument Vecto messen. Das haben EU-Kommission und -Rat beschlossen. Damit werden ab 2019 in Europa erstmals vergleichbare CO2-Werte für neu produzierte und zugelassene schwere Nutzfahrzeuge ermittelt und ausgewiesen.

Ab Anfang 2019 werden nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) schwere Nutzfahrzeuge, zunächst im Fernverkehr und im regionalen Verteilerverkehr, einen individuellen und praxisnahen CO2-Wert erhalten. Schrittweise werden weitere Fahrzeugkategorien, etwa im städtischen Verteilerverkehr, einbezogen. Auch die Vorbereitungen für die Einbeziehung von Bussen haben bereits begonnen.

VDA begrüßt mehr Transparenz durch Vecto

Der VDA begrüßt diese Entscheidung für Vecto. Matthias Wissmann, Präsident des VDA, sagte, dieser Beschluss schaffe die Grundlage für mehr Transparenz und Wettbewerb auf dem Nutzfahrzeugmarkt. „Die Kunden in der Transport- und Logistikbranche werden davon durch weiter sinkende Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen profitieren“, so Wissmann weiter.

Zertifizierte und vergleichbare Angaben zum Kraftstoffverbrauch und den CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge liegen bislang nicht vor. Mit Vecto (Vehicle Energy Consumption Calculation Tool), das von der Europäischen Kommission und der TU Graz entwickelt wurde, können die CO2-Emissionen von Gesamtfahrzeugen, also von Zugmaschinen mit Auflieger oder Anhänger und Reifen inklusive aller relevanten Fahrzeugkomponenten, ermittelt werden und Käufern von diesen Nutzfahrzeugen zur Verfügung gestellt werden.

„Der entscheidende Vorteil von VECTO besteht darin, dass erstmals das Gesamtfahrzeug und damit die enorme Komplexität des Nutzfahrzeugmarktes erfasst werden kann“, so Wissmann. Die Kunden könnten ihre neuen Fahrzeuge so noch besser auf Verbrauchseffizienz trimmen. „Der Wettbewerb um die sparsamsten Fahrzeuge wird damit deutlich forciert.“

Weiterentwicklung des Systems gefordert

Vecto müsse jetzt rasch weiterentwickelt werden, fügte Wissmann hinzu. „Denn wichtige Spritspartechnologien wie GPS-Tempomaten oder Hybridantriebe können wesentlich zur Verbrauchsminderung beitragen.“ Diese sind in Vecto aktuell jedoch noch nicht enthalten.

Die nichtstaatliche Organisation Transport & Environment (T&E) forderte die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten zudem auf, in der weiteren Entwicklung Dritten – etwa Forschungsinstitute, Flotten, Transportunternehmen und NGOs – den Zugang zu den in Vecto verwendeten Rohdaten für unabhängige Prüfungen zu ermöglichen. Da Vecto nur ein Simulationswerkzeug ist, müsse die Weiterentwicklung auch die Verbrauchsprüfung auf der Straße beinhalten, wie es die Kommission für Pkw und Transporter bereits vorsieht. (jt)

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